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  • Thomas Schönemann

Universität Zürich

Mit Killerzellen Viren und Krebs bekämpfen

Eingang zum Hauptgebäude der Universität Zürich. © Foto: Universität Zürich; Frank Brüderli
Eingang zum Hauptgebäude der Universität Zürich. © Foto: Universität Zürich; Frank Brüderli

Epstein-Barr-Viren können das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen und sind an der Entstehung verschiedener Arten von Lymphdrüsenkrebs beteiligt. Wissenschaftler des Forschungszentrums für das Kind (FZK) am Kinderspital Zürich und der Universität Zürich haben jetzt eine bestimmte Gruppe der angeborenen natürlichen Killerzellen identifiziert, welche die mit diesen Viren infizierten Zellen sowie die dadurch erzeugten Krebszellen tötet. Somit könnte diese Gruppe natürlicher Killerzellen als effiziente Therapie für die Behandlung von Lymphdrüsenkrebs genutzt werden.

Die natürlichen Killerzellen gehören zu den schnellen Helfern des angeborenen Immunsystems des Menschen – sie töten krankhaft veränderte und körperfremde Zellen ohne vorherige Stimulation. Die Zürcher Forschenden haben nun mit internationalen Kollegen herausgefunden, dass eine bestimmte Gruppe der natürlichen Killerzellen mit dem Epstein-Barr-Virus infizierte Zellen tötet. Wer sich mit diesem Herpes-Virus infiziert, kann am Pfeifferschen Drüsenfieber erkranken und trägt das Risiko, später an einem bösartigen Tumor des Lymphsystems, dem Hodgkin-Lymphom, zu erkranken. «Da dieser Lymphdrüsenkrebs bis zu 20-mal häufiger nach dem Pfeifferschen Drüsenfieber auftritt, ist das aktuelle Forschungsresultat von grösster Bedeutung», erklärt der Infektiologe David Nadal.

Die von den Forschenden identifizierte Gruppe natürlicher Killerzellen findet sich vorwiegend bei Kindern unter fünf Jahren und nur sehr beschränkt bei Kindern älter als fünf Jahre, Adoleszenten und Erwachsenen, also jener Altersgruppe, die das Pfeiffersche Drüsenfieber entwickeln kann. Da natürliche Killerzellen auch Krebszellen töten, könnte das Fehlen oder eine zu kleine Menge dieser spezifischen Killerzellen die Entstehung des Hodgkin Lymphoms nach einer Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber zulassen. Andererseits könnten die natürlichen Killerzellen zur effizienteren Therapie dieser Art von Lymphdrüsenkrebs genutzt werden. «Dies würde bedeuten, dass man diese natürlichen Killerzellen künstlich initiieren würde, um den Tumor des Lymphsystems zu bekämpfen», erklärt David Nadal den Ansatz für die Krebstherapie.

Literatur:
Tarik Azzi, Anna Lünemann, Anita Murer, Seigo Ueda, Vivien Béziat, Karl-Johan Malmberg, Georg Staubli, Claudine Gysin, Christoph Berger, Christian Münz, Obinna Chijioke, David Nadal, Tarik Azzi, Anna Lünemann, Anita Murer, Seigo Ueda, Vivien Béziat, Karl-Johan Malmberg, Georg Staubli, Claudine Gysin, Christoph Berger, Christian Münz, Obinna Chijioke & David Nadal. Role for early-differentiated natural killer cells in infectious mononucleosis. Blood. September 11, 2014. doi.org/10.1182/blood-2014-01-553024

Nathalie Huber, Kommunikation, Universität Zürich
Tarik Azzi et al.: Role for early-differentiated natural killer cells in infectious mononucleosis.
Prof. David Nadal, Leiter Infektiologie und Direktor Forschungszentrum für das Kind (FZK) am Kinderspital Zürich, Tel.: +41 44 266 72 50, eMail: david.nadal@kispi.uzh.ch
11.09.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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