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  • Thomas Schönemann

Studie

Zentrale Frage zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs aufgeklärt

Low-Grade SIL with HPV Effect. © Foto: Ed Uthman, MD [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Low-Grade SIL with HPV Effect. © Foto: Ed Uthman, MD [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Forschern der Universität Leipzig ist es gelungen, ein wichtiges Detail in der Frage der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zu klären. Ihre Ergebnisse erschienen jetzt in der renommierten Fachzeitschrift "Nucleic Acids Research". Dass Humane Papillomviren (HPV) Gebärmutterhalskrebs verursachen, ist schon lange bekannt. Wie das Virus die Zellregulation durcheinander bringt, daran forschen Leipziger Wissenschaftler der Abteilung Molekulare Onkologie um Prof. Kurt Engeland und Dr. Martin Fischer.

Damit sich eine Zelle teilen kann, müssen bestimmte Gene aktiv sein. Diese Gene werden in normalen Zellen streng reguliert und nur dann benutzt, wenn eine Zellteilung für den Organismus sinnvoll ist. Die Nutzung der Zellteilungsgene wird durch die Bindung eines Proteinkomplexes namens DREAM gesteuert. Diese Bindung verhindert die Zellteilung so lange, bis es für den Organismus angebracht ist, eine Zelle durch Teilung zu zwei Tochterzellen werden zu lassen.

Im Fall einer Virusinfektion durch HPV wird in der Zelle das Protein "E7" hergestellt. Die Leipziger Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass dieses E7-Protein die Bindung des DREAM-Komplexes an den Zellgenen zerstört. Dadurch werden diejenigen Gene zur Nutzung frei gegeben, die eine Zellteilung fördern. Die Zellen teilen sich leichter, wodurch sich das Virus schneller ausbreiten kann und so ein zentraler Schritt zur Krebsentstehung zugelassen wird.

Dieser Mechanismus ist nicht nur für Gebärmutterhalskrebs von Bedeutung. Er spielt auch bei anderen durch HPV-Infektionen hervorgerufenen Tumorarten eine Rolle, beispielsweise am Anus, im Genitalbereich beider Geschlechter oder im Hals-/Rachenraum.

Link zur Arbeit der Leipziger Forscher in der Fachzeitschrift "Nucleic Acids Research":http://nar.oxfordjournals.org/content/42/1/163.long
(doi: 10.1093/nar/gkt849)

Diana Smikalla, Pressestelle Universität Leipzig
Diana Smikalla, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Medizinische Fakultät, Tel.: 0341 / 97 15798, eMail: diana.smikalla@medizin.uni-leipzig.de
07.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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