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interdisziplinäres Symposium

Chirurgen diskutieren über Assistenzberufe im Gesundheitswesen

Ärztin. © Foto: Tim Reckmann / pixelio.de
Ärztin. © Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Mehr als 70 Prozent der Ärzte in Deutschland erhoffen sich von vermehrter Assistenz, sich wieder stärker auf ihre ärztlichen Aufgaben konzentrieren zu können. Vor allem junge Mediziner sind überzeugt, vom Einsatz von Assistenzpersonal zu profitieren. Doch viele fürchten auch einen Qualitätsverlust. Es gelte deshalb, geeignete Aufgaben für Gesundheitsberufe wie Pflege festzulegen und die Qualität der dafür notwendigen Ausbildung sicherzustellen, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Unter dem Motto „Ärztliche Leistungen: Delegation gestalten, Substitution verhindern“ diskutiert die DGCH darüber auf einem interdisziplinären Symposium gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Vertreten sind bei der Veranstaltung am 24. September 2014 auch die beiden Berufsverbände, die chirurgischen Fachgesellschaften und die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin.

Rund 5000 Stellen für Ärzte sind derzeit in Deutschland unbesetzt. Der Nachwuchsmangel in der Medizin trifft die Chirurgie besonders hart. „Nicht-ärztliches Fachpersonal kann auch im OP dazu beitragen, diese Lücken zu schließen, indem es genau definierte Bereiche übernimmt und damit den behandelnden Operateur entlastet“, sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der DGCH. Assistenzpersonal und Pflegekräfte täten dies an vielen Stellen bereits heute. Sie erfüllen verschiedene Aufgaben rund um eine Operation und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Chirurgie: OP-Assistenten überprüfen Unterlagen und Patienteninformationen, bereiten Patienten für die Operation vor und assistieren beim Eingriff selbst. „Chirurgische Teams müssen absolut reibungslos arbeiten und perfekt kooperieren, hier ist chirurgisches Assistenzpersonal unverzichtbar“, bestätigt DGCH Neu-Präsident Professor Dr. med. Peter Vogt von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Besonderes Gewicht gewinnt das Thema mit Blick auf den Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode: Danach soll der Einsatz von nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen flächendeckend möglich und leistungsgerecht vergütet werden. „Doch ärztliche Aufgaben und Handgriffe und vor allem rechtliche Verantwortung und Haftung lassen sich nur übertragen, wenn auch die nicht-ärztlichen Mitarbeiter in den OP-Teams ausgezeichnet qualifiziert sind“, betonen Meyer und Vogt. Dabei stelle sich zum Beispiel die Frage, wer wen, wie lange und in welchen Einrichtungen ausbildet. Zudem müsse klar benannt sein, wer welche Aufgaben übernimmt. Denn eine Substitution chirurgischer Eingriffe, selbst kleiner Operationen, ist für die meisten Ärzte keine Lösung.

Welche Leistungen übertragbar und welche fachlichen Kompetenzen dafür erforderlich sind, diskutieren DGCH und DGAI aus aktuellem Anlass im September in Berlin. Unter den Referenten des Symposiums sind Ärzte verschiedener Fachgebiete, Juristen und Vertreter von Bundesärztekammer, Kostenträgern und Pflegepersonal. Am Vormittag stellen die verschiedenen Gruppen ihre Standpunkte zu Definitionen und rechtlichen Vorgaben zur Delegation ärztlicher Aufgaben dar. Außerdem erörtern sie Ausbildungswege für Assistenzberufe. Sie hinterfragen auch, ob eine Akademisierung dieser Berufsgruppen notwendig ist. Verschiedene Referenten beleuchten das Thema anhand konkreter Beispiele aus Orthopädie und Unfallchirurgie. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der DGCH http://www.dgch.de im Terminkalender.

Terminhinweis:
24. September 2014
„Ärztliche Leistungen: Delegation gestalten, Substitution verhindern“
Interdisziplinäres Symposium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin

Anna Julia Voormann Pressestelle, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e. V.
Anna Julia Voormann, Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart, Tel.: 0711 8931 552, Fax: 0711 8931 167, eMail: voormann@medizinkommunikation.org
02.07.2014
22.06.2017, 11:21 | dre
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