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PSA-Test und Therapien auf dem Prüfstand

Großstudien für den Kampf gegen Prostatakrebs

Senior beim Langlauf. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Senior beim Langlauf. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Etwa 70.000 Männer in Deutschland werden im Jahr 2014 die Diagnose Prostatakrebs erhalten – rund 2.400 mehr als noch 2013. „Innovative und wissenschaftlich gesicherte Früherkennungsmethoden und Therapien sind unabdingbar, um dieser Entwicklung zu begegnen“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, anlässlich einer Pressekonferenz heute am Samstag, den 22. Februar 2014, auf dem Deutschen Krebskongress 2014.

Die gemeinnützige Organisation finanziert derzeit gleich zwei urologische Großprojekte: Im Rahmen der PREFERE-Studie soll die Frage nach der individuell besten Therapie beantwortet werden. Die PROBASE-Studie untersucht den Stellenwert des PSA-Screenings bei der Prostatakrebsfrüherkennung. „Mit diesen Studien widmen wir uns den am meisten diskutierten Themen der urologischen Onkologie“, so Nettekoven weiter.

Derzeit müssen sich Betroffene, bei denen Prostatakrebs im frühen Stadium diagnostiziert wurde, noch zwischen den vier gängigen Behandlungsoptionen entscheiden: das operative Entfernen der Prostata, eine Strahlenbehandlung, die sogenannte Brachytherapie – hier werden winzig kleine Kapseln dauerhaft in die Prostata implantiert und bestrahlen den Tumor von innen – und die Aktive Überwachung.

„Wir werden im Rahmen der PREFERE-Studie erstmals diese Therapiestrategien miteinander vergleichen und untersuchen, ob die Methoden vergleichbar gut sind oder eine Therapie der anderen überlegen ist“, erklärt Professor Dr. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg. Der Mediziner leitet die Studie zusammen mit Professor Dr. Thomas Wiegel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm. „Unser Ziel ist es, in Zukunft wirkliche Entscheidungssicherheit für die betroffenen Patienten und ihre behandelnden Ärzte für die optimale individuelle Therapie zu schaffen“, so Stöckle weiter.

Ein erstes Ergebnis können die Studienleiter schon vorweisen: „Wenn sich der Patient für die Teilnahme entscheidet, wird seine Gewebeprobe durch einen besonders erfahrenen Pathologen nochmals beurteilt, um die exakte Diagnose zu sichern. Bei jedem fünften Patienten fanden wir Abweichungen gegenüber dem Erstbefund“, erläutert Wiegel. „Diese Unterschiede können sich durchaus auf die Therapieplanung auswirken, da dieser Befund über die Möglichkeit einer aktiven Überwachung beziehungsweise die Form einer aktiven Therapie entscheidet.“

„Ziel der jetzt gestarteten PROBASE-Studie ist eine Optimierung des Prostatakrebs-Screenings mithilfe eines sogenannten Basis- PSA-Werts“, erläutert der Studienleiter Professor Dr. Peter Albers, Direktor der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf. „Wir untersuchen, ob in Abhängigkeit von der Höhe eines einmalig bestimmten PSA-Werts ein risikoadaptiertes Vorgehen bei der Prostatakrebs-Vorsorge möglich ist.“

Die Wissenschaftler wollen erstmalig das optimale Alter für die Bestimmung eines ersten Basis- PSA-Wertes und die genauen Intervalle weiterer Untersuchungen feststellen. Zukünftig soll ein spezielles, risikoadaptiertes PSA-Screening Männer, die ein hohes Risiko haben, in späteren Lebensjahren an Prostatakrebs zu erkranken, herausfiltern. Die Betroffenen können dann engmaschig überwacht werden.

Beide Projekte erfordern aufgrund ihrer langen Laufzeit einen gesicherten finanziellen Rückhalt über viele Jahre. Die PREFERE-Studie wird mit insgesamt fast 25 Millionen Euro finanziert – knapp 13,5 Millionen Euro werden von der gemeinnützigen Organisation übernommen und mit rund 11,5 Millionen Euro beteiligen sich die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen an der Studienfinanzierung. Für die PROBASE-Studie stellt die Deutsche Krebshilfe 4,7 Millionen Euro bereit.

„Mit diesen beiden Großprojekten reagieren wir auf die alarmierenden Neuerkrankungszahlen bei Prostatakrebs“, betont Nettekoven. „Langfristig sollen viele Menschen von dieser Investition profitieren – das ist unser Ziel.“

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.probase.de, www.prefere.de und www.krebshilfe.de

Der Deutsche Krebskongress 2014
Der 31. Deutsche Krebskongress findet vom 19. bis 22. Februar 2014 in Berlin statt. Unter dem Motto „iKON – Intelligente Konzepte in der Onkologie“ informieren sich rund 10.000 Experten über die jüngsten wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Entwicklungen und diskutieren ihre Aufgaben von heute und morgen. Der größte und wichtigste deutschsprachige Kongress zur Krebsdiagnostik und -therapie wird 2014 erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe gemeinsam ausgerichtet. www.dkk2014.de

Die Ausrichter und Kongresspartner – starke Partner im Kampf gegen Krebs
Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) – eine Nachfolgeorganisation des 1900 gegrün¬deten „Comité für Krebssammelforschung“ – vernetzt 16 Landeskrebsgesellschaften, über 7.100 Krebsexperten aus allen Fachgebieten sowie 34 Fördermitglieder und ist damit die größte wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Die DKG engagiert sich für eine Krebsversorgung auf Basis von evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und konsequenten Qualitätsstandards. www.krebsgesellschaft.de

Die Deutsche Krebshilfe e. V. (DKH) wurde am 25. September 1974 von Dr. Mildred Scheel gegründet. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ fördert die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung, einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Die Deutsche Krebshilfe ist der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. www.krebshilfe.de

Pressematerialien zu den Haupt-Pressekonferenzen des DKK 2014
Christiana Tschoepe, Pressestelle DKH, Tel.: 02 28 / 7 29 90-273, eMail: tschoepe@krebshilfe.de
22.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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