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Internationaler Trainings-Workshop

Welches Potenzial bietet die diagnostische Hybridbildgebung?

Positronen-Emissions-Tomographie. Universitätsklinikum Tübingen. Department für Radiologie. © Foto: Universitätsklinikum Tübingen
Positronen-Emissions-Tomographie. Universitätsklinikum Tübingen. Department für Radiologie. © Foto: Universitätsklinikum Tübingen

Spezialisten der Radiologie und Nuklearmedizin aus Australien, Asien, USA und Europa treffen sich von 17. bis 21. Februar zum dritten Mal in Folge in Tübingen zu einem Workshop, um sich über neueste technische Entwicklungen und klinische Anwendbarkeiten im Bereich der diagnostischen Hybridbildgebung zu informieren.

Die PET/MR-Hybridbildgebung kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Magnetresonanztomographie (MRT) in einem Gerät. Beide Technologien ermöglichen es, in einem einzigen Untersuchungsschritt sowohl die Struktur als auch gleichzeitig die Funktion von Organen und Geweben im gesamten Körper darzustellen. Die PET/MR-Hybridbildgebung ist eine sehr junge Technologie, deren Stellenwert für Klinik und Forschung von Medizinern, Naturwissenschaftlern verschiedenster Fachdisziplinen, Ingenieuren und IT-Spezialisten diskutiert wird.

Seit Einführung der Technologie bietet die Radiologische Universitätsklinik Tübingen mit einem jährlich stattfindenden 5-tägigen PET/MR Workshop eine Diskussionsplattform für Experten aus der ganzen Welt. Der Workshop vereint praktische Übungen an den Geräten mit Fallbesprechungen und der Demonstration von neuester Auswertungssoftware. Neu-Anwender treffen auf ausgewiesene Experten zum Erfahrungsaustausch. Es werden erste Ergebnisse aus klinischen Studien in den Bereichen Onkologie, Neurologie, Kinderradiologie und Kardiologie diskutiert, um zu verifizieren, bei welchen Krankheitsbildern die Hybridbildgebung für den Patienten echte Vorteile im Vergleich mit der bisherigen Bildgebung, nur mit MRT, PET oder CT, bietet.

Hintergrundinformation Hybridbildgebung

Mit der Hybridbildgebung kann in einer Untersuchung im ganzen Körper des Patienten sowohl die Lage und die Struktur eines Organs abgebildet, als auch seine aktuelle Stoffwechselaktivität dargestellt werden. Ursprünglich hatte sich die radiologische Bildgebung ganz auf die Darstellung von Strukturen konzentriert. Inzwischen weiß man jedoch, dass sich beispielsweise bei einer erfolgreichen Krebstherapie zunächst der Stoffwechsel eines Tumors verändert, während Struktur und Größe des Tumors noch unverändert bleiben können, bzw. sich erst zu einem späteren Zeitpunkt verringern. Um zu einem möglichst frühen Zeitpunkt entscheiden zu können, ob eine Krebstherapie angeschlagen hat, ist es sinnvoll, auch die Veränderungen im Stoffwechsel als Therapiekontrolle zu berücksichtigen.

Die Kombination der Positronen-Emmissions-Tomographie (PET, Darstellung von Stoffwechselaktivität) mit der Magnetresonanztomographie (MRT, Darstellung von Strukturen im Körper) in einem Gerät ist wegen der unterschiedlichen physikalischen Prinzipien, die beiden Technologien zugrunde liegen, eine große Herausforderung. Auf der Basis von technischen Entwicklungen, die in der Abteilung für Präklinische Bildgebung am Universitätsklinikum in Tübingen erzielt wurden, kam die Firma Siemens im Jahr 2010 mit dem ersten patiententauglichen Gerät, das beide Technologien in einem Gerät vereint, auf den Markt. Anfang 2011 wurde das weltweit zweite dieser Geräte in Tübingen in Betrieb genommen.
Die Hybridbildgebung ist zwar nicht für jedes Krankheitsbild diagnostisch von Vorteil, aufgrund ihrer geringen Strahlenbelastung ist sie aber z.B. besonders für wiederholte onkologische Untersuchungen an Kindern sinnvoll. Außerdem eignet sie sich gut für spezielle Fragestellungen aus der Neurologie, z.B. in der Demenzforschung.

Mehr Infos unter www.pet-mr-tuebingen.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Tübingen
Universitätsklinikum Tübingen, Department für Radiologie, PD. Dr. Brigitte Gückel, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen, Tel.: 07071 / 29-8 12 12, Fax: 07071 / 29-58 45
06.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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