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  • Thomas Schönemann

Schweiz

Kassen bezahlen Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie

Oncothermie und Komplementärmedizin. © Foto: Matthias Krach / pixelio.de
Oncothermie und Komplementärmedizin. © Foto: Matthias Krach / pixelio.de

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 hat das Schweizer Bundesamt für Gesundheit Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Damit können Patienten nun die Kosten für diese komplementärmedizinische Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abrechnen.

Damit die Hyperthermie als Pflichtleistung bei ausgewählten Indikationen anerkannt und die Kosten übernommen werden, muss zuvor das Swiss Hyperthermia Network die vorgesehenen Behandlungen beurteilen. Dieses Network ist eine Tumorkonferenz mit 15 Kliniken unter Leitung des Kantonsspitals Aarau. Dieses Klinikum nutzt seit über 30 Jahren die Hyperthermie bei ausgewählten oberflächlichen und tiefliegenden Tumoren. Bei dieser multimodalen, klinisch-onkologischen Behandlung gemeinsam mit der Radio-Therapie kann beispielsweise Brustkrebs zusätzlich mit Oberflächen-Hyperthermie oder Blasenkrebs zusätzlich mit Tiefen-Hyperthermie behandelt werden.

„Es ist ein internationales Signal, wenn die Schweiz jetzt die Hyperthermie für viele Patienten zugänglich macht, weil die Kassen nun die Kosten als Pflichtleistung übernehmen. Denn Krebs betrifft viele. Viele Patienten suchen zudem zusätzliche Wege der Behandlung. Und in der Onkologie ist die Wärmetherapie co-medikativ einsetzbar“, so Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie, der lokal ausgerichteten Form der Hyperthermie.

Im Rahmen einer Komplementärmedizin können konventionelle Chemo- und Strahlentherapien gesteigert werden, wenn die erkrankten Tumorzellen intensiver durchblutet werden. Die Oncothermie will diesen Effekt erreichen und fokussiert Wärme auf den Tumor. So arbeitet die Wärmetherapie körperregional begrenzt, und nahezu nebenwirkungsfrei, ohne andere Gewebe zu verletzen. Sie kombiniert Wärme mit Effekten elektrischer Felder. Denn: Da Krebsgewebe elektrische Energie besser leitet als gesundes Gewebe, lassen sich gesunde von kranken Zellen trennen. Nur sie haben „thermischen Stress“ dank des Fiebers. Zudem können Krebszellen gegen zeitgleich andere Therapien sensibler sein, so dass deren Wirksamkeit steigt. Die Dosierung kann sinken. Die Kombination der Effekte, Temperatur und elektrisches Feld, sind mögliche Hauptursachen für den angestrebten programmierten Zelltod. „Dazu kommt ein zusätzlicher Effekt. Wir stärken auch das Immunsystem. Das stützt gerade Patienten, die gegenüber Standardtherapien anfälliger sind“, so Prof. Szász. „Oncothermie behandelt Tumore lokal-gezielt, ohne Nebenwirkungen. Der Tumor soll gegen sich selbst angehen. Onco- und Hyperthermie machen sich natürliche Wirkungen des Organismus zu Nutze. Sie beschleunigen Kräfte, die der Körper aus sich heraus anfordert, um Tumore zu zerstören. Der zentrale Wirkstoff ist nichts anderes als Wärme.“

Oncotherm (Troisdorf) entwickelt, produziert und vertreibt seit 1988 Therapiesysteme auf Grundlage des selektiven Erwärmungsverfahrens der lokal regionalen Oncothermie. Das Unternehmen gründet auf der Forschung von Professor Dr. András Szász an der Eötvös Science University, Budapest. Die Elektrohyperthermie-Methode wurde zum Markenbegriff „Oncothermie“ und zu einer der führenden Hyperthermie-Behandlungsverfahren mit weltweit mehr als 200.000 Behandlungen pro Jahr.

Pressemitteilung Oncotherm GmbH
Oncotherm GmbH, Belgische Allee 9, 53842 Troisdorf, Dr. Janina Leckler, Marketing Manager, Tel.: 02241 / 3199223, eMail: leckler@oncotherm.de
12.01.2017
22.06.2017, 11:21 | tsc
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