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  • Thomas Schönemann

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Emeritierter Kieler Pathologe erhält Deutschen Krebspreis

Laudator Prof. Dr. Christoph Röcken. © Foto: UKSH
Laudator Prof. Dr. Christoph Röcken. © Foto: UKSH

Zu den wichtigsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin zählt der Deutsche Krebspreis. In der Sparte „Klinische Forschung“ ging diese hohe Ehrung an Professor Dr. Günter Klöppel, Emeritus des Institutes für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Die Laudatio hielt Professor Dr. Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie am Campus Kiel.

Der Preis wurde Prof. Dr. Günter Klöppel am 18. März anlässlich des 18. Internationalen Kongresses der Arbeitsgemeinschaft Experimentelle Krebsforschung (AEK) in Heidelberg verliehen.

„Günter Klöppel hat etwas geschafft, was einen Krebspreis würdig ist: Eine über die Emeritierung hinausreichende, ungebrochene translationale Forschungsleistung im Themenkomplex zweier hochgradig komplexer Krankheitsgruppen, den Tumoren des Pankreas und des neuroendokrinen Systems“, sagte Professor Dr. Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie am Campus Kiel, in seiner Laudation bei der Preisverleihung. „Diese Tumorentitäten sind im Vergleich zu Lungen-, Brust- und Prostatakrebs selten und deren Erforschung ist schon rein anatomisch erschwert. Umso mehr verdient diese ungebrochene Forschungsleistung unsere höchste Anerkennung.“ 1995 ist Günter Klöppel dem Ruf an die CAU gefolgt und wurde Direktor des Instituts für Pathologie, das er bis 2009 leitete.

Günter Klöppel leistete bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Pathologie und der Charakterisierung von Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und des neuroendokrinen Systems. Hier hat er durch seine jahrzehntelange Forschung (über 600 Originalarbeiten) ganz wesentlich das Verständnis von der Entstehung und der Vielfalt dieser Tumoren verbessert. Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der heimtückischsten Krebsarten, an der in Deutschland ca. 15.500 Patienten jährlich sterben. Der Preisträger beschrieb und klassifizierte spezielle Pankreastumoren, deren Vorläuferläsionen aber auch die hormonproduzierende Tumoren im Verdauungssystem. Seine Forschungsergebnisse führten zum Beispiel zu einer Hypothese über die schrittweise molekulare Entstehung dieser Tumoren aus frühen und späten Stammzellen. Er war ein wichtiger Motor der Pankreaskrebsforschung in Kiel.

Damit sind bereits fünf Professoren des UKSH Träger des Deutschen Krebspreises:

  • 2015 Günter Klöppel, Emeritus, ehem. Direktor des Instituts für Pathologie, Campus Kiel
  • 2014 Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Campus Kiel
  • 2013 Alexander Katalinic, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie sowie des Instituts für Krebsepidemiologie e.V., Campus Lübeck
  • 2011 Axel Hauschild, Leiter des Schwerpunktbereichs Dermato-Onkologie und Operative Dermatologie in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Campus Kiel
  • 1992 Walter Jonat, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Campus Kiel

Stifter dieses Wissenschaftspreises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. Die Auszeichnung wird jährlich zu gleichen Teilen für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum in den Kategorien experimentelle onkologische Grundlagenforschung (experimenteller Teil), translationale Forschung (Transfer experimenteller Forschungsergebnisse in den klinischen Bereich) sowie Tumordiagnostik und -behandlung (klinischer Teil). Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert.

Pressemitteilung UKSH
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Mobil: 0173 / 4055 000, eMail: oliver.grieve@uksh.de
26.03.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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