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  • Thomas Schönemann

ESMO-Konferenz in Wien

Fachgesellschaft für internistische Onkologie diskutiert regionale Hyperthermie

Oncothermie und Komplementärmedizin. © Foto: Matthias Krach / pixelio.de
Oncothermie und Komplementärmedizin. © Foto: Matthias Krach / pixelio.de

Vom 25. bis 29. September 2015 trifft sich die European Society for Medical Oncology (ESMO) in Wien. Die führende europäische Fachgesellschaft zur Unterstützung der internistischen Onkologie zur Förderung der Krebsbehandlung und -heilung diskutiert u.a. Möglichkeiten und Wirkungen der regionalen Hyperthermie.

Der Vortrag von Prof. Dr. Rolf Issels, Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München Medizinische Klinik III - Innere Medizin lautet: „Improved overall survival by adding regional hyperthermia to neo-adjuvant chemotherapy in patients with localized high-risk soft tissue sarcoma (HR-STS): Long-term outcomes of the EORTC 62961/ESHO randomized phase III study“. Issels: „Temperaturänderungen wirken sich auf zellulärer und physiologischer Ebene, ebenso auf Organebene und in den Reaktionen des Gesamtorganismus aus. Definierte Temperaturerhöhungen verstärken die Wirkung von Radiotherapie und Chemotherapie.“

ESMO versteht sich als europaweiter Verband der internistischen Onkologen, der einen ganzheitlichen Ansatz der Krebsbehandlung und Patientenversorgung verfolgt. Der regelmäßige Kongress fungiert dabei als Plattform, um Studienergebnisse unterschiedlicher Fachrichtungen zu präsentieren. Am Kongress 2014 in Madrid nahmen 19 809 Personen aus 134 Ländern teil.

„Die Oncothermie als Form der Hyperthermie fügt sich in eine onkologische Komplementärmedizin ein“, sagt Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie, der regionalen Anwendung der Hyperthermie. „Das Ziel auch der Oncothermie ist eine ganzheitliche Krebsmedizin, in der sich Wärmetherapie und schulmedizinische Behandlungen ergänzen. Die Komplementärmedizin geht davon aus, dass Chemo- und Strahlentherapien intensiver wirken in einem Gewebe, in dem die Durchblutung durch höhere Eigentemperatur gesteigert ist. Sie greift so die Krebszellen selbst an, da deren Reparaturfähigkeiten unter Erwärmung sinken.“

Die Hyperthermie ist die künstliche Überwärmung des ganzen Körpers oder einzelner Teilbereiche (regionale Hyperthermie). Dabei dringt Wärme ein, ohne obere Hautschichten zu schädigen. Bei der regionalen Hyperthermie wird mittels Applikatoren gezielt die vom Tumor betroffene Körperregion fixiert. Dann erfolgt eine fokussierte Erwärmung in Kombination mit einem elektrischen Feld: Wärme und elektrische Wellen suchen den geringsten Widerstand und wirken stärker auf malignes (krankes) Gewebe, das eine geringere Dichte hat als gesundes Gewebe. Der Tumor soll sich selbst bekämpfen. Diese Überwärmung soll auf zellulärer, aber auch auf den Gesamtorganismus einwirken. Der Tumor selbst wird attackiert, gleichfalls das Immunsystem gestärkt.

Durch die punktuelle Anwendbarkeit (Selektion auf Zellebene) ist die lokoregionale Elektrohyperthermie besonders geeignet, um an der Oberfläche begrenzte oder tiefergelegene Tumoren und Metastasen zu behandeln. Gesunde Bereiche sind nahezu nicht involviert. Zur Anwendung kommt sie u.a. bei Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Schwarzem Hautkrebs, Kopf-Hals-Tumoren, Krebs der Bauchspeicheldrüse, Blasenkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Analkarzinom.

Oncotherm (Troisdorf) entwickelt, produziert und vertreibt seit 1988 Therapiesysteme auf Grundlage des selektiven Erwärmungsverfahrens der lokal regionalen Oncothermie. Das Unternehmen gründet auf der Forschung von Professor Dr. András Szász an der Eötvös Science University, Budapest. Die Elektrohyperthermie-Methode wurde zum Markenbegriff „Oncothermie“ und zu einer der führenden Hyperthermie-Behandlungsverfahren mit weltweit mehr als 200.000 Behandlungen pro Jahr.

Presseinformationen Oncotherm GmbH
Oncotherm GmbH, Belgische Allee 9, 53842 Troisdorf, Janina Leckler, Marketing Manager, Tel.: 02241 / 3199223, eMail: leckler@oncotherm.de
20.09.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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