• Kongresse [+]
  • Thomas Schönemann

RoMed Klinikum Rosenheim

Hoffnungsschimmer - Neueste Therapien beim 11. Hämatologisch-Onkologischen Kolloquium

Die Organisatoren des Kolloquiums am RoMed Klinikum.* © Foto: RoMed Klinikum Rosenheim
Die Organisatoren des Kolloquiums am RoMed Klinikum.* © Foto: RoMed Klinikum Rosenheim

Im Namen der Medizinischen Klinik II und des Onkologischen Zentrums am RoMed Klinikum Rosenheim hatten Chefarzt Dr. Helmut Huff und Oberarzt Dr. Gerhard Puchtler zum wissenschaftlichen Gespräch ins Bildungs- und Pfarrzentrum St. Nikolaus geladen. Rund 50 interessierte Gäste begrüßten die Organisatoren und wünschten einen informativen Abend.

Die nach wie vor weltweit steigende Anzahl von Neuerkrankungen des Lymphknotenkrebses (Lymphome) und die therapierelevanten Neuentwicklungen waren für die Themenwahl der diesjährigen Veranstaltung ausschlaggebend. Als Referent konnte dazu Prof. Dr. Ulrich Keller, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III am Klinikum Rechts der Isar, gewonnen werden.

Der Lymphknotenkrebs wird in das Hodgkin Lymphom sowie in aggressive und nicht aggressive Lymphome unterteilt. Das mittlere Erkrankungsalter der aggressiven und nicht aggressiven Form beträgt etwa 65 Jahre.

Ca. 65 % der Patienten mit aggressiven Lymphomen können heute mit einer intensiven Therapie, bestehend aus Antikörper- und Chemotherapie sowie gegebenenfalls einer Strahlentherapie, geheilt werden. Patienten, die nicht auf diese Therapie ansprechen, haben in der Regel eine schlechte Prognose. Neueste Entwicklungen zeigen jedoch, dass Patienten mit einer bestimmten Unterform dieser Krebsart, sehr gut mit einem sogenannten Tyrosinkinasehemmer therapiert werden können. Hierbei handelt es sich um ein Medikament, das in den Stoffwechsel der Tumorzelle eingreift und dadurch die Lymphomzellen absterben lässt.

Nicht aggressive Lymphome sind nicht heilbar, lediglich im Anfangsstadium besteht durch eine Strahlentherapie eine realistische Chance. Durch wiederkehrende Antikörper- und Chemotherapien sind in aller Regel jedoch langjährige Verläufe üblich. Eine seit kurzem zugelassene Erhaltungstherapie mit einem Antikörper kann den Zeitpunkt der Notwendigkeit einer erneuten Chemotherapie um ca. drei Jahre hinauszögern. Bei vielen Patienten sind die nicht aggressiven Lymphome als chronische Erkrankung zu betrachten und nicht für die Lebenserwartung bestimmend.

Das Hodgkin Lymphom ist in aller Regel eine Erkrankung, die Menschen jüngeren Lebensalters betrifft. Die Deutsche Hodgkin Studiengruppe an der Universität Köln ist durch ihre hervorragend konzipierten Studien, an denen sich seit vielen Jahren auch die Medizinische Klinik II des RoMed Klinikums Rosenheim beteiligt, bekannt. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich diese Studiengruppe weltweit zum Meinungsbildner bei der Behandlung dieser Erkrankung. Erfreulicherweise sind mittlerweile deutlich über 90 % der Patienten mit Hodgkin Lymphom aufgrund intensiver Chemotherapie heilbar.

Im Anschluss an die Ausführungen von Prof. Dr. Keller ergab sich eine lebhafte Diskussion, die sich im Foyer bei einer kleinen Brotzeit noch fortsetzte.

* Ergänzende Informationen zum Titelbild:
Die Organisatoren des RoMed Klinikums, Chefarzt Dr. Helmut Huff (re.) mit Funktionsoberärztin Veronika Haas und dem Leiter des Onkologischen Zentrums Oberarzt Dr. Gerhard Puchtler (2.v.l.) sowie Gastreferent Prof. Dr. Ulrich Keller, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III am Klinikum Rechts der Isar (2.v.r.).

Pressemitteilung RoMed Klinikum Rosenheim
Öffentlichkeitsarbeit, Elisabeth Siebeneicher, Leitung, Tel.: 08031 / 365 3007, Fax: 08031 / 365 4959, eMail: elisabeth.siebeneicher@ro-med.de
18.08.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
Zurück