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  • Thomas Schönemann

Erlangen-Nürnberg

FAU-Forscher bestimmen Rückfallrisiko für Krebspatienten auf neue Art

Melanom. © Foto: Unbekannter Fotograf [Public domain], National Cancer Institute, via Wikimedia Commons
Melanom. © Foto: Unbekannter Fotograf [Public domain], National Cancer Institute, via Wikimedia Commons

Wie wahrscheinlich ist es, dass Patienten wieder an Krebs erkranken, nachdem ihnen der Tumor entfernt wurde? Mit dieser Frage beschäftigen sich Mediziner und Medizininformatiker an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Rahmen des neuen Forschungsprojekts „MelEVIR – Melanoma, Extracellular Vesicles and Immune Response“ und erforschen dabei Mikrometastasen, die zum Beispiel noch Jahre nach einer erfolgreichen Hautkrebstherapie neue Tumoren bilden können.

Nach der erfolgreichen operativen Entfernung eines Tumors kann der Krebs noch Jahre später wieder auftreten. Das individuelle Risiko für einen Rückfall ist sehr unterschiedlich und rückt deshalb immer stärker in den Fokus der behandelnden Ärzte. Ein Hauptziel ist die Erkennung von sogenannten Mikrometastasen, die nach der Operation im Patienten verbleiben und mit den aktuellen Diagnosetechniken nicht aufzufinden sind. Bestimmte Biomoleküle im Blut, die auf einen Tumor hindeuten können – so genannte Tumormarker – sind aufgrund der geringen Größe der Mikrometastasen einfach zu niedrig konzentriert, um sie nachweisen zu können. So bleiben die bösartigen Zellhaufen jahrelang unentdeckt, bevor sie zu wachsen beginnen und mitunter in kurzer Zeit eine gefährliche Größe erreichen.

Die Erlanger Forscher wollen nun nach neuen Wegen suchen, die winzigen Krebsgeschwüre aufzuspüren. Ihr Ansatz: Im Blut von Hautkrebspatienten, die nach einer Tumoroperation weiterhin als Risikopatienten eingestuft wurden, haben sie eine hohe Konzentration sogenannter extrazellulärer Vesikel gefunden. Vesikel sind sehr kleine Tröpfchen, die von einer Membran umhüllt sind und von Zellen ins umliegende Gewebe abgegeben werden. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Vesikel entstehen, wenn Immunzellen gegen Tumorzellen kämpfen. Schon in kleinen Mengen – und damit in einem frühen Stadium des Tumorwachstums – sind Vesikel im Blut nachweisbar. Deshalb wollen die Forscher nun Methoden entwickeln, um Vesikel genauer zu charakterisieren und ihre Zahl zu messen und so das individuelle Risiko der Patienten zu bestimmen, wieder an Krebs zu erkranken.

Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Julio Vera González (in Englisch)
Tel.: 09131 / 85-45876
eMail: julio.vera-gonzalez@uk-erlangen.de

Prof. Dr. Andreas Baur
Tel.: 09131 / 85-39534
eMail: andreas.baur@uk-erlangen.de

Dr. Susanne Langer, Kommunikation und Presse, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Susanne Langer, eMail: susanne.langer@fau.de
07.06.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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