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  • Thomas Schönemann

Aus der Forschung in die Praxis

Neue Ausgründungen des Helmholtz Zentrums

Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Campus Großhadern. © Foto: Helmholtz Zentrum München
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Campus Großhadern. © Foto: Helmholtz Zentrum München

Drei neue Ausgründungen sind im vergangenen Jahr 2013 aus dem Helmholtz Zentrum München (HMGU) hervorgegangen: SurgVision, Trianta Immunotherapies und Dosimetrics. Dank eines erfolgreichen Innovationsmanagements bringt das Zentrum damit exzellente Wissenschaft zur konkreten Anwendung und setzt neue Impulse in den Bereichen klinische Bildgebung, Immuntherapie und Dosimetrie.

Das im August 2013 gestartete Start-Up SurgVision B.V. entwickelt Systeme, die eine molekulare Live-Bildgebung während chirurgischer Eingriffe ermöglichen. Mittels Fluoreszenz markierte Gewebeteile können so von den Operateuren in Echtzeit erkannt und damit besser entfernt werden. Insbesondere für die Tumorchirurgie bedeuten solche Bildgebungsverfahren wertvolles Optimierungspotenzial. Eine erste klinische Studie zu bildgestützten Operationsverfahren für Brustkrebspatientinnen ist fast abgeschlossen. Derzeit werden weitere Indikationen evaluiert. Grundlage dieser Ausgründung sind die Forschungsergebnisse des Leibniz-Preisträgers Prof. Vasilis Ntziachristos, Institutsdirektor am HMGU für Biologische und Medizinische Bildgebung, in Zusammenarbeit mit dem University Medical Center Groningen. Ein Lizenzabkommen zwischen HMGU und SurgVision wurde im September 2013 abgeschlossen.

Die im September 2013 gegründete Trianta Immunotherapies GmbH bringt Immuntherapien zur Behandlung von Krebserkrankungen voran. Mit adoptiven T-Zell-Therapien und personalisierten Impfstoffen auf Basis dendritischer Zellen soll das Immunsystem zur Abwehr von Krebszellen stimuliert werden. Trianta beruht auf vielen Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Institutsdirektorin für Molekulare Immunologie, Prof. Dolores Schendel und ihrem Team am HMGU, teils in Kooperation mit Prof. Thomas Blankenstein am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC). Derzeit läuft eine akademische Phase-I-Studie zur Behandlung akuter myeloischer Leukämie (AML) zusammen mit dem Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München im Rahmen der gemeinsamen Klinischen Kooperationsgruppe Immuntherapie.

Ebenfalls im September 2013 gründete sich die Dosimetrics GmbH als Hersteller und Dienstleister für personenbezogene Dosisermittlung (Dosimetrie) im Umgang mit Strahlung. Mit der neu entwickelten OSL (optically stimulated luminescence)-Technologie kann die ionisierende Strahlung an Personen detektiert sowie schnell und einfach ausgelesen werden. Damit bietet Dosimetrics Unternehmen, deren Mitarbeiter Strahlenquellen ausgesetzt sind, einen komfortablen Arbeitssicherheitsservice an. Diese Ausgründung basiert auf der langjährigen Forschungsexpertise der Auswertungsstelle am HMGU, der größten Personendosismessstelle Europas.

Unterstützt und gefördert werden Ausgründungen durch die Abteilung Innovationsmanagement am HMGU zusammen mit dem Technologie-Transfer-Partner Ascenion GmbH. Ascenion hält Anteile an den Spin-offs SurgVision und Trianta Immunotherapies.

Aktuell konnten für Trianta und Dosimetrics Lizenzabkommen mit dem Helmholtz Zentrum München abgeschlossen werden. Diese sichern den Ausgründungen weltweit exklusive Rechte an Patenten sowie technologisches Know-How. Damit soll die erfolgreiche Weiterentwicklung wissenschaftlicher Projekte sichergestellt werden, um gewonnenes Wissen schnellstmöglich zum Nutzen der Gesellschaft anwenden zu können.

Das Helmholtz Zentrum München hat mit den neuen Start-Up Unternehmen seine erfolgreiche Serie an Ausgründungen fortgesetzt. Aktuell existieren 15 Spin-off-Unternehmen des Helmholtz Zentrums München mit derzeit rund 400 Beschäftigten.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de

Innovationsmanagement am Helmholtz Zentrum München:
http://www.helmholtz-muenchen.de/innovationen/index.html

Mehr Informationen zum Dienstleister Dosimetrics finden Sie hier: www.dosimetrics.de

Das Team um Frau Prof. Schendel hat öffentliche Fördermittel zur Finanzierung früher Entwicklungsarbeiten gewonnen, u.a. einen m4 Award des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und eine Förderung im Rahmen des EXIST-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Susanne Eichacker, Kommunikation, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Dr. Annette Janz, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Innovationsmanagement, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, Tel.: 089 / 3187-4271, eMail: janz@helmholtz-muenchen.de
16.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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