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  • Thomas Schönemann

Abendvortrag am 15. Juni 2014

Teilchenbeschleuniger in der Medizin: Neue Krebstherapie in Dresden

Der Weg der Teilchen vom Kreisbeschleuniger über das Strahlrohr bis zur Patientenliege an der Universitäts-Protonentherapie Dresden "OncoRay". © Foto: OncoRay
Der Weg der Teilchen vom Kreisbeschleuniger über das Strahlrohr bis zur Patientenliege an der Universitäts-Protonentherapie Dresden "OncoRay". © Foto: OncoRay

Teilchenbeschleuniger für die moderne Krebstherapie, die auf der Bestrahlung mit geladenen Teilchen wie zum Beispiel Protonen basiert, sind in Deutschland noch selten. Professor Wolfgang Enghardt vom Dresdner OncoRay-Zentrum hält hierzu einen öffentlichen Abendvortrag: Sonntag, 15. Juni, 20 Uhr im Internationalen Congress Centrum Dresden. Der Eintritt ist frei.

In Dresden entsteht eine neue Therapieanlage für Krebserkrankungen: die Universitäts-Protonentherapie Dresden. Professor Wolfgang Enghardt begleitet als leitender Medizinphysiker am Nationalen Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie „OncoRay“ den Aufbau, die Inbetriebnahme und ab Herbst 2014 auch den Patientenbetrieb, zugleich forscht er an neuen Medizingeräten. In seinem etwa einstündigen Abendvortrag geht er auf die Krebstherapie mit Partikelstrahlen, auf die hierfür benötigten Beschleuniger und auf neue Technologien ein, damit sich die Therapie mit Protonen und anderen Ionen in Zukunft als hochpräzise Waffe gegen den Krebs etabliert.

Titel: Neue Krebstherapie in Dresden – Teilchenbeschleuniger in der Medizin
Datum: Sonntag, 15. Juni 2014, 20 - 21 Uhr
Ort: Internationales Congress Centrum Dresden,
Ostraufer 2, 01067 Dresden

Die Protonentherapie ist im Kampf gegen Krebs besonders präzise, zugleich schädigt sie gesundes Gewebe weniger als die etablierte Strahlentherapie mit harter Röntgenstrahlung. Eine Anlage für die Bestrahlung mit Protonen besteht heute aus einem Kreisbeschleuniger und einer riesigen, mit Magneten bestückten Stahlkonstruktion. Diese ist um 360 Grad drehbar, damit der Protonenstrahl präzise ausgerichtet werden kann. Zwischen der Stahlkonstruktion und dem Kreisbeschleuniger fliegen die Protonen durch ein langes Strahlrohr, wo schwere Elektromagneten sie auf ihrer Bahn halten.

Im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das gemeinsam mit der Technischen Universität und dem Universitätsklinikum Dresden zu den Trägern von OncoRay gehört, arbeiten Forscher an neuen Technologien wie etwa an der Beschleunigung von Protonen durch intensives Laserlicht. Erstmalig soll im OncoRay-Zentrum neben einem herkömmlichen Teilchenbeschleuniger in wenigen Jahren ein neuartiger Laser-Beschleuniger zu vergleichenden Untersuchungen genutzt werden.

Abendvortrag im Rahmen der Weltbeschleunigerkonferenz

Vom 15. bis zum 20. Juni 2014 findet in Dresden die IPAC 2014 statt (IPAC = „International Particle Accelerator Conference“). Hierzu werden rund 1.500 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Für die lokale Organisation ist das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf zuständig.

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden Großgeräte mit einzigartigen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.
Das HZDR ist seit 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter – davon ca. 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Das OncoRay Zentrum wird seit 2004 gemeinsam von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden sowie dem HZDR aufgebaut und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogrammes Zentren für Innovationskompetenz, durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und Eigenmittel der tragenden Partner gefördert. Das Ziel des Zentrums ist, mittels translationaler Forschung die Heilung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte, technisch optimale Strahlentherapie zu verbessern. In Dresden wird dazu in den kommenden Jahren auch der Einsatz von Protonen in der Krebstherapie patientennah und jenseits kommerzieller Zwänge weiterentwickelt. Eng an die Forschung im Zentrum angelehnt ist eine Graduiertenschule mit dem Master-Studiengang „Medical Radiation Sciences“ und einem multiprofessionellen Doktorandenprogramm.

Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de
http://www.oncoray.de

Dr. Christine Bohnet, Kommunikation und Medien, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Dr. Christine Bohnet, Pressesprecherin, Tel.: 0351 / 260 2450, eMail: c.bohnet@hzdr.de
13.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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