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Medizinische Universität Wien

Neuer Ansatz für die Behandlung von Brustkrebs

Anna Spiegel Forschungsgebäude der Medizinischen Universität Wien. © MedUni Wien, Ernst Hammerschmid
Anna Spiegel Forschungsgebäude der Medizinischen Universität Wien. © MedUni Wien, Ernst Hammerschmid

WissenschafterInnen der MedUni Wien haben in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe von Nancy Hynes an der Universität Basel einen neuen Ansatz für die Behandlung von Brustkrebs entdeckt.

Ein internationales Team mit Beteiligung des klinischen Instituts für Pathologie der MedUni Wien konnte an der Oberfläche von Brustkrebszellen die Aktivierung eines Rezeptors, des Proteins Ret (Rearranged during transfection) nachweisen. Erhöhte Werte dieses Proteins sind mit einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit von Brustkrebspatientinnen verbunden.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Ret-Enzyme (Ret-Kinase) eine attraktives und neuartiges therapeutisches Ziel in ausgewählten Gruppen von Brustkrebspatientinnen sein kann", fasst Lukas Kenner vom klinischen Institut für Pathologie der MedUni Wien und Leiter des Wiener Teams die Resultate der Studie, die jetzt im Magazin „EMBO Molecular Medicine“ veröffentlicht wurden, zusammen.

Erste Versuche mit spezifischen Ret-Inhibitoren haben dabei gezeigt, dass die Ausbreitung von Krebs und die Anzahl der Metastasen in der Lunge verringert werden können, wenn die Aktivität der Ret-Enzyme in Tumorzellen blockiert wird. Bei den vorliegenden Tests wurden zwei bereits bekannte Blockadestoffe verwendet.

Blockade der Ret-Enzyme verringert Tumor-Wachstum
Die WissenschafterInnen untersuchten Tumorgewebe von mehr als 80 Brustkrebs-Patientinnen, wobei Antikörper verwendet wurden, um das Ret-Protein in den Proben zu erfassen. In anderen Experimenten wurden vier verschiedene Krebszell-Linien verwendet, um die Auswirkungen von Ret-Inhibitoren auf den Verlauf und die Ausbreitung von Brustkrebs zu untersuchen. Kenner: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Blockade der Ret-Kinase das Wachstum und die Ausbreitung der Tumore im Organismus verringern kann, und somit eine vielversprechende neue Therapie darstellen könnte”

Die Blockade von Rezeptor-Enzymen mit Antikörpern oder niedermolekularen Inhibitoren ist ein bereits klinisch erprobter Ansatz für die Krebstherapie. Allerdings kommt nur ein Teil der PatientInnen für diese Art von Behandlungen in Frage. „Daher sind weitere Anstrengungen erforderlich, um zusätzliche Inhibitoren für die Blockade von Brustkrebs zu finden“, so Kenner.

Service: EMBO Molecular Medicine
„Ret inhibition decreases growth and metastatic potential of estrogen receptor positive breast cancer cells” A. Gattelli, I. Nalvarte, A. Boulay, T. Roloff, M. Schreiber, N. Carragher, K. Macleod, M. Schlederer, S. Lienhard, L. Kenner, M. Torres-Arzayus, N. Hynes. Doi 10.1002/emmm.201302625. June 17, 2013.

Pressemitteilung der MedUni Wien
A. Gattelli et al.: Ret inhibition decreases growth and metastatic potential of estrogen receptor positive breast cancer cells. Doi 10.1002/emmm.201302625. June 17, 2013.
Mag. Johannes Angerer, Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher, Medizinische Universität Wien, Tel.: +43 (0)664 800 16 115 01, E-Mail: pr@meduniwien.ac.at
07.08.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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