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  • Thomas Schönemann

Frankreich

Antioxidantien der Braunalgen enthüllen ihr Entstehungsgeheimnis

Sägetang. (Wikipedia en: Fucus_serratus.jpg) © Foto: Stemonitis [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
Sägetang. (Wikipedia en: Fucus_serratus.jpg) © Foto: Stemonitis [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Marine Braunalgen verfügen über aromatische chemische Verbindungen (Phenole), die in der Pflanzenwelt einzigartig sind. Diese Verbindungen werden als ″Phlorotannine″ (Gerbstoffe) bezeichnet.

Aufgrund ihrer Rolle als natürliche Antioxidantien sind diese Verbindungen von großem Interesse für die Prävention und Behandlung von Krebs, Entzündungen, Herz-Kreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen. Die Extraktion von Phlorotanninen aus Braunalgen, wie sie derzeit in der Industrie verwendet werden, ist komplex und die Verfahren zur Biosynthese dieser natürlichen chemischen Verbindungen waren bislang nur unzureichend bekannt.

Forschern des Labors für Meerespflanzen und Biomoleküle (CNRS / UPMC [1]) der Station für Meeresbiologie in Roscoff ist es gemeinsam mit zwei Forschern des Labors für Meeresumweltwissenschaften in Brest (CNRS / UBO / IFREMER / IRD [2]) gelungen, die Schlüsseletappe bei der Erzeugung dieser Verbindungen zu definieren. Für ihre Studien nutzten sie die Braunalge und deckten die Rolle verschiedener Gene in diesem Prozess auf.

Im Rahmen der Studie entdeckten die Forscher ebenfalls den Antriebsmechanismus eines Enzyms, das phenolische Verbindungen mit kommerziellem Potenzial synthetisiert. Für ihre Ergebnisse haben sie bereits ein Patent angemeldet. Ihre Arbeit kommt den Pharma- und Kosmetikunternehmen zugute, die Phlorotannine als natürliche Extrakte nutzen können. Detaillierte Informationen zur Studie wurden auf der Website der Zeitschrift The Plant Cell veröffentlicht [3].

Neben diesen Eigenschaften zeigen diese Ergebnisse neue biologische Funktionen dieser Verbindungen bei der Akklimatisierung und Anpassung der Braunalgen an Salzstress.

[1] CNRS – nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung / UPMC – Universität Pierre und Marie Curie

[2] UBO – Universität der Westbretagne / INSERM – nationales Institut für Gesundheit und medizinische Forschung / IRD – Forschungsinstitut für Entwicklung

Weitere Informationen zur Studie:

[3] ″Analysis of a Type III Polyketide Synthase Function and Structure in the Brown Alga Ectocarpus siliculosus Reveals a Previously Unknown Biochemical Pathway in Phlorotannin Monomer Biosynthesis.″ Laurence Meslet-Cladière, Ludovic Delage, Cédric Leroux, Sophie Goulitquer, Catherine Leblanc, Emeline Creis, Erwan Ar Gall, Valérie Stiger-Pouvreau, Mirjam Czjzek, Philippe Potin, Plant Cell, 27/08/2013, doi: Das Patent des CNRS: Delage L, Meslet−Cladière L, Potin P, Goulitquer S 2011 "Utilisation de polyketide synthases de type lll (PKS lll) recombinantes d'algues brunes marines", Patent N° 11 58728, 29/09/2011.

Weitere Informationen zum Programm:

Die Studie wurde im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen IDEALG durchgeführt. Dieses Programm ist auf 10 Jahre angelegt, vereint über hundert Forscher und zielt auf die Intensivierung der Genom- und Post- Genom-Forschung in der Biotechnologie und auf die Nutzung der Bioressourcen mariner Makroalgen ab. http://www.idealg.ueb.eu/versionAnglaise/

Pressemitteilung Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, Marie de Chalup
Pressemitteilung des CNRS, 30.08.2013, http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3199.html
Philippe Potin, Tel.: +331 2 98 29 23 75, eMail: potin@sb-roscoff.fr
06.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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