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  • Thomas Schönemann

Körpereigene Schutzmechanismen verstehen

Von der DNA-Schädigung zum Leberkrebs

Rathaus Hannover. © Foto: Michel Sievers / pixelio.de
Rathaus Hannover. © Foto: Michel Sievers / pixelio.de

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist einer der häufigsten und tödlichsten Tumoren weltweit. Im Gegensatz zu vielen anderen Tumorarten steigt die Zahl der Neuerkrankungen des HCC. Die Prognose mit einem fortgeschrittenen HCC ist mit einer Lebenserwartung von wenigen Monaten ausgesprochen schlecht. Neben neuen Therapien sind daher vor allem Strategien nötig, die das Auftreten von HCCs bei Risikopatienten verhindern (Chemoprävention).

Ziel der Arbeitsgruppe von Professor Vogel an der Medizinischen Hochschule Hannover ist es – durch besseres Verständnis der molekularen Mechanismen der Tumorentstehung in der Leber – die Voraussetzung für chemoprotektive Ansätze zu schaffen.

Der CHK2/ p53/ p21-Signalweg spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von DNA-Reparaturvorgängen. Die Bedeutung von p53 als Wächter des Genoms und Tumorsuppressor ist in vielen Tumorentitäten (Entität = Einheit), einschließlich dem hepatozellulärem Karzinom (Leberzellkarzinom), gut belegt. Im Gegensatz dazu ist die Rolle von CHK2 und p21 für die Hepatokarzinogenese weniger gut untersucht. p21 ist eines der Zielgene, das im Rahmen der DNA-Reparatur durch p53 induziert wird. Eine zentrale Funktion von p21 ist die Induktion eines Zellzyklusarrestes, der eine DNA-Reparatur ermöglichen soll. Im Gegensatz zu p53, verhält sich p21 aber nicht wie ein klassischer Tumorsuppressor und zeigt in verschiedenen Modellsystemen sogar onkogene Eigenschaften.

Ziel dieses Projektes ist es daher, die differentielle Bedeutung der Checkpoint-Kinase 2 (CHK2), des Transkriptionsfaktors p53 und des CDK-Inhibitors p21 für die Leberregeneration und Hepatokarzinogenese im Rahmen chronischer Lebererkrankungen zu untersuchen. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf der Identifizierung von Interaktionen des CHK2/ p53/ p21-Signalweges mit anderen onkogenen Signalwegen in Leberzellen. Zudem sollen Gene identifiziert werden, die p53 während der Leberschädigung direkt und indirekt reguliert.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 170.000 Euro.

Bernhard Knappe, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelm Sander-Stiftung
Prof. Dr. med. Arndt Vogel, Medizinische Hochschule Hannover, Tel.: 0176 / 15329590, eMail: vogel.arndt@mh-hannover.de
28.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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