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  • Thomas Heckmann

Lancet-Studie

Kohlenhydratanteil der Ernährung beeinflusst Lebenserwartung

Stärkehaltige Lebensmittel aus Getreiden. © US Department of Agriculture / Public Domain
Stärkehaltige Lebensmittel aus Getreiden. © US Department of Agriculture / Public Domain

Eine neue Studie im Fachmagazin Lancet Public Health (August 2018) untersucht inwieweit die Kohlenhydratzufuhr das Sterblichkeitsrisiko beeinflusst.

Die Forscher um Seidelmann et al. fanden heraus, dass das Risiko ansteigt, je extremer der Kohlenhydratanteil an der Ernährung ist. Die Autoren werteten erstmals Langzeitdaten zum Kohlenhydratverzehr der „Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC)“-Studie von mehr als 15.000 Probanden über einen Zeitraum von durchschnittlich 25 Jahren aus.

Dabei zeigte sich: Sowohl eine Ernährungsweise mit einem sehr niedrigen(< 40 En%1) als auch einem sehr hohen (> 70 En%) Kohlenhydratanteil war langfristig mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden. Ein mittlerer Kohlenhydratanteil von 50–55 En% hingegen wies das niedrigste Risiko auf. Besonders kritisch wurden Low-Carb-Diäten beurteilt, die Kohlenhydrate überwiegend durch tierische Lebensmittel, wie Fleisch, ersetzen.

Jede Ernährungsweise mit einem extremen Anteil eines energieliefernden Nährstoffes, sei es Fett, Kohlenhydrate oder Protein, schränkt die Lebensmittelauswahl ein. Der Körper wird dann nur unzureichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen, wie Vitaminen oder Mineralstoffen, und Ballaststoffen oder beispielsweise mit zu viel Energie oder gesättigten Fettsäuren versorgt. Eine einseitige Ernährung über Jahre hinweg wirkt sich gesundheitlich nachteilig aus. Somit überraschen die Ergebnisse der Studie nicht.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst sollten reichlich, einfache Kohlenhydrate wie Mono- und Disaccharide in Form von zugesetzten Zuckern und raffinierter Stärke nur in geringen Mengen verzehrt werden. In unserer westlichen Ernährung ist es entscheidend, die Fett- und Kohlenhydratqualität zu verbessern. Darauf wies die DGE bereits in ihrer Beurteilung der PURE-Studie hin. Auch eine generell zu hohe Energiezufuhr sollte vermieden werden.

Eine ausgewogene, vollwertige und pflanzenbetonte Ernährungsweise, wie sie die DGE in ihren 10 Regeln empfiehlt, fördert die Gesundheit – das bestätigt auch diese Studie erneut.

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Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
DGE e.V., Dipl. oec. troph. Antje Gahl, Pressesprecherin, Tel.: 0228 / 3776-630, E-Mail: gahl@dge.de
30.08.2018
13.11.2018, 17:14 | the
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