• Forschung [+]
  • Thomas Schönemann

Nationale Kohorte

Freiburg ist ein Standort der größten Gesundheitsstudie Deutschlands

Leider wurde er noch nicht angeschrieben, um an der Studie teilzunehmen - für ein Foto nahm der Oberbürgermeister Freiburgs, Dr. Dieter Salomon, aber gerne auf dem Sattel des Patientenfahrrads Platz. © Foto: Universitätsklinikum Freiburg
Leider wurde er noch nicht angeschrieben, um an der Studie teilzunehmen - für ein Foto nahm der Oberbürgermeister Freiburgs, Dr. Dieter Salomon, aber gerne auf dem Sattel des Patientenfahrrads Platz. © Foto: Universitätsklinikum Freiburg

"Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft" – das ist das Motto der Nationalen Kohorte (NAKO). Ziel ist es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Dazu gehören unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen. Ab sofort erhalten die ersten Bürgerinnen und Bürger aus Freiburg und der Region ihre Einladung zur Teilnahme.

Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden bundesweit 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren in Deutschland wiederholt medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten sowie ihrem sozialen Umfeld befragt.

„Die NAKO befasst sich intensiv mit der Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank“, sagt Prof. Dr. Dr. Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg und Leiterin der Nationalen Kohorte am Standort Freiburg. Die Wissenschaftler der NAKO wollen ermitteln, wie man Krankheiten früher erkennen oder ganz vermeiden kann. Auch im Studienzentrum in Freiburg nimmt die NAKO Fahrt auf. In den nächsten Tagen und Wochen erhalten die ersten – mit Hilfe der Einwohnermeldeämter zufällig ausgewählten – Bürgerinnen und Bürger aus Freiburg und der Region Emmendingen eine Einladung zur Teilnahme an der Studie. Insgesamt werden etwa 20.000 Menschen in Freiburg und etwa 14.000 im Landkreis Emmendingen angeschrieben. Die Wahrscheinlichkeit, zur Teilnahme an der Studie eingeladen zu werden, liegt für die Freiburger und Emmendinger Bürgerinnen und Bürger bei etwa 15 Prozent. In der Altersgruppe der 50 bis 69-Jährigen wird sogar jeder vierte Freiburger in den kommenden Jahren eine Einladung zur Teilnahme erhalten.

Der Oberbürgermeister Freiburgs, Dr. Dieter Salomon, appelliert, sich an der Studie zu beteiligen: „Ich bin stolz, dass wir hier in Freiburg und der Region an einer solch wichtigen und zukunftsträchtigen Studie teilnehmen können. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, die eine Aufforderung zur Teilnahme bekommen, bei der Studie mitzumachen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Forschung zum Mitmachen.“

Und auch von prominenter wissenschaftlicher Seite kommt Unterstützung für die Studie: „Die Nationale Kohorte ist sicherlich besonders geeignet, die Gesundheit in Deutschland und in der Region Freiburg zu verbessern. Sehr gerne unterstütze ich diese Initiative“, sagt der Nobelpreisträger für Medizin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, der mehrere Jahre am Universitätsklinikum Freiburg tätig war.
So läuft die Untersuchung ab

Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen zweieinhalb und vier Stunden und beinhaltet neben den Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen auch medizinische Untersuchungen. So werden zum Beispiel Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und die Lungenfunktion gemessen. Im Labor werden Blut- und Cholesterinwerte ermittelt. Über die Untersuchungsergebnisse werden die Teilnehmer, wenn gewünscht, informiert. Nach vier Jahren erfolgt eine zweite Untersuchung.

„Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voran zu bringen, so dass wir langfristig eine bessere Gesundheitssituation in Deutschland haben werden. Auch wir, die Einwohner von Freiburg, werden von den Forschungsergebnissen direkt profitieren“, sagt Prof. Dr. Dr. Karin Michels.

Das Universitätsklinikum Freiburg und die Universität Freiburg unterstützen die Nationale Kohorte finanziell und personell. Am Universitätsklinikum Freiburg ist neben dem Institut für Prävention und Tumorepidemiologie auch das Studienzentrum des Klinikums an dem Forschungsprojekt beteiligt. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir uns als Ort der universitären Spitzenmedizin an einer so wichtigen Studie beteiligen“, sagt Prof. Dr. J. Rüdiger Siewert, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg.

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Bundesweit werden im Verlauf der nächsten Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Mithilfe der gesammelten medizinischen Daten, Bioproben und Befragungsangaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen genauer erforscht. Langfristig versprechen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind oder unser Lebensstil? Welche Rolle spielen soziale Faktoren? Und welche Rolle spielen unsere Gene? Wie können wir uns vor diesen Krankheiten am besten schützen? Wie können diese Krank heiten frühzeitig erkannt werden? Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Karin Michels
Direktorin
Institut für Prävention und Tumorepidemiologie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-77360
tumorepidemiologie@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen:
http://www.nationale-kohorte.de

Inga Schneider, Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Universitätsklinikum Freiburg
Inga Schneider, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0761 / 270 - 20060, eMail: inga.schneider@uniklinik-freiburg.de
09.10.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
Zurück