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Weiterbildung

Neue Therapiemöglichkeiten bei Lymphödem nach Brustkrebs

Universitätsklinikum Leipzig. Atrium im Zentrum für Frauen- und Kindermedizin. © Foto: Stefan Straube / Universitätsklinikum Leipzig
Universitätsklinikum Leipzig. Atrium im Zentrum für Frauen- und Kindermedizin. © Foto: Stefan Straube / Universitätsklinikum Leipzig

Geschwollene Oberarme, die sich schwer anfühlen und manchmal kaum anzuheben sind – solche Symptome waren früher nicht selten nach einer Brustkrebsbehandlung. „Das sekundäre Lymphödem ist ein bekanntes klinisches Problem, das aber schlecht behandelbar ist“, sagt Dr. Susanne Briest, Leiterin des Brustzentrums am Universitätsklinikum Leipzig.

„Es kann immer dann auftreten, wenn bei der Behandlung des Mammakarzinoms Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und/oder bestrahlt werden bzw. der Krebs so weit fortgeschritten ist, dass Metastasen das Lymphgefäßsystem infiltrieren. Damit entstehen Veränderungen, die dazu führen, dass die Lymphe nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann. Das wiederum führt zu einem Rückstau der Lymphflüssigkeit im Arm und einer Zunahme des Umfanges.“

Bei einer Weiterbildung, die das universitäre Brustzentrum niedergelassenen Ärzten und Physiotherapeuten anbietet, wird ein niederländischer Experte neuartige Therapiemöglichkeiten für das Lymphödem vorstellen. Dabei arbeiten Ärzte, Physiotherapeuten und Pflegekräfte, die sich auf Diagnostik und Behandlung des Lymphödems spezialisiert haben, zentralisiert zusammen, um mit verschiedensten Methoden – von manueller Lymphdrainage über Kompressionstherapie bis zur Liposuktion gegen sekundäre Armlymphödeme vorzugehen. Zugleich stellt Dr. Robert Damstra vom Expertenzentrum für Lymphovaskulare Medizin des Hospitals Drachten ein neuartiges Gerät vor, mit dem das Ausmaß eines Lymphödems gemessen werden kann. „Bisher wird nur eine Umfangsmessung des Körperteils – mit z.B. einem Bandmaß wie beim Schneider – vorgenommen“, so Dr. Briest. „Mit dem neuartigen Gerät kann genauer das Volumen des betroffenen Körperteils und damit auch exakter ein Therapieerfolg beurteilt werden.“

Hintergrund: Entfernung von Lymphknoten

Bei Brustkrebs werden heute nicht mehr radikal alle Lymphknoten in der Achselhöhle neben der betroffenen Brust entfernt, sondern nur noch die Wächterlymphknoten. Dabei handelt es sich um die in Lymphabflussrichtung befindlichen ersten Lymphknoten nach dem Karzinom. Diese werden bei der Brust-OP entfernt und können sofort (das ist der große Vorteil des Brustzentrums am Universitätsklinikum) auf Krebsbefall untersucht werden. Seit 2011 gilt: Sind weniger als drei Wächterlymphknoten befallen, ist keine radikale Entfernung aller Lymphknoten nötig bei Frauen deren Brust erhalten bleibt. Das bringt für die betroffenen Patientinnen großen Gewinn, weil mit der radikalen Lymphknotenentfernung oft Nebenwirkungen verbunden sind: 30 von 100 Frauen, bei denen alle Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt wurden, leiden an Lymphödemen und anderen Nebenwirkungen.

Weiterbildung "Das Lymphödem beim Mammakarzinom" am Uniklinikum Leipzig:

5. März 2014
18 bis 20 Uhr
Konferenzraum Cerutti/Trier,
Frauen- und Kinderzentrum des Universitätsklinikums
Liebigstr. 20a

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Pressemitteilung UKL
Sandra Hasse, Pressestelle/Unternehmenskommunikation, Tel.: 0341 / 97-15905, Fax: 0341 / 97-15906, eMail: presse@uniklinik-leipzig.de
04.03.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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