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  • Thomas Schönemann

Biotechnologie

Humane Antikörper in vitro herstellen

Französische Flagge am Arc de Triomphe. © Foto: CherryX per Wikimedia Commons [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Französische Flagge am Arc de Triomphe. © Foto: CherryX per Wikimedia Commons [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Während körpereigene Antikörper zahlreiche Viren und Bakterien wirkungsvoll erkennen und zerstören können und so leichtere Erkrankungen wie Grippe oder Erkältungen aus eigener Kraft bekämpfen, sind sie gegen schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs machtlos. Aus diesem Grund werden zusätzlich künstliche Antikörper produziert, (meist aus Mausmodellen und nur selten aus humanen Sequenzen) auf die der Patient bisweilen mit Unverträglichkeit reagiert. Vollständig humane Antikörper könnten diese Nebenwirkungen einschränken.

Antikörpertherapien werden häufig gegen Krebs, Entzündungs- und Infektionskrankheiten angewendet. Antikörper reagieren spezifisch auf bestimmte Erreger (z.B. Krebszellen oder infektiöse Mikroorganismen), die sie direkt oder mithilfe des Immunsystems des Patienten neutralisieren. Das menschliche Immunsystem bildet Antikörper gegen viele Erkrankungen. Während die Antikörper zahlreiche Viren und Bakterien wirkungsvoll erkennen und zerstören können und so leichtere Erkrankungen wie Grippe oder Erkältungen aus eigener Kraft bekämpfen, sind sie gegen schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs machtlos.

Aus diesem Grund werden zusätzlich künstliche Antikörper produziert, (meist aus Mausmodellen und nur selten aus humanen Sequenzen) auf die der Patient bisweilen mit Unverträglichkeit reagiert. Vollständig humane Antikörper könnten diese Nebenwirkungen einschränken.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Die meisten Strategien beruhen auf der Immunisierung von humanisierten Mausmodellen. Eine andere Methode, auf die sich die Forscher des CEA-IBITECS [1] gestützt haben und für die keine Tiermodelle notwendig sind, ist die Immunisierung von Blutzellen in vitro. Die Forscher haben eine verbesserte Technik zur Produktion von humanen Antikörpern aus Blutzellen in vitro zum Patent eingereicht. Diese Technik nutzt ein Fusionsprotein, das sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: einem Antigen (aus einem infektiösen Organismus oder einer Krebszelle) und zwei Proteinen, die die Immunantwort auslösen.

Die Immunantwort wird im Reagenzglas durch die Kultur von Blutzellen eines gesunden Spenders mit dem Fusionsprotein ausgelöst. Das Fusionsprotein aktiviert die B-Zellen, die dann die gewünschten Antikörper (gezielt wirkendes Immunglobulin G) produzieren.
In einem nächsten Schritt wollen die Forscher einen Weg finden, um die einzelnen B-Zellen zu isolieren und so Antikörper in größeren Mengen produzieren zu können.

[1] Institut für Biologie und Technologien in Sacley der Behörde für Atomenergie und alternative Energien

Weitere Informationen:
Patentanmeldung (auf Französisch): http://sobjprd.questel.fr/sobj/servlet/get_pds/FR2998579A1.pdf?userid=QPTXGE63&a...

Quelle: "Thérapies ciblées : un brevet pour fabriquer in vitro des anticorps pleinement humains", Pressemitteilung der CEA, 09.04.2015 – http://portail.cea.fr/actualites-scientifiques/pages/sante-sciences-du-vivant/th...

Marie de Chalup, Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland
Thérapies ciblées : un brevet pour fabriquer in vitro des anticorps pleinement humains.
Marie de Chalup, Tel.: 030 / 59 00 39 262, Fax: 030 / 59 00 39 265, eMail: marie.de-chalup@diplomatie.gouv.fr / Redakteurin: Rébecca Grojsman, eMail: rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr
23.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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