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DDZ Düsseldorf

Erhöhte Fettverbrennung ruft „Stress“ in der Leber hervor und kann Fettleberentzündung bewirken

„Stress“ in der Leber kann Fettleberentzündung bewirken. © Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
„Stress“ in der Leber kann Fettleberentzündung bewirken. © Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Fettleber ist die häufigste krankhafte Leberveränderung in den westlichen Industrienationen. Zunehmend sind die Ursachen weniger ein übermäßiger Alkoholkonsum, sondern Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Diese nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) stellen in den USA mittlerweile die häufigste Ursache von Leberzirrhose und Leberkrebs dar.

Wissenschaftler aus Düsseldorf zeigen, dass übermäßige Fettverbrennung in der Leber eine Stressreaktion hervorruft, die den Zusammenhang zwischen Übergewicht, Insulinresistenz und Fettlebererkrankungen erklärt. Diese Erkenntnisse liefern neuartige Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung von Fettlebererkrankungen.

Die Fettleber ist die häufigste krankhafte Leberveränderung in den westlichen Industrienationen. Zunehmend sind die Ursachen weniger ein übermäßiger Alkoholkonsum, sondern Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Diese nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) stellen in den USA mittlerweile die häufigste Ursache von Leberzirrhose und Leberkrebs dar.

In dieser Studie wurde erstmals die Funktion der Mitochondrien, der sogenannten Kraftwerke der Zelle, in der Leber von Gesunden und Patienten direkt untersucht. Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), das auch Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD e.V.) ist, haben in Kooperation mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Düsseldorf und des St. Martinus Krankenhauses nun entdeckt, dass stark übergewichtige Patienten mit NAFLD eine deutlich erhöhte Aktivität der Mitochondrien in der Leber aufweisen. Mit dem weiteren Fortschreiten zur Fettleberentzündung (NASH) nehmen die Leistung der Mitochondrien dann ab und der oxidative Stress aber zu.

„In frühen Stadien des Übergewichtes verbrennt die Leber zuerst vermehrt überschüssiges Fett, wird dadurch aber überlastet und die Erkrankung kann fortschreiten. Diese Erkenntnisse werden neue Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung nicht-alkoholischer Fettlebererkrankungen bieten“, erläutert Prof. Roden, Direktor der Univ. Klinik für Endokrinologie und Diabetologie und Vorstand des DDZ. Die Ergebnisse wurden in dem angesehen Fachmagazin Cell Metabolism veröffentlicht.

Mitochondrien und nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)

Mitochondrien regulieren die Verbrennung von Nahrungsstoffen in der Zelle und stellen so der Zelle Energie bereit. NAFLD umfasst nicht nur die Fettleber und NASH, bei der die Leber mehr als fünf Prozent Fett enthält, sondern auch nicht-alkoholische Leberzirrhose und Leberkrebs. Aufgrund anfangs nur geringster Symptomatik wird NAFLD häufig nur zufällig oder erst spät entdeckt. Gewichtsreduktion hilft nur in den Anfangsstadien, für NASH ist jedoch bisher keine Therapie etabliert.

Originalveröffentlichung: Koliaki C, Szendroedi J, Kaul K, Jelenik T, Nowotny P, Jankowiak F, Herder C, Carstensen M, Krausch M, Knoefel WT, Schlensak M, Roden M: Adaptation of Hepatic Mitochondrial Function in Humans with Non-Alcoholic Fatty Liver Is Lost in Steatohepatitis; Cell Metabolism, Volume 21, Issue 5, 2015, Pages 739-746

Weitere Informationen:
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de

Dr. Olaf Spörkel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Diabetes Zentrum
Koliaki C et al.: Adaptation of Hepatic Mitochondrial Function in Humans with Non-Alcoholic Fatty Liver Is Lost in Steatohepatitis.
Deutsches Diabetes Zentrum, Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf, Deutschland, Dr. Olaf Spörkel, Tel.: 0211 / 3382 - 507, Fax: 0211 / 3382 - 292, eMail: olaf.spoerkel@ddz.uni-duesseldorf.de
20.05.2015
22.06.2017, 11:21 | dre
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