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Universität des Saarlandes

Forscher der Saar-Uni weisen nach, wie eine Fettleber entsteht

Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine Fettleber. Die weißen "Flecken" sind sozusagen die Fetttröpfchen im Gewebe. © Foto: AG Kiemer/Saar-Uni
Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine Fettleber. Die weißen "Flecken" sind sozusagen die Fetttröpfchen im Gewebe. © Foto: AG Kiemer/Saar-Uni

Lebererkrankungen sind seit Jahren auf dem Vormarsch. Dabei schadet nicht nur ein Zuviel an Alkohol der Leber, sondern offenbar auch eine falsche Ernährung. „Schätzungen gehen davon aus, dass sechs bis 33 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern an einer nicht-alkoholischen Fettleber leiden“, erklärt Alexandra Kiemer, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes. Aus dieser Form kann sich schleichend eine entzündliche Fettleber entwickelt. Sie kann im Laufe der Zeit zu einer Zirrhose und letztlich zu Leberkrebs führen.

Pharmazeuten der Saar-Uni um Professorin Alexandra Kiemer haben in einer Studie gezeigt, wie es zu einer Fettleber kommt. Verantwortlich für den molekularbiologischen Mechanismus ist ein Protein, das p62. Es veranlasst ein bestimmtes Enzym, mehr Fett in der Leber zu bilden und einzulagern. Gleichzeitig sorgt es auch dafür, dass die Leberzellen mehr von diesem Enzym produzieren. Die Ergebnisse der Forscher könnten dazu beitragen, Therapien zu entwickeln, um Entzündungsprozessen in der Leber vorzubeugen oder diese zu behandeln. Die Studie wurde nun in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Lipid Research“ veröffentlicht.

Lebererkrankungen sind seit Jahren auf dem Vormarsch. Dabei schadet nicht nur ein Zuviel an Alkohol der Leber, sondern offenbar auch eine falsche Ernährung. „Schätzungen gehen davon aus, dass sechs bis 33 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern an einer nicht-alkoholischen Fettleber leiden“, erklärt Alexandra Kiemer, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes. Aus dieser Form kann sich schleichend eine entzündliche Fettleber entwickelt. Sie kann im Laufe der Zeit zu einer Zirrhose und letztlich zu Leberkrebs führen. Die Krankheit bleibt meist lange unentdeckt, erst im fortgeschrittenen Stadium machen sich Symptome bemerkbar. In der Regel sind mehr Männer als Frauen betroffen.

In einer aktuellen Studie haben die Saarbrücker Pharmazeuten um Kiemer untersucht, welche molekularbiologischen Prozesse zu einer entzündeten Fettleber führen. Dafür haben sie in menschlichen Leberzellen ein Protein, das p62, genau unter die Lupe genommen. „Dieses Molekül wurde erstmals 1999 bei einem Patienten mit Leberkrebs entdeckt“, sagt die Professorin. „Normalerweise kommt es nur in der Leber von Föten während der Entwicklung vor. Welche Funktion es hat, war lange unklar.“ In einer vorangegangenen Arbeit haben die Wissenschaftler der Saar-Uni bereits gezeigt, dass p62 an der Bildung einer Fettleber beteiligt ist. Nun sind sie der Frage nachgegangen, wie genau das Protein an dieser gesteigerten Fetteinlagerung beteiligt ist.

In der Leber liegt Fett in Form von gebundenen kurzen oder langen Fettsäure-Molekülen vor. Verantwortlich für die Länge der Fettsäuren ist ein bestimmtes Enzym, das die Moleküle verlängert. Erstmals konnten Kiemer und ihr Team nachweisen, dass p62 dafür sorgt, dass deutlich mehr Enzym gebildet wird und dadurch mehr Fettsäuren verlängert werden. So lagert sich wiederum mehr Fett in der Leber ein, wodurch Entzündungsprozesse gefördert werden.

Die Ergebnisse der Forscher zeigen zum ersten Mal, welche molekularbiologischen Prozesse bei der Entstehung der Fettleber ablaufen. Die so gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, therapeutische Verfahren zu entwickeln, die eine Entzündung der Leber unterbinden oder aufhalten.

Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Lipid Research veröffentlicht:
Laggai S, Kessler SM, Boettcher S, Lebrun V, Gemperlein K, Lederer E, Leclercq IA, Mueller R, Hartmann RW, Haybaeck J, Kiemer AK: The IGF2 mRNA binding protein p62/IGF2BP2-2 induces fatty acid elongation as a critical feature of steatosis.
DOI: 10.1194/jlr.M045500

Melanie Löw, Pressestelle der Universität des Saarlandes, Universität des Saarlandes
Laggai S et al.: The IGF2 mRNA binding protein p62/IGF2BP2-2 induces fatty acid elongation as a critical feature of steatosis
Prof. Dr. Alexandra Kiemer, Pharmazeutische Biologie, Tel.: 0681 / 302-57311 oder -57322, eMail: pharm.bio.kiemer@mx.uni-saarland de
11.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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