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Fachsymposium

40 Jahre Stammzell-Transplantation in Ulm: Vom Todesurteil zur Heilung

Ulmer Münster. © Foto: Matthias Lohse / pixelio.de
Ulmer Münster. © Foto: Matthias Lohse / pixelio.de

Wenn ein Kind früher an Leukämie erkrankte, war das mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sein Todesurteil. Heute dagegen sind bis zu 90 Prozent der kindlichen Leukämien heilbar. Ähnliches gilt für viele Erbkrankheiten, bei denen das blutbildende System schwer gestört ist. Wenn man von medizinischem Fortschritt redet: Hier ist er greifbar.

Robert verdankt sein Leben einer Stammzelltransplantation in Ulm. Dass er heute als 24-Jähriger relativ normal leben kann, ist ein „happy end“ des 40 Jahre andauernden Forschungskrimis, in dem die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin international eine Hauptrolle spielt. Und die Fortsetzungen werden bereits geschrieben in den Laboren und Krankenzimmern von Kinderheilkundlern in Ulm und weltweit.

Erreicht wurde der Fortschritt durch die Stammzelltransplantation, bei der ein kranker Empfänger blutbildende Stammzellen oder Knochenmark eines gesunden Spenders erhält – ein einfaches Prinzip, das in der Umsetzung hochkompliziert ist. Diese Therapie wurde immer weiter verbessert, so dass man heute bei fehlendem genetischem Zwilling auch die Eltern als Spender nehmen kann und somit jeder Patient einen möglichen Spender hat. Auf der anderen Seite können bei einigen dieser Krankheiten durch die so genannte Gentherapie die eigenen kranken Zellen direkt „geheilt“ werden.

Einladung zum Fachsymposium
„Gene Therapy versus Haploidentical Stem Cell Transplantation“

vom 31.05. bis zum 01.06.2014

im Stadthaus Ulm
Münsterplatz 50, 89073 Ulm - Stadtmitte
Bitte nutzen Sie das Parkhaus Neue Mitte in der Neuen Straße (folgen Sie dem Parkleitsystem der Stadt)

Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums trifft sich das who-is-who von Wissenschaftlern und Klinikern aus den Fachgebieten der Stammzelltransplantation und der Gentherapie zu einem Symposium in Ulm. Beide Fachgebiete beschäftigen sich mit zwei neuen Wegen, Erkrankungen des blutbildenden Systems bei Kindern zu heilen. Das Symposium ist eine der ersten Veranstaltungen, bei die beiden eigenständig forschenden Bereiche ihre Kenntnisse breiter austauschen.

Die haploidentische Stammzelltransplantation ist notwendig, wenn kein genetischer Zwilling für eine Stammzellspende gefunden werden kann. Dabei werden Spenderzellen der Eltern, die aufgrund von Vererbungsvorgängen eigentlich nicht als Spender geeignet sind, speziell aufbereitet.

Bei der Gentherapie entnimmt man erkrankte Stammzellen und setzt ihnen mit Hilfe eines Virus ein gesundes Gen ein. Die neuen Zellen, die gebildet werden, sind ebenfalls gesund und werden dem Patienten wieder zugeführt.

Ziel der Tagung ist, herauszufinden, bei welchen Erkrankungen welche Therapie den größten Heilungserfolg verspricht.

Zu Gast sind unter vielen anderen hochrangigen Wissenschaftlern aus aller Welt z.B.:

  • Alessandro Aiuti vom Istituto San Raffaele Telethon per la Terapia Genica in Mailand, dessen Institut führend und Vorreiter in der Gentherapie ist.
  • Alain Fischer vom Hôpital Necker-Enfants malades in Paris, der als Pionier der Gentherpie gilt.
  • Donald B. Kohn von der University of California in Los Angeles, der federführend die Gentherapie in den USA vorantreibt.
  • Richard J. O‘Reilly, Leiter des größten Krebszentrums der USA, dem Memorial Sloan Kettering Center in New York, das in der haploidentischen Stammzelltransplantation führend ist.
Petra Schultze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsklinikum Ulm
Petra Schultze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (SII), Tel.: 0731 / 500.43.025, Fax: 0731 / 500.43.026, eMail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
19.05.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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