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  • Thomas Schönemann

Dr. Jane Holland

Curt Meyer Gedächtnis-Preis 2014: Australische Krebsforscherin vom MDC erhält Auszeichnung für Arbeit zum basalen Brustkrebs

Curt Meyer Gedächtnis-Preis 2014 an Dr. Jane Holland vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch verliehen. © Foto: Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Curt Meyer Gedächtnis-Preis 2014 an Dr. Jane Holland vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch verliehen. © Foto: Berliner Krebsgesellschaft e.V.

Gestern Abend hat die Berliner Krebsgesellschaft den Curt Meyer Gedächtnis-Preis 2014 verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Dr. Jane Holland vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch für ihre wegweisende Arbeit zum basalen Brustkrebs.

„Jane Holland hat mit ihrer Arbeit zu einem besseren Verständnis über den basalen Brustkrebs beigetragen und damit Grundlagen für die Entwicklung neuer Therapieoptionen gelegt“, begründete Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag im Vorfeld die Auszeichnung der 34-jährigen Australierin, die seit 2007 am MDC über Brustkrebs forscht. „Diese Leistung wollen wir mit dem Curt-Meyer Gedächtnispreis 2014 würdigen.“ Die Ergebnisse waren im Dezember 2013 im Fachmagazin „Cell Reports“ erschienen und hatten in der Fachwelt für große Aufmerksamkeit gesorgt.

Basaler Brustkrebs ist eine schnell wachsende und aggressive Krebsart und geht tendenziell mit einer schlechten Prognose einher. In der Regel handelt es sich um tripel-negative Tumore, die so heißen, weil sie weder Rezeptoren für die Hormone Östrogen oder Progesteron noch Rezeptoren für den Wachstumsfaktor Her2 besitzen. Da die Tumore nicht auf Antihormontherapien oder die Antikörpertherapie gegen Her2 ansprechen, ist die Chemotherapie bislang die einzige medikamentöse Therapieoption.

Um die Suche nach neuen Therapiemöglichkeiten voranzutreiben, haben Holland und ihre Kollegen vom MDC ein genetisches Mausmodell entwickelt und dabei gleich mehrere bemerkenswerte Entdeckungen gemacht. „Wir konnten erstmals zeigen, dass der Chemokinrezeptor CXCR4 beim basalen Brustkrebs eine entscheidende Rolle spielt“, beschreibt Jane Holland den neuen Fund. „Damit haben wir neben den beiden anderen Krebstreibern WNT und Met eine dritte Komponente identifiziert, die diesen Tumor so aggressiv macht.“

Und nicht nur das: In Tests mit verschiedenen Hemmstoffen zeigte sich, dass das Chemokinsystem und die beiden Signalwege Wnt/beta-Catenin und HGF/Met auch ideale therapeutische Angriffspunkte sind. Die eingesetzten Hemmstoffe werden bereits bei anderen Krebsarten erprobt, kommen aber bislang nicht beim Brustkrebs zum Einsatz. Mit dem dreifachen Angriff gelang es den Wissenschaftlern, das Krebswachstum bei den Mäusen für mehrere Wochen zu unterdrücken. „Es hat sich gezeigt, dass die Dreifach-Blockade am wirksamsten ist“, sagt Holland. „Das macht uns große Hoffnung, dass der basale Brustkrebs eines Tages vielleicht doch zielgerichtet behandelt werden kann, so wie es bei anderen Brustkrebserkrankungen bereits der Fall ist.“ In einer Kooperation mit der Charité will Holland die Hemmstoffe demnächst am menschlichen Gewebe weiter testen. Vorerst allerdings noch im Labor.

Die Preisträgerin Dr. Jane Holland hat an der Universität in Adelaide (Australien) Chemie und Mikrobiologie studiert. Dort promovierte sie im Jahr 2006 mit einer Arbeit über Brustkrebs. Seit 2007 ist sie Senior Postdoktorandin in der Forschungsgruppe „Signalvermittlung in Entwicklung und Krebsentstehung“ von Prof. Walter Birchmeier am MDC.

Über den Curt Meyer Gedächtnis-Preis

Die Berliner Krebsgesellschaft verleiht den Curt Meyer Gedächtnis-Preis schon seit 1988. Mit 10.000 Euro zählt der Forschungspreis zu den höchst dotierten Auszeichnungen in Deutschland auf dem Gebiet der Krebsmedizin. Der Preis dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer (1891-1984), der nach praktischer und kommunalärztlicher Tätigkeit in Thüringen und Berlin 1944 verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert wurde. Nach 1945 reorganisierte der spätere Träger der Ernst-Reuter-Plakette das Gesundheitswesen im ehemaligen Westberlin, insbesondere die Gesundheitsfürsorge. Die Beratungsstellen für Krebskranke in den Gesundheitsämtern gehen auf seine Initiative zurück. Er erkannte als einer der ersten, wie wichtig soziale und psychologische Unterstützung für die Rehabilitation von Krebskranken ist. Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. ist aus dem Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung e.V. hervorgegangen, dessen Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender Dr. Curt Meyer war.

Über die Berliner Krebsgesellschaft

Die Berliner Krebsgesellschaft ist für krebsbetroffene Menschen der Ansprechpartner vor Ort. Kostenfreie persönliche Beratung, direkte Hilfe und weitreichende Unterstützung von Patienten und Angehörigen sind die Kernaufgaben der gemeinnützigen Organisation. Weitere wichtige Aufgaben sind Aufklärung und Information der Berliner Bevölkerung sowie Förderung der Krebsforschung und der ärztlichen Weiterbildung. Der gemeinnützige Verein ist seit über 60 Jahren für das Wohl krebskranker Menschen in Berlin tätig und finanziert sich ausschließlich über Erbschaften und Spenden. Ziel der Berliner Krebsgesellschaft ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Heilungschancen zu erhöhen.

Pressemitteilung der Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Berliner Krebsgesellschaft e.V., Maren Müller/Beatrice Hamburger, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin, Tel.: 030 / 280 41 955, Fax: 030 / 282 41 36, eMail: presse@berliner-krebsgesellschaft.de
11.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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