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EUROCARE-5

EUROCARE-Gruppe stellt neueste Daten zum Überleben nach Krebs in Europa vor

Europa. © Foto: Lupo / pixelio.de
Europa. © Foto: Lupo / pixelio.de

EUROCARE-5, die größte Studie zum Überleben nach Krebserkrankungen in Europa, in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht. Daten von 10 Millionen Europäern ausgewertet. Überleben nach Krebs hat sich in Europa für Kinder und Erwachsene weiter verbessert. Die Ergebnisse für Deutschland liegen über dem Europäischen Durchschnitt und damit in der Spitzengruppe.

Das Überleben nach einer Krebserkrankung ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Effektivität des Gesundheitssystems. Die EUROCARE Studie ist die größte, bevölkerungsbezogene Studie zum Überleben nach Krebs in Europa. Sie wird vom Wissenschaftlern des ISTITUTO SUPERIORE DI SANITA, Rom, Italien koordiniert. In der Vergangenheit konnten von der Studiengruppe innerhalb Europas bereits deutliche Unterschiede im Überleben nach Krebs identifiziert werden.

In der aktuellen EUROCARE-5-Studie wurden für den Zeitraum 2000-2007 etwa 8,6 Millionen neu an Krebs Erkrankte aus 29 europäischen Ländern eingeschlossen, darunter 750.000 Patientinnen und Patienten aus Deutschland. „Deutschland konnte erstmals mit mehreren Krebsregistern und damit auch deutlich repräsentativer als in der Vergangenheit teilnehmen“, erläutert Prof. Dr. Alexander Katalinic, Vorsitzender der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V., Universität zu Lübeck und Mitglied im Steuerungsgremium der EUROCARE Gruppe. „Die Ergebnisse zeigen für Deutschland eine sehr gute onkologische Versorgungsqualität an, für fast alle Krebsarten ist Deutschland in der Spitzengruppe“.

„Insgesamt hat sich das Überleben nach Krebs in Europa für die meisten Krebsarten deutlich verbessert“, sagt Prof. Dr. Herman Brenner vom deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, einer der Koautoren der Studie. So ist die 5-Jahres-Überlebensrate für Krebserkrankte der Jahre 1991-2001 verglichen mit Erkrankten der Jahre 2005-2007 beispielsweise Darmkrebs von 52% auf 58% oder für das Non Hodgkin Lymphom (eine Form des Lymphdrüsenkrebses) von 54% vs. 60% gestiegen. Das gilt für fast alle Regionen Europas. „Dennoch gibt es weiterhin deutliche regionale Unterschiede“, sagt Dr. Alice Nennecke, deutsche Koautorin der Studie und Sprecherin der GEKID Arbeitsgruppe Überleben. „Auffällig sind die niedrigen Überlebensraten in den osteuropäischen Ländern. Erfreulich ist das gute Abschneiden für Deutschland, wobei diese Daten offen lassen, inwieweit Krebserkrankungen früher diagnostiziert oder bzw. und besser behandelt werden.“

Die gute onkologische Versorgungsqualität in Deutschland ist auch für Krebs bei Kindern festzustellen. In einer zeitgleich veröffentlichten Untersuchung wurden die Ergebnisse zum Überleben von krebskranken Kindern veröffentlicht. Insgesamt wurden in Europa etwa 158.000 Kinder mit Krebs bis zum Jahr 2007 eingeschlossen. Das Deutsche Kinderkrebsregister (www.kinderkrebsregister.de) hat für die Analysen über 13.000 Fälle bereitgestellt. „Die durchschnittliche 5-Jahresüberlebensrate für alle Kinderkrebserkrankungen schwankt in Europa zwischen 70% und 80% und mehr. Deutschland ist hier wieder in der Spitzengruppe. Auch bei Kinderkrebs sind in den osteuropäischen Ländern niedrigere Überlebensraten zu beobachten“, so der Leiter des Deutschen Kinderkrebsregister und Koautor der Studie PD Dr. Peter Kaatsch.

Hintergrund:

In der GEKID e.V. sind alle deutschen epidemiologischen Krebsregister und verschiedene Wissenschaftler vertreten. Die Mitgliedsregister haben ihre Daten für die EUROCARE Studie zur Verfügung gestellt. Die GEKID selbst präsentiert in ihrem Krebsatlas regelmäßig Daten zum Krebsgeschehen in Deutschland. Sie setzten sich insbesondere für die Förderung der bevölkerungsbezogenen Krebsregistrierung und der Krebsforschung ein.

Für Rückfragen zu Ergebnissen in einzelnen Ländern stehen die jeweiligen Landeskrebsregister gerne zur Verfügung, deren Kontaktdaten ebenfalls über die Homepage www.gekid.de erhältlich sind.

Als Ansprechpartner/in stehen zur Verfügung:

Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Deutsches Krebsforschungszentrum, 06221-42 13 00
h.brenner@Dkfz-Heidelberg.de

PD Dr. Peter Kaatsch,
Deutsches Kinderkrebsregister an der Universitätsmedizin Mainz, Tel. 06131 17-3111, peter.kaatsch@unimedizin-mainz.de

Prof. Dr. Alexander Katalinic,
Universität zu Lübeck, Tel.: 0451 5005440,
alexander.katalinic@uksh.de

Dr. Alice Nennecke,
Hamburgisches Krebsregister, Tel.: 040 428 37-2409,
alice.nennecke@bgv.hamburg.de

Rüdiger Labahn, Informations- und Pressestelle, Universität zu Lübeck
Prof. Dr. Alexander Katalinic, Universität zu Lübeck, Tel.: 0451 / 5005440, eMail: alexander.katalinic@uksh.de
05.12.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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