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Symposium Klinische Ethik

Hilfe beim Sterben oder Hilfe zum Sterben?

Ethik der Sterbehilfe – deutscher Sonderweg? © Foto: Christoph Boltendahl / pixelio.de
Ethik der Sterbehilfe – deutscher Sonderweg? © Foto: Christoph Boltendahl / pixelio.de

Wie viel Hilfe soll in Zukunft beim Sterben erlaubt sein? Noch im Herbst dieses Jahres soll ein Gesetz verabschiedet werden, das die kontrovers diskutierte Frage des sogenannten ärztlich assistierten Suizids regelt. Das Symposium Klinische Ethik des Universitätsklinikums Heidelberg am Dienstag, 9. Juni 2015, befasst sich mit dem ärztlich assistierten Suizid.

Mit den verschiedenen Standpunkten des Themas befasst sich das Symposium Klinische Ethik „Hilfe beim Sterben oder Hilfe zum Sterben?“ am Dienstag, 9. Juni 2015, von 17 bis 20 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Kopfklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400. Journalisten und Bevölkerung sind herzlich eingeladen; der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Dürfen Ärzte eine tödlich wirkende Substanz zur Verfügung stellen, wenn Patienten sich entschlossen haben, zu sterben? Ist es mit dem Heilungs- und Linderungsauftrag eines Arztes vereinbar, Patienten nicht nur im Sterben zu begleiten, sondern ihnen auch zum Sterben zu verhelfen? Gegner halten diese Form der Sterbehilfe für unvereinbar mit dem ärztlichen Ethos und fordern stattdessen einen Ausbau der Palliativmedizin. Ein solcher Ausbau sei zwar sinnvoll und notwendig, der Sterbewunsch einiger Patienten werde davon jedoch nicht berührt, so die Befürworter. Das ärztliche Standesrecht ist derzeit uneinheitlich.

Aber selbst wenn es einen Konsens gäbe, dass Ärzte bei der Selbsttötung behilflich sein sollen, bleibt die Frage, ob der geäußerte Sterbewunsch eines Patienten authentisch und freiverantwortlich ist. Vielleicht handelt es sich um eine depressive Episode, um unerträgliche, aber linderbare Schmerzen oder um die Angst, Angehörigen zur Last zu fallen?

Dies sind einige der Fragen, die von renommierten Experten aus den Bereichen Psychiatrie, Recht, Medizinethik und Theologie in vier Vorträgen mit anschließender Diskussionsrunde vorgestellt werden. Das Symposium wird federführend von Dr. Beate Herrmann, Vorsitzende des Klinischen Ethik-Komitees des Universitätsklinikums Heidelberg, in Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität Heidelberg organisiert und von der Katholischen und Evangelischen Klinikseelsorge unterstützt.

Kontakt:
Dr. Beate Herrmann, Vorsitzende des Klinischen Ethik-Komitees
Medizinische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 410
Tel.: 06221 / 56 37922
eMail: beate.herrmann@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/Ethikberatung/150511MED_FL_DM_S... - Flyer der Veranstaltung
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Klinisches-Ethik-Komitee.124875.0.html - Klinisches Ethik-Komitee am Universitätsklinikum Heidelberg

Julia Bird, Unternehmenskommunikation, Universitätsklinikum Heidelberg
Julia Bird, Pressesprecherin, Tel.: 06221 / 564537, Fax: 06221 / 564544, eMail: julia.bird@med.uni-heidelberg.de
02.06.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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