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  • Thomas Schönemann

Leibniz-Institut für Photonische Technologien

Biologisch abbaubare Silizium-Nanopartikel: Neue Wege in der Therapie und Diagnostik

Nano fibers spun for sensors. © Foto: Technion - Israel Institute of Technology [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Nano fibers spun for sensors. © Foto: Technion - Israel Institute of Technology [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Bislang ist der Einsatz von vielen Halbleiter-Nanoteilchen im menschlichen Körper aufgrund ihrer hohen Toxizität gescheitert. Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien (IPHT) konnten ganz aktuell nachweisen, dass Silizium-Nanopartikel biologisch abbaubar sind. Damit eröffnen sich neue Anwendungsfelder in der Medizin – beispielweise in der Therapie und Diagnose von Krebs.

Seit einiger Zeit wird daran geforscht, Halbleiter-Nanopartikel für bio-medizinische Anwendungen einzusetzen. Nanoteilchen sind nur Millionstel Millimeter groß und klein genug, um in Zellen einzudringen. Angeregt durch Ultraschall-Strahlung werden die in der Zelle befindlichen Partikel in Schwingung gebracht und durch die ausgelöste Vibration die Zellen zerstört werden.

Bislang ist der Einsatz von vielen Halbleiter-Nanoteilchen im menschlichen Körper aufgrund ihrer hohen Toxizität gescheitert. Silizium-Nanopartikel sind nicht-toxisch und biokompatibel. Bislang fehlte aber der Nachweis, ob im Körper Restpartikel verbleiben. Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien (IPHT) konnten ganz aktuell nachweisen, dass Silizium-Nanopartikel biologisch abbaubar sind. Damit eröffnen sich neue Anwendungsfelder in der Medizin – beispielweise in der Therapie und Diagnose von Krebs.

Die Grundlagen für diesen Nachweis sind im Rahmen des Projektes „Nanoscaled Semiconductors as a Key for Future Industry“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), erforscht worden. Die Wissenschaftler vom IPHT haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Moskauer Lomonossov Universität (Russland) Silizium-Nanopartikel entwickelt, die über besonders stabile fluoreszierende Eigenschaften verfügen. Durch diese Eigenschaften konnten die Wissenschaftlern, die in Zellen eingebundene Nanopartikel über einen längeren Zeitraum mit Hilfe von Raman-Mikroskopie und einem hochaufgelöstem fluoreszierenden Mikroskop visualisieren und den Abbau-Prozess genauer untersuchen.

Leibniz-Institut für Photonische Technologien

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen für photonische Verfahren und Systeme höchster Sensitivität, Effizienz und Auflösung. Gemäß dem Motto „Photonics for Life“ entwickeln Wissenschaftler daraus maßgeschneiderte Lösungen für Frage-stellungen aus den Bereichen Lebens- und Umweltwissenschaften sowie Medizin.

Britta Opfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Leibniz-Institut für Photonische Technologien e.V.
Britta Opfer, Tel.: 03641 / 206 033, Fax: 03641 / 206 044, eMail: britta.opfer@ipht-jena.de
06.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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