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Universität Potsdam

Neue Methode zur Früherkennung von Darmkrebs

Blick auf Potsdam. © Foto: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de
Blick auf Potsdam. © Foto: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Über eine neue Methode zur Früherkennung von Darmkrebs berichten Wissenschaftler des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Cancer Prevention Research“ über nicht-invasives Verfahren.

Das Team um Prof. Dr. Burkhard Kleuser und Dr. Bettina Scholtka hat ein hochsensitives Verfahren entwickelt, mit dem bekannte und unbekannte Genveränderungen, die an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt sind, in Stuhlproben nachgewiesen werden können.

Darmkrebs ist in der westlichen Welt, also auch in Deutschland, die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Etwa 65.000 Menschen erkranken jährlich neu. Die mit der Vorsorge verbundene Darmspiegelung ist vielen Menschen unangenehm und wird deshalb nur von wenigen wahrgenommen. Alternativ dazu gibt es Tests auf Blut im Stuhl, die jedoch nur einen Bruchteil der Tumore aufdecken. Die Potsdamer Ernährungstoxikologen arbeiten deshalb seit einigen Jahren an der Entwicklung und Validierung eines nicht-invasiven Verfahrens zur Früherkennung von Dickdarmkrebs.

In der aktuellen Veröffentlichung berichten sie nun von einer neuen hoch empfindlichen Methode zur Aufdeckung von genetischen Variationen (Mutationen), die Darmkrebs auslösen. Das Verfahren ist geeignet, sowohl Krebsfrühstadien als auch Krebsvorstufen anhand molekularer Marker in Stuhlproben nachzuweisen. Die neue Methode, die in der Studie beschrieben wird, kann sogar eine einzige krebsspezifische Genveränderung unter einer 10.000-fachen Menge normaler DNA aufdecken. Die extrem hohe Sensitivität dieser Technik ermöglicht es, sehr geringe Mengen verschiedener Arten auch unbekannter krebsspezifischer Mutationen in Stuhlproben der Patienten zu finden.

Noch sind die Untersuchungen zu zeitaufwendig, um sie flächendeckend einsetzen zu können. Ziel ist es, das Verfahren zur Marktreife zu bringen, um künftig ganz im Sinne der Patienten eine automatisierte Form für die Darmkrebsfrüherkennung zur Verfügung zu stellen.

Abstract der Studie

Birgit Mangelsdorf, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universität Potsdam
Dr. Bettina Scholtka, Institut für Ernährungswissenschaft, Abt. Ernährungstoxikologie, Tel.: 033200 / 88-5534, eMail: scholtka@uni-potsdam.de
05.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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