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  • Thomas Schönemann

New Haven

Immuntherapie macht Tumore angreifbar

Pillen: Forschung macht Krebspatienten Hoffnung. © Foto: knipseline / pixelio.de
Pillen: Forschung macht Krebspatienten Hoffnung. © Foto: knipseline / pixelio.de

Ein neues Medikament, das eine ganze Reihe von Krebserkrankungen für das Immunsystem des Körpers angreifbarer macht, hat bei Blasenkrebs sehr gute Ergebnisse erzielt. Im Rahmen einer internationalen Studie unter der der Leitung des Yale Cancer Centre konnten einige Patienten sogar geheilt werden.

Tumore umgehen das Immunsystem unter anderem mit Hilfe des Proteins PD-L1, das normalerweise hilft, Autoimmunerkrankungen zu verhindern. Für die aktuelle Studie testeten die Forscher ein Roche-Präparat, das PD-L1 blockiert, an 68 Personen mit fortgeschrittenem Blasenkrebs. Diese hatten bereits eine Chemotherapie hinter sich. Ihre Lebenserwartung lag bei sechs bis acht Monaten. Bei mehr als der Hälfte der Patienten, deren Tumore PD-L1 zur Umgehung des Immunsystems einsetzten, kam es zu einer Verbesserung des Zustandes. Bei zwei Patienten konnte nach der Behandlung kein Krebs mehr nachgewiesen werden. Einer von zehn reagierte auf den neuen Ansatz, obwohl PD-L1 nicht im Tumor vorhanden war.

Roche-Präparat blockiert PD-L1

Laut Tom Powles vom Barts Cancer Institute, einem der Autoren der Studie, hat es in den vergangenen 30 Jahren keine neuen Medikamente gegen Blasenkrebs gegeben. Das Medikament hat in den USA den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten und könnte für Patienten bereits Ende 2015 zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass weitere Studien zu den gleichen Ergebnissen kommen. Für einen Einsatz in Europa wären jedoch viel größere randomisierte klinische Studien erforderlich.

Optimaler Einsatz im Mittelpunkt

Dem leitenden Forscher Roy Herbst nach ist mit dem Mittel ein neues Paradigma für die Krebstherapie gefunden. "Eine Immuntherapie gegen Krebs ermöglicht neben Chemotherapie, Strahlentherapie und Chirurgie neue Ansätze. Die Herausforderung besteht jetzt darin herauszufinden, wie ein optimaler Einsatz gewährleistet werden kann." Die Studie konzentrierte sich auf das Umfeld des Tumors und seine Immunzellen. Ziel war es vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung ansprechen würden. Die Erhebung wurde vom britischen National Health Service http://nhs.uk finanziert und erhielt kein Geld vom Hersteller.

Bereits im Juni wurden Studienergebnisse veröffentlicht, bei denen ein ähnlicher Behandlungsansatz bei fortgeschrittenem Hautkrebs ebenfalls erfolgreich getestet worden war. Von den 411 Patienten, die das Medikament Pembrolizumab erhalten hatten, überlebten 69 Prozent zumindest ein Jahr. Eine weitere Studie unter der Leitung der Yale University zeigte, dass Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, Melanomen, Nierenzellkarzinomen und anderen Krebsarten ebenfalls auf das Medikament ansprachen.

Pressetext.Redaktion / pte20141128021
Michaela Monschein, Tel.: +43-1-81140-300, eMail: monschein@pressetext.com
28.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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