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ETH Zürich

Pharmazeutische Forschung: Von historischen Quellen zu modernen Arzneimitteln

Hauptgebäude der ETH Zürich, Blick auf Kuppel und Haupteingang an der Rämisstrasse. © Foto: ETH Zürich
Hauptgebäude der ETH Zürich, Blick auf Kuppel und Haupteingang an der Rämisstrasse. © Foto: ETH Zürich

Bis ins 19. Jahrhundert stellten Heilpflanzen den Hauptanteil der Arzneimittel. Schon die frühen Hochkulturen und Antike lieferten schriftliche Zeugnisse für deren vorrangige Anwendung. Deutlich wird dies auch in der aus 5 Büchern bestehenden «Materia medica» des Dioskurides (1. Jh.). In dem noch für kommende Jahrhunderte massgebenden Werk beschrieb er systematisch mehr als 1000 Arzneimittel. Von diesen waren etwa 800 pflanzlichen, aber nur 200 tierischen und mineralischen Ursprungs.

Speziell im 16. Jahrhundert begannen Stadtärzte, Apotheker und Botaniker damit, bisheriges Pflanzenwissen zu sortieren, Anwendungsvorschriften zu optimieren und vermehrt auch in deutscher Sprache in Arzneibüchern zu publizieren.
Die Erfindung und Nutzung des Buchdrucks ermöglichten und vereinfachten eine Vervielfältigung und Verbreitung solcher Sammelwerke. Zahlreiche Autoren rückten bald auch Herstellung, Qualitätssicherung, Lagerungsvorschriften und Prüfmethoden für Arzneimittel in den Vordergrund. Derartige, zunächst für Städte oder Herrschaftsgebiete und später national oder international gültige Pharmakopöen wurden über die Gesetzgebung verbindlich.

Gelehrte des 16. Jh. wie Burkhard III von Hallwyl oder Conrad Gessner erkundeten für ihre Schriften die umgebende Natur, kultivierten Heilpflanzen in ihren Privatgärten und verfeinerten überlieferte Rezepturen.

Neben den pflanzlichen wurden in den folgenden Jahrzehnten in Anlehnung an Glauber oder Paracelsus auch die «medico-chymischen» Produkte in die Arzneibücher integriert und ausser Naturstoffen zunehmend synthetisch hergestellte Wirkstoffe beschrieben.

Hochschullehrer des 19. und 20. Jh. wie August Flückiger, Alexander Tschirch und Carl Hartwich sorgten mit ihren pharmazeutischen Forschungen, Sammlungen sowie geschichtlichen und ethnologischen Studien für richtungsweisende Charakterisierungen pflanzlicher Heilmittel, die die Basis für die heutigen innovativen Therapeutika bildeten.

PROGRAMM

14.00–15.10 Beiträge Teil I

Prof. Dr. Karl-Heinz Altmann (D-CHAB, ETH Zürich)
Begrüssung // Forschung im Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der ETH Zürich

Prof. Dr. Sabine Anagnostou (Universität Marburg)
Historische Quellen: Wege zu neuen Phytotherapeutika und Wirkstoffen

Prof. Dr. François Ledermann (Universität Bern)
Kosmopolitismus in der Pharmako-gnosie: Das Berner Beispiel, 1860–1940

15.10–15.25 Diskussion I
15.25–15.40 Pause I

15.40–16.40 Beiträge Teil II

Dr. Manfred Fankhauser (ETH Zürich)
Die Rolle und der Beruf des Apothekers in der Geschichte

Dr. Barbara Brauckmann (D-CHAB, ETH Zürich)
Carl Hartwich und seine Bücher:
Von Heinrich Abel bis Theodor Zwinger

Dr. Beatrix Falch (Phytocura und ETH Zürich)
Traditionelles Wissen für eine moderne Phytotherapie

16.40–16.55 Diskussion II
16.55–17.10 Pause II

17.10–18.10 Beiträge Teil III

Dr. Barbara Frei Haller (Université de Neuchâtel und ETH Zürich)
«Das recht Hallwylisch wundtrannck» – Rezepte aus dem 16 Jh. unter der Lupe

Dipl.-Ing. Martina Föhn (ProSpecieRara)
Conrad Gessner als Gärtner und Pharmazeut

Prof. Dr. Gerd Folkers (Collegium Helveticum, UZH/ETH)
Das Arzneibuch im Wandel: Bedeutung und Aufgaben

18.10–18.45 Diskussion III und Abschlussdiskussion
18.45–19.30 «get together»

Hinweise zur Teilnahme:

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte um Anmeldung an brauckmann@chem.ethz.ch

Weitere Informationen:
http://www.chab.ethz.ch/

Termin:
16.01.2015 14:00 - 19:30

Anmeldeschluss:
09.01.2015

Veranstaltungsort:
ETH Zürich, Campus Hönggerberg
HCI-Auditoriumsgebäude, Hörsaal J 3
CH-8093 Zürich
Zürich
Schweiz

Zielgruppe:
Wissenschaftler, jedermann

Roman Klingler, Hochschulkommunikation, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)
Franziska Schmid, Leiterin News & Medienstelle ETH, Tel.: 0041 / 44-632 89 41, Fax: 0041 / 44-632 35 25, eMail: franziska.schmid@hk.ethz.ch
23.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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