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Deutsche Gesellschaft für Urologie

Öffentlichkeitsforen auf 66. DGU-Kongress mit heiklen Themen

66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. © Foto: DGU
66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. © Foto: DGU

Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr greift die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auch bei ihrem Jahreskongress 2014 vom 1. bis 4. Oktober in Düsseldorf in sogenannten Öffentlichkeitsforen wieder heikle und heftig diskutierte Fragen aus der Medizin und aus ihrem Fachgebiet auf. Die beiden Öffentlichkeitsforen des 66. DGU-Kongresses thematisieren am 2. Oktober im Congress Center Düsseldorf aktuelle Kontroversen, die Deutschland bewegen.

„Die Veranstaltungen wenden sich nicht nur an medizinische Fachbesucher, sondern insbesondere auch an Medienvertreter, da die Themen den Rahmen der wissenschaftlichen Debatte verlassen haben und Gegenstand von Diskussionen und Kontroversen der Öffentlichkeit geworden sind. Diese Foren sollen dazu beitragen, die gesellschaftliche Meinungsbildung auf einer fundierten, sachlichen Ebene zu fördern“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch.

Das Öffentlichkeitsforum „Aktuelle Kontroversen in der Urologie“, das am 2. Oktober von 8.30 bis 10 Uhr in Raum 16/17 stattfindet, eröffnet mit der Frage „Risiko Ärztepfusch – welchen Wert haben Fehlerstatistiken der Krankenkassen?“. Prof. Dr. Joachim A. Steffens aus Eschweiler wird zu dem Thema referieren, das 2013 allein beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zu rund 14.600 begutachteten Verdachtsfällen führte, von denen etwa jeder vierte Fall als ärztlicher Behandlungsfehler gewertet wurde.

Prof. Dr. Paolo Fornara aus Halle setzt sich mit der „Grausamen Spende – der Hype um vermeintlich nicht-hirntote Organspender“ auseinander. Die Diagnose Hirntod ist hierzulande Bedingung für die Entnahme von Spenderorganen. Nach Medienberichten soll es bei der Diagnostik vermeintlich zu Unregelmäßigkeiten und Fehlern gekommen sein.

„Wie findet man das beste Krankenhaus?“ DGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Roth aus Wuppertal befasst sich mit Sinn und Unsinn von Internet-basierter Krankenhauswerbung. Welchen Nutzen bringen und welche tatsächliche Zielsetzung haben die Online-Wegweiser im Netz?

Die Frage „Bezahlung nach Qualität – ist das ein sinnvoller Weg für die Medizin?“ wird DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg aus Rostock beleuchten. Es ist umstritten, ob sich Qualitätsprobleme durch schlechtere Bezahlung lösen lassen. Die Große Koalition will die Finanzierung von Kliniken jedoch deutlicher an ihren Behandlungserfolgen bemessen.
Moderiert wird das Öffentlichkeitsforum zu den aktuellen Kontroversen von DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Jan Fichtner und DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Hakenberg sowie Dr. Axel Schroeder, dem Präsidenten des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU).

Im zweiten Öffentlichkeitsforum des Kongresses geht es am selben Tag von 13.00 bis 14.30 Uhr in Saal X um Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms: Überdiagnose und Übertherapie werden in Deutschland heftig diskutiert. Thematisiert werden das „Risiko-adaptierte Screening“, das die Gefahr der Überbehandlung minimieren soll, die europäische PRIAS-Studie zu einer aktiven Überwachung von Prostatakrebs sowie Standards und erwartete Entwicklungen bei Operationen und Bestrahlung von Tumoren der Prostata. Außerdem werden die wichtigsten Neuerungen der aktualisierten S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom benannt. Im Rahmen des Forums erfolgt auch die Verleihung des „Medienpreises Urologie 2014“.

Bettina-Cathrin Wählers, Pressestelle der DGU, Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.
DGU/BDU-Pressestelle, Bettina-C. Wahlers / Sabine M. Glimm, Stremelkamp 17, 21149 Hamburg, Tel.: 040 / 79 14 05 60, Mobil: 0170 / 48 27 28 7, eMail: info@wahlers-pr.de
16.09.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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