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  • Thomas Schönemann

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Spezialist für mikroskopische Bildanalyse

Die neue Professur für mikroskopsiche Bildanalyse an der Universität Jena und ihrem Klinikum schlägt eine wichtige Brücke zwischen den universitären Profillinien "Light" und "Life". © Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
Die neue Professur für mikroskopsiche Bildanalyse an der Universität Jena und ihrem Klinikum schlägt eine wichtige Brücke zwischen den universitären Profillinien "Light" und "Life". © Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird eine neue Professur für mikroskopische Bildanalyse eingerichtet. Die Carl-Zeiss-Stiftung hat einen entsprechenden Förderantrag gerade bewilligt. Hauptaufgabe der neuen Professur wird es sein, Methoden zur detaillierten Analyse von mikroskopischen Bilddaten zu entwickeln und Wissenschaftler von Universität und Universitätsklinikum – insbesondere aus den Bereichen Medizin, Chemie und Biologie – gezielt zu unterstützen.

Knapp 1,6 Millionen Euro stellt die Stiftung in den nächsten fünf Jahren für den Aufbau der Stiftungsprofessur bereit. Neben einer Professorenstelle können drei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen werden. „Die Stiftungsprofessur schlägt eine wichtige Brücke zwischen den universitären Profillinien ‚Light‘ und ‚Life‘ sowie zwischen Kernuniversität und Universitätsklinikum“, sagt der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Thorsten Heinzel.

Die Lichtmikroskopie spielt in den Biowissenschaften als Analysemethode eine wichtige Rolle. Dank der optisch vergrößernden Wirkung von Linsen können Wissenschaftler mithilfe eines Mikroskops selbst winzige Objekte und Strukturen von Zellen und Gewebe untersuchen. Anfangs diente die Mikroskopie vor allem dazu, die Präparate zu betrachten und abzuzeichnen oder abzufotografieren. Doch die Aufnahmetechnik hat sich weiterentwickelt: Moderne Geräte erfassen die mikroskopischen Bilder digital und dringen bis in molekulare Dimensionen vor. „Damit sind nicht mehr nur qualitative Beschreibungen der Strukturen möglich, sondern auch weitreichende quantitative Messungen“, erklärt Prof. Dr. Christoph Biskup, Leiter der Arbeitsgruppe „Biomolekulare Photonik“ am Jenaer Universitätsklinikum. „Während die Techniken zur Aufnahme mikroskopischer Bilder stetig weiterentwickelt wurden, ist das Potential zur Analyse der Daten jedoch noch nicht voll ausgeschöpft“, erklärt Prof. Biskup.

Genau diese Lücke soll nun die neue Stiftungsprofessur schließen. Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Entwicklung von Algorithmen zur mikroskopischen Bildverarbeitung und zur Auswertung von Daten hochauflösender Mikroskope. Darüber hinaus wird sich der künftige Inhaber oder die künftige Inhaberin der Stiftungsprofessur der Carl-Zeiss-Stiftung mit Verfahren beschäftigen, die eine Analyse von Einzelmolekülmessungen erlauben.

Die Stiftungsprofessur wird an der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum eingerichtet, die auch die Finanzierung nach der fünfjährigen Förderung übernimmt. Im Rahmen des Centrums für Medizinische Optik und Photonik (CeMOP) sind enge Kooperationen mit Instituten und Lehrstühlen anderer Fakultäten sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen geplant. „Die Professur verbindet die Lebenswissenschaften noch stärker mit den mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern“, verdeutlicht CeMOP-Direktor Prof. Dr. Klaus Benndorf, zugleich Dekan der Medizinischen Fakultät und Wissenschaftlicher Vorstand des Uniklinikums.

Auch die Studierenden und Promovierenden werden profitieren: So werde die Professur eine zentrale Rolle einnehmen bei der interdisziplinären Ausbildung von Medizinern und Naturwissenschaftlern auf dem Gebiet der medizinischen Photonik, betont Prof. Biskup und ergänzt: „Dank der neuen Professur können wir das Lehrangebot in den biologischen und biomedizinischen Studiengängen erweitern. Zudem können wir Promovierenden aus der Medizin und Biologie, die im Rahmen ihrer Dissertation mikroskopische Aufnahmen analysieren und quantifizieren müssen, zusätzliche Seminare anbieten, die aufzeigen, wie diese Aufgabe effizient und zuverlässig mithilfe guter Bildverarbeitungsalgorithmen erledigt werden kann.“

Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe gegründet und fördert natur- und ingenieurwissenschaftliche Forschung an staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Mit der Förderung von Stiftungsprofessuren verfolgt die Carl-Zeiss-Stiftung das Ziel, die Etablierung neuer, zukunftsweisender wissenschaftlicher Schwerpunkte durch Einrichtung entsprechender Professuren zu unterstützen.

Kontakt:
Prof. Dr. Thorsten Heinzel
Vizepräsident für Forschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931010
E-Mail: vpforschung@uni-jena.de

Claudia Hilbert, Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Claudia Hilbert, Tel.: 03641 / 931044, eMail: claudia.hilbert@uni-jena.de
14.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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