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  • Thomas Schönemann

Gerd Nettekoven

Ein Leben für die Deutsche Krebshilfe

v.l.n.r Prof. Dr. Michael Manns, Andreas Rehfus, die beiden Preisträger Gerd Nettekoven und Dr. Aurelio Telemann, MHH-Präsident Prof. Dr. Christopher Baum. © Foto: MHH/Kaiser
v.l.n.r Prof. Dr. Michael Manns, Andreas Rehfus, die beiden Preisträger Gerd Nettekoven und Dr. Aurelio Telemann, MHH-Präsident Prof. Dr. Christopher Baum. © Foto: MHH/Kaiser

Der Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille gehören zu den höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland. Die Förderstiftung MHH plus hat die von der Deutschen Hypothekenbank AG gestifteten Preise am Dienstag, 2. Februar 2016, in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verliehen. Dabei wurde der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Krebshilfe für seine Lebensleistung ausgezeichnet.

Mit der diesjährigen Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2015/2016 wurde Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe, in Anerkennung seiner bisherigen Lebensleistung ausgezeichnet. Der 59-jährige ausgebildete Kaufmann hat sich seit 1978 mit großem Erfolg in verschiedenen Bereichen und Funktionen für die Deutsche Krebshilfe engagiert, die Förderpolitik der Organisation mitgeprägt und sich stark für die Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland eingesetzt. Als die Deutsche Krebshilfe 1974 gegründet wurde, war das Thema Krebs ein Tabu, die Behandlungsmöglichkeiten waren eingeschränkt und die Aussicht auf Heilung war gering. Über zwei Milliarden Euro haben die Deutschen der Organisation im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte gespendet – damit wurden überhaupt erst Strukturen im Kampf gegen die Volkskrankheit geschaffen, wie zum Beispiel der Aufbau der ersten Tumorzentren in Deutschland. Weitere Meilensteine: Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hat sich zum größten privaten Drittmittelgeber in der Krebsforschung entwickelt, die Kinderkrebsmedizin wurde massiv gefördert, zudem Palliativstationen, Hospize sowie onkologische Spitzenzentren eingerichtet. Zu den jüngsten Errungenschaften gehört der Aufbau klinischer Krebsregister in den Bundesländern.

Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2015/2016 – gerichtet an junge Krebsforscher für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit – geht an Dr. Aurelio Teleman vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Der 39-jährige Molekularbiologe erforscht, wie Zellen ihr Wachstum regulieren und wie das Wachstum von Krebszellen zielgerichtet therapiert werden kann. Dabei untersucht der Forscher mit seiner Arbeitsgruppe die Signalwege, die für die Kontrolle und Regulation von Zellwachstum und Zellstoffwechsel verantwortlich sind – und konnte wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Zellen ihre Energieproduktion kontrollieren. Er entdeckte zum Beispiel, dass ein kleines Lipid, die Stearinsäure, die Funktion des primären, energieproduzierenden „Kraftwerks“ der Zellen, das Mitochondrium, kontrolliert. Der Forscher fand auch einen Mechanismus, der die wachstumsfördernde Signalisierung abschaltet, wenn der Aminosäurespiegel – der Baustein von Proteinen – reduziert wird. Die grundlegenden Entdeckungen eröffnen neue Wege in der Bekämpfung von Krebserkrankungen. Dr. Teleman wurde 1976 in Boston/USA geboren, studierte Biochemie an der Universität Harvard und promovierte in Zusammenarbeit mit dem European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und dem Imperial College in London. 2007 wurde er Nachwuchsgruppenleiter im DKFZ, seit 2012 leitet er dort die Abteilung „Krebs und stoffwechselassoziierte Signaltransduktion“.

Stefan Zorn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Medizinische Hochschule Hannover
Stefan Zorn, Tel.: 0511 / 532-6773, Fax: 0511 / 532-3852, eMail: zorn.stefan@mh-hannover.de
03.02.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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