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Neuer Behandlungsansatz

Achtsamkeitstherapie hilft bei Depressionen

Achtsamkeit hilft bei Depressionen. ® Foto: Philipp Wiebe / pixelio.de
Achtsamkeit hilft bei Depressionen. ® Foto: Philipp Wiebe / pixelio.de

Eine achtsamkeitsbasierte Therapie ist für Millionen Menschen mit wiederkehrenden Depressionen eine Alternative zu Medikamenten. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der University of Oxford. Im Vergleich mit Antidepressiva schnitt die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT) genauso gut ab. Bei dieser Therapieform lernen Patienten, ihre Gedanken zu fokussieren. Negative Gedanken können kommen und wieder gehen. In England und Wales werden Ärzte bereits dazu ermutigt, diese Therapie anzubieten.

Frühe Warnzeichen sehen

Das Team um Willem Kuyken lud 212 Patienten mit einem Risiko weiterer Depressionen zu einem MBCT-Kurs ein. Im Verlauf wurde die Menge an Medikamenten langsam verringert. Die Patienten nahmen an Gruppensitzungen teil, bei denen sie geführte Meditationen und eine Verbesserung der Achtsamkeit lernten. Vor allem die Gegenwart sollten die Probanden fokussieren, um frühe Warnzeichen einer erneuten Depression zu erkennen und auf sie so zu reagieren, dass sie kein erneutes Wiederauftreten auslösten.

Die Ergebnisse dieser Gruppe wurden mit den Ergebnissen von 212 Personen verglichen, die zwei Jahre lang Medikamente einnahmen. Am Ende der Studie hatte in beiden Gruppen ein ähnlicher Anteil der Patienten einen Rückfall erlitten. Viele Teilnehmer der Therapie-Gruppe hatte die Einnahme von Medikamenten beendet. MBCT ist demnach eine Alternative für Patienten, die langfristig Medikamente entweder nicht einnehmen können oder wollen. "Dieser Ansatz könnte eine neue Wahlmöglichkeit bringen", so Kuyken.

Rückfälle aktiv verhindern

Laut Studienteilnehmer Nigel Reed gibt ihm die Achtsamkeit eine Reihe von Fähigkeiten, die er gezielt einsetzt, damit es ihm langfristig gut geht. "Statt mich auf die Einnahme von Antidepressiva zu verlassen, ermöglicht mir die Achtsamkeit selbst aktiv zu werden. Damit kann ich meine Zukunft selbst steuern. Ich erkenne, wenn Gefahr besteht und kann die notwendigen Änderungen vornehmen, damit es mir weiterhin gut geht." Dies sieht auch Experte Gwen Adshead vom Royal College of Psychiatrists so.

Der Experte warnt jedoch, dass die Forschungsergebnisse nicht gleich bedeuten, dass MBCT für alle Formen von Depressionen geeignet ist. Diese Therapieform sollte Antidepressiva in der Behandlung von Menschen mit schweren Depression, die im Krankenhaus behandelt wurden oder selbstmordgefährdet sind, nicht ersetzen. Zusätzlich sollten Patienten ihre Medikation nur in medizinischer Begleitung verringern.

Pressemitteilung von Pressetext Austria
pressetext.redaktion, Michaela Monschein, Tel.: +43 1 81140 300, eMail:monschein@pressetext.com
21.04.2015
22.06.2017, 11:21 | dre
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