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  • Thomas Schönemann

Prof. Dr. Meinrad Beer

Bilder zum Sprechen bringen

Prof. Dr. Meinrad Beer. © Foto: Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Meinrad Beer. © Foto: Universitätsklinikum Ulm

Prof. Dr. Meinrad Beer ist neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Ulm. Er beschreibt einen fundamentalen Wandel in der Radiologie in den vergangenen zwanzig Jahren. Der Grundgedanke, Bilder zum Sprechen zu bringen, habe sich jedoch nicht geändert.

Früher saßen Radiologen häufig allein in einem abgedunkelten Raum und betrachteten schwarz-weiße Röntgenbilder auf einem Leuchtschirm, der an der Wand hing. Heute entstehen bei einer einzigen Untersuchung im Computertomographen viele hunderte, teils farbige Schichtbilder, die ein leistungsstarker Computer zuverlässig zusammensetzt und die sofort per Mausklick an behandelnde Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen weitergeleitet werden können. „In der kommenden Besprechung sind die Bilder dann schon allen Ärzten bekannt und wir können in einem meist interdisziplinär besetzten Team die Diagnose und alle Behandlungsoptionen effektiv diskutieren“, sagt Prof. Dr. Meinrad Beer, für den die Radiologie somit wieder viel näher an den Patienten gerückt ist. Der 45-Jährige ist seit dem 1. Oktober dieses Jahres neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Ulm. Er folgt auf Prof. Dr. Hans-Jürgen Brambs, der die Klinik seit 1996 leitete und sich nun in den Ruhestand verabschiedet hat.

Der neue Ärztliche Direktor beschreibt einen fundamentalen Wandel in der Radiologie in den vergangenen zwanzig Jahren. Der Grundgedanke, Bilder zum Sprechen zu bringen, habe sich jedoch nicht geändert: „In der Medizin ist eine hochspezialisierte Bildgebung aktueller denn je. Gut festmachen lässt sich das an Operationssälen, die mit Hybridtechnik ausgestattet sind. Es lassen sich kleinste anatomische Strukturen – beispielsweise sehr dünne Gefäße oder kleine Tumore bzw. Metastasen – bildlich so gut darstellen, dass minimalinvasive Eingriffe möglich werden.“

Professor Beer ist ein „Grenzgänger“: Nach über 15-jähriger Tätigkeit am Universitätsklinikum Würzburg – zum Schluss als Leitender Oberarzt in der Radiologie – war er zuletzt an der Medizinischen Universität Graz tätig. Dort war er Universitätsprofessor und Chefarzt der Klinischen Abteilung für Kinderradiologie. „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung in Ulm. Mein Vorgänger hat mir eine sehr gut funktionierende Klinik mit motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie hochmoderner Medizintechnik übergeben“, sagt der 1968 in Regensburg geborene Mediziner zufrieden. Seine Familie hat sich im schönen Ulm schon gut eingelebt. Die nun wieder größere Nähe zu liebgewonnenen Freunden und die zahlreichen Freizeitattraktionen um Ulm waren für seine beiden Kinder eine große Motivation für den erneuten Umzug von der Steiermark ins Baden-Württembergische.

Weiterhin positiv entwickeln wird sich sicher auch die Magnetresonanztomographie (MRT) der Universitätsmedizin Ulm, die dank der Unterstützung von Fakultät und Universitätsklinikum weiter modernisiert wird: „In naher Zukunft werden wir prinzipiell in der Lage sein, in Moleküle zu schauen. Das ist für universitäre Medizin unerlässlich, um nicht nur die Entstehung von Krankheiten besser verstehen zu können, sondern auch um noch genauere Diagnosen stellen und zuverlässigere Therapien entwickeln zu können“, erläutert Professor Beer, der im besseren Erkennen des Stoffwechsels mittels Bildgebung einen wichtigen Schlüssel für eine erfolgreiche Medizin der Zukunft sieht. Zum Tragen komme diese Medizintechnik der neuesten Generation beispielsweise bei der Behandlung von Tumoren und Metastasen. „Es gibt viele weitere Beispiele. So ist es heutzutage möglich, eine Fettleber allein anhand der Bildgebung zu diagnostizieren. Die sonst übliche Biopsie, also die Entnahme von Gewebeproben durch einen Hautschnitt, kann wegfallen.“

Besonders am Herzen liegt dem 45-Jährigen – neben kardiologischen und onkologischen Fragestellungen – die pädiatrische Radiologie. „In ganz Deutschland gibt es nur noch wenige universitäre Kinderradiologien. Hier gibt es großen Nachholbedarf“, sagt Professor Beer, der auch für diesen Schwerpunkt seit 2010 die volle Weiterbildungsermächtigung hat. „In Ulm möchte ich ein kinderradiologisches Zentrum aufbauen, das seine Strahlkraft in enger Kooperation mit den klinischen Partnern für die Region entfalten kann.“

Jörg Portius, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsklinikum Ulm
Jörg Portius, Tel.: 0731 / 500 - 43043, Fax: 0731 / 500 - 43026, eMail: joerg.portius@uniklinik-ulm.de
21.10.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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