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  • Thomas Schönemann

Künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung kein Risiko für Krebs im Kindesalter

Halt doch meinen Hut fest. © Foto: Detlev Müller / pixelio.de
Halt doch meinen Hut fest. © Foto: Detlev Müller / pixelio.de

Kinder, die durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder vergleichbare Methoden der künstlichen Befruchtung empfangen wurden, haben kein erhöhtes Gesamtrisiko, im Kindesalter an Krebs zu erkranken, wie eine Studie von Cancer Research UK, die am vergangenen Mittwoch im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, feststellte.

Die Studie untersuchte Daten von rund 106.000 Geburten nach einer IVF oder anderen unterstützten Empfängnismethoden in Britannien über einen Zeitraum von 18 Jahren (1992-2008). Sie verglich diese Daten mit den Informationen über Krebserkrankungen bis zu einem Alter der Kinder von 15 Jahren. Die Daten stammten von der Human Fertilisation and Embryology Authority (1) und der National Registry of Childhood Tumours (2).

Die Krebsraten von IVF-Babys und allen anderen Kindern waren dabei auffallend gleich. Bei 108 IVF-Kindern wurde eine Krebserkrankung im Kindesalter diagnostiziert, verglichen mit den erwarteten 110 Kindern, bei einem angenommenen gleichen Risiko wie die Allgemeinbevölkerung in UK in der selben Altersgruppe im selben Zeitraum.

Die Forscher fanden keine Verbindung zwischen künstlicher Befruchtung und einem erhöhten Krebsrisiko für die häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern, wie z.B. Leukämie, Neuroblastom oder Retinoblastom. Sie fanden aber ein leicht erhöhtes Risiko für zwei seltenere Krebserkrankungen im Kindesalter, welche die Leber bzw. die Knochen (Rhabdomyosarkom) betreffen. Es gab nur eine geringe Anzahl von Fällen. Deshalb war es den Studienautoren nicht möglich, final zu bestätigen, ob dieses erhöhte Risiko Zufall war, auf die IVF oder auf andere Faktoren, wie z.B. ein geringes Geburtsgewicht zurückzuführen war.

Jedes Jahr kommen in UK etwa 2% aller Babys nach einer IVGF zur Welt (3). Dr. Alastair Sutcliffe, Studienautor vom University Collge London Hospital sagte hierzu: „Unsere Erkenntnisse legen nahe, dass Kinder, die mit einer IVF-Technik gezeugt wurden im Vergleich zu natürlich gezeugten Kindern, kein erhöhtes Risiko haben, in ihrer Kindheit an Krebs zu erkranken.

Originalpublikation
Williams, C et al. Cancer Risk among Children Born after Assisted Conception (2013) The New England Journal of Medicine, doi:10.1056/NEJMoa1301675.

(1) Die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), deutsch: Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie, ist die Regulierungs- und Überwachungsbehörde für alle Kliniken in Großbritannien, welche künstliche Befruchtungen (In-vitro-Fertilisation) oder Inseminationen durchführen, sowie für alle Samen-, Eizellen- bzw. Embryo-Banken des Landes. Quelle: Wikipedia

(2) Die Childhood Cancer Research Group (CCRG) ist Teil der Kinderheilkunde an der Universität von Oxford in England. Sie unterhält mit dem National Registry of Childhood Tumours (NRCT), das weltweit größte Register für Krebs im Kindesalter. Quelle: Wikipedia

(3) Statistische Daten von http://www.hfea.gov.uk/104.html

Pressemitteilung Cancer Research UK
http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/news/archive/pressrelease/2013-11-06-IVF-conception-not-linked-to-increased-childhood-cancer-risk?view=rss
ancer Research UK, National office, Cancer Research UK Angel Building, 407 St John Street, London EC1V 4AD, Tel.: (Supporter Services) 0300 123 1022, Tel:: (Switchboard) 020 7242 0200, Fax: 020 3469 6400
06.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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