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  • Thomas Schönemann

Brustkrebs & Sozialer Hintergrund

450 Brustkrebstote in UK aufgrund sozialem Hintergrundes

Tower Bridge. © Foto: Tibor Handke / pixelio.de
Tower Bridge. © Foto: Tibor Handke / pixelio.de

Ein schwacher sozialer Hintergrund könnte jedes Jahr für etwa 450 Brustkrebstote in England verantwortlich sein, da bei Frauen aus geringeren Einkommensgruppen die Erkrankung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erst dann diagnostiziert wird, wenn der Krebs schon weiter fortgeschritten und die Behandlung weniger effektiv ist.

Forschungsergebnisse, die heute auf der Krebskonferenz des National Cancer Research Institute (NCRI) in Liverpool vorgestellt wurden, untersuchten den Einfluss, den der sozioökonomische Hintergrund auf das Stadium hat, in dem Frauen mit Brustkrebs diagnostiziert werden und wie viele Leben durch eine spätere Entdeckung verloren gehen.

Die Forscher von den Universitäten von Leicester und Cambridge untersuchten das Brustkrebsstadium (bei Entdeckung der Erkrankung) von über 20.000 Frauen aus dem Zeitraum von 2006 bis 2010, basierend auf Daten des englischen National Cancer Registration Service (Public Health England). Dann kalkulierten Sie, wie viele Leben innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose gerettet hätten werden können, wenn die Stadien der Erkrankung aller Gruppen mit schwachem Einkommen, bei der Entdeckung denen entsprochen hätten, die Frauen aus den wohlhabenderen Einkommensgruppen aufwiesen.

Die Studie schätzt, dass in Ostengland jedes Jahr 40 Leben gerettet werden könnten, sofern diese sozioökonomischen Differenzen ausgeräumt werden könnten. Dies entspräche - hochgerechnet - etwa 450 Frauen im gesamten England jährlich.

Dr. Gary Abel, Statistiker an der Universität von Cambridge und Studienautor sagte: "Diese vermeidbaren Todesfälle sind nicht auf unterschiedliches Ansprechen auf die Behandlung oder den Brustkrebs-Typ zurück zu führen. Sie sind vielmehr Todesfälle, die verhindert werden könnten, wenn der Krebs bei Frauen aus schwachen Einkommensgruppen genauso früh erkannt würde, wie bei denen aus wohlhabenderen Schichten."

"Der Grund für diese Ungleichheit mag eine Kombination sein aus einem geringeren Wissen um die Brustkrebssymptome und einer größeren Zurückhaltung bei diesen Frauen, bei Beschwerden ihren Arzt aufzusuchen“, so Dr. Abel weiter.

Dr. Julie Sharp, Leiterin der Gesundheitsinformation bei Cancer Research UK, sagte: "Andere Untersuchungen zeigten, dass Frauen aus einkommensschwächeren Schichten eher beschämt sind oder sich beunruhigt fühlen, wenn sie ihren Arzt aufsuchen sollen. Es ist aber wichtig, diesen Schritt sofort zu gehen, denn dies kann den Unterschied machen. Alle Frauen sollten sich bewusst sein, wie ihre Brüste normalerweise aussehen und sich anfühlen. Denn, wie wir wissen ist eine frühe Diagnose einer der wichtigsten Faktoren dafür, ob eine Brustkrebsbehandlung effektiv ist oder nicht.“

Pressemitteilung Cancer Research UK
http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/news/archive/pressrelease/2013-11-01-Deprivation-responsible-for-450-breast-cancer-deaths-each-year?rss=true
Cancer Research UK, National office, Cancer Research UK Angel Building, 407 St John Street, London EC1V 4AD, Tel.: (Supporter Services) 0300 123 1022, Tel:: (Switchboard) 020 7242 0200, Fax: 020 3469 6400
02.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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