• Forschung [+]
  • Thomas Schönemann

Gebärmutterhalskrebs

UK: Geringere HPV-Impfraten bergen Krebsrisiko für Mädchen aus ethnischen Minderheiten

Impfung eines Mädchens. © Foto: James Gathany [Public domain], via Wikimedia Commons
Impfung eines Mädchens. © Foto: James Gathany [Public domain], via Wikimedia Commons

Mädchen aus einigen ethnischen Minderheiten haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, gegen Humane Papillomviren (HPV), welche für fast alle Fälle des Zervix-Karzinoms (Gebärmutterhalskrebs) verantwortlich sind, geimpft zu werden. Dies zeigen neue Forschungsergebnisse, die gestern in Liverpool auf der jährlichen Krebskonferenz des National Cancer Research Institute (NCIR) präsentiert wurden.

Die Untersuchung, finanziert von Cancer Research UK, fand ebenfalls heraus, dass nicht geimpfte Mädchen zukünftig auch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit an den Früherkennungs-Untersuchungen teilnehmen, wenn sie als Erwachsene dazu eingeladen werden.

Forscher aus der Verhaltensforschung der Cancer Research UK befragten im Rahmen der Untersuchung nahezu 2.000 Mädchen aus 13 Schulen in ganz London über den HPV-Impfstatus, relevante Lebensgewohnheiten (wie z.B. sexuelle Aktivität und Rauchen) und ihre Pläne, an den Früherkennungs-Untersuchungen zum Zervix-Karzinom zukünftig teilzunehmen.

Die Studie fand heraus, dass Mädchen aus ethnischen Minderheiten eine geringere Wahrscheinlichkeit der Impfung hatten.

Dr. Jo Waller, Studien-Autor von der UCL, sagte hierzu: „Zervix-Karzinome sind durch Impfung gegen HPV, dem Virus, der die Krankheit verursacht, und die Früherkennungs-Untersuchung, die aufkommende Probleme in einem Stadium aufgreift und behandelt, bevor sich Krebs entwickeln kann, weitgehend vermeidbar.

Unsere Studie lässt darauf schließen, dass Mädchen, die nicht geimpft sind, zukünftig auch nur zu einem geringeren Teil an den Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, was sie einem größeren Risiko, an einem Zervix-Karzinom zu erkranken, aussetzt.“

„Wir fanden ebenfalls heraus“, so Dr. Waller weiter, „dass einige ethnische Minderheiten sich mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit impfen lassen als andere. Deshalb müssen wir die Gründe hierfür verstehen, ebenso wie wir sicherstellen müssen, dass auch nicht geimpfte Frauen die Bedeutung der Zervix-Karzinom-Früherkennung verstehen."

Der HPV-Impfstoff wurde 2008 in UK mit einem nationalen Impfprogramm für Mädchen von 12 und 13 Jahren eingeführt. Um den vollen Schutz zu erhalten, müssen die Mädchen 3 Dosen des Impfstoffes innerhalb von 6 Monaten erhalten.

Fast 5 Millionen Frauen werden jedes Jahr in England zur Zervix-Karzinom-Früherkennung eingeladen, bei der nach präkanzerösen Veränderungen von Zellen gesucht wird. Diese Tests werden Frauen zwischen 25 und 64 in England routinemäßig angeboten.

Sara Hiom, Cancer Research UK’s Direktor für Früherkennung, ergänzte zur Studie: „Diese Studie offenbart, dass es Gruppen von Mädchen gibt, die nicht geimpft werden und als ein Resultat dessen, einem höheren Risiko, an einem Zervix-Karzinom zu erkranken, unterliegen. Dies muss sich ändern, um sicher zu stellen, dass so viele Mädchen wie möglich geschützt sind.“

„Es ist entscheidend, dass Mädchen, zusammen mit ihren Eltern, die Wichtigkeit der beiden Programme verstehen, die darauf ausgelegt sind, Krebs schon vor der Entstehung zu bekämpfen. Insbesondere, da andere Forschungsergebnisse gezeigt haben, dass HPV auch das Risiko an anderen Krebsarten zu erkranken erhöht. Dazu zählen einige Arten von Mundhöhlenkarzinomen, Kopf-Hals-Tumoren, das Analkarzinom sowie andere Genitaltumoren.“

Pressemitteilung Cancer Research UK
http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/news/archive/pressrelease/2013-11-02-Lower-HPV-vaccination-puts-ethnic-minorities-at-risk-of-cancer?rss=true
Cancer Research UK, National office, Cancer Research UK Angel Building, 407 St John Street, London EC1V 4AD, Tel.: (Supporter Services) 0300 123 1022, Tel:: (Switchboard) 020 7242 0200, Fax: 020 3469 6400
02.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
Zurück