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9. COMPAMED Frühjahrsforum

Hervorragende Möglichkeiten durch Licht in der Medizintechnik

Messegelände Düsseldorf. Nordeingang. © Foto: Rene Tillmann / Messe Duesseldorf
Messegelände Düsseldorf. Nordeingang. © Foto: Rene Tillmann / Messe Duesseldorf

Gemeinsam mit der Messe Düsseldorf veranstaltete der IVAM Fachverband für Mikrotechnik am im Mai 2015 das 9. COMPAMED Frühjahrsforum. Renommierte Experten der Medizintechnik gaben interessante Einblicke in den Einsatz photonischer Verfahren für Endoskopie, Laserchirurgie, Lab-on-a-Chip, biomedizinische Optosensoren und weitere Anwendungen.

Die Vortragenden waren sich einig, dass der Einsatz von Licht hervorragende Möglichkeiten in der Medizintechnik bietet. Mit Licht, z.B. über direkte Laseranwendungen oder durch Glasfaser, kann eine benötigte Energiemenge sehr genau eingestellt und sehr fokussiert an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Schäden an gesundem Gewebe können weitestgehend vermieden werden. So konnte Dr. Alexander Krüger vom Laser Zentrum Hannover eindrucksvoll zeigen, wie Laser bei Augenoperationen gezielt den Glaskörper verändern können, ohne dabei Netzhaut oder Nerven zu verletzen. Tumore, z.B. an den Stimmlippen, können mittels Licht gezielt entfernt werden – die Stimmbänder selbst bleiben dabei funktionsfähig. Dr. Jürgen Helfmann von der Laser- und Medizin-Technologie GmbH aus Berlin stellte Verfahren vor, mit denen Licht aus Glasfasern durch Streuung seitlich ausgekoppelt werden kann, um größere Flächen zu bestrahlen. Dies erlaubt eine gezielte Energiekontrolle und gleichzeitig die Bearbeitung großer Gewebepartien.

Ein großes Einsatzgebiet der Optik ist die Diagnostik. Bildgebende Verfahren werden immer genauer. Thorsten Jürgens von Olympus Surgical Technologies Europe zeigte in seinem Keynote-Vortrag die Kombination von optischer Diagnostik mit der Laserchirurgie: Diese Spezialinstrumente erlauben, Tumore während der minimal-invasiven Operation zu sehen und somit den Laser zur Entfernung der Tumore gezielt zu steuern.

Auch optische Mikrosensoren finden immer weitere Anwendungen, wie z.B. der In-Ohr-Sensor vom CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik, der den Pulsschlag und den Sauerstoffgehalt des Blutes nicht-invasiv messen und kontinuierlich an ein Aufzeichnungsgerät übermitteln kann. Martin Kuchenbecker von Berliner Glas stellte Interoralkameras vor, die es erlauben, 3D-Bilder der Zähne zu machen. Die bisher notwenigen Abdrücke sind damit künftig überflüssig, denn die erhobenen Daten können direkt zur Herstellung von Zahn-Implantaten verwendet werden.

Faszinierende Beispiele für den Einsatz von Licht gaben Dr. Stefan Mohrdiek vom CSEM, der unter dem Titel "Hören durch Licht" darstellte, wie Lichtimpulse die Hörnerven anregen können, so dass der Patient wieder Geräusche vernehmen kann, und Dr. Frank Fischer von Beiersdorf, der mit optischen Methoden feststellen kann, wie Kosmetika Haut und Haare messbar beeinflussen.

Trotz aller Vorteile ist der Einzug photonischer Methoden in die Medizin noch schleppend. Herr Jürgens wies in seiner Keynote darauf hin, dass, wie so oft bei neuen medizinischen Verfahren, die Regeln für die Erstattung durch Krankenkassen erst geändert werden müssen, was einen langwierigen Prozess darstellt. Insbesondere bei Implantaten, aber auch bei diagnostischen Verfahren stehen zunächst zeit- und kostenintensive klinische Tests an. Trotzdem waren sich alle Experten einig, dass ein hohes Potenzial für diese Technologie existiert und dass sie in naher Zukunft immer mehr genutzt werden wird.

Das COMPAMED Frühjahrsforum ist der jährliche Expertentreffpunkt für Entwickler, Produzenten und Anwender aus der medizinischen Praxis. Es bietet bereits im Frühjahr einen Ausblick auf die COMPAMED, die größte europäische Messe für Zulieferer der medizinischen Fertigung, die jedes Jahr im Herbst in Düsseldorf stattfindet.

Mona Okroy-Hellweg Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, IVAM Fachverband für Mikrotechnik
IVAM Fachverband für Mikrotechnik, Joseph-von-Fraunhofer-Straße 13, 44227 Dortmund, Deutschland, Mona Okroy-Hellweg, Verbandskommunikation, Tel.: (0231) 97 42 - 70 89, eMail: mo@ivam.de
19.05.2015
22.06.2017, 11:21 | dre
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