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  • Thomas Schönemann

Dr. med. Andrea Ablasser

Hohe Auszeichnung für Immunologin der Uni Bonn

Dr. med. Andrea Ablasser vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Bonn bekommt den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. © Foto: Katharina Wislsperger/UKB
Dr. med. Andrea Ablasser vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Bonn bekommt den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. © Foto: Katharina Wislsperger/UKB

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis geht an Dr. med. Andrea Ablasser vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Bonn. Die Auszeichnung ist mit 60.000 Euro dotiert. Die Wissenschaftlerin erforscht, wie das Immunsystem Viren und Bakterien durch deren Nukleinsäuren erkennt. Der Preis wird heute Abend vom Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Dr. med. Andrea Ablasser, Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Bonn, arbeitet an den grundlegenden Mechanismen, mit denen das Immunsystem Krankheitserreger erkennt. „Es ist bereits seit langem bekannt, dass unser angeborenes Immunsystem dafür mit bestimmten Rezeptoren ausgestattet ist, die selektiv mikrobielle Produkte erkennen und daraufhin eine Immunantwort auslösen können“, sagt die Immunologin, die heute von Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen den mit 60.000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis überreicht bekommt. Die Wissenschaftlerin erforscht, über welche Signalwege das Immunsystem die Nukleinsäuren aus dem Erbgut von Viren und Bakterien wahrnimmt.

Intelligente Strategien für die Wahrnehmung von Krankheitserregern

„Es ist faszinierend zu verstehen, welch intelligente Strategien unser Organismus entwickelt hat, um Krankheitserreger zuverlässig zu entdecken“, sagt Dr. Ablasser. Der ständige Kampf gegen potentielle Schädlinge und Parasiten habe im Zuge der Evolution erstaunliche molekulare Mechanismen hervorgebracht. Ein langfristiges Ziel ihrer Forschung sei, neue Therapien zum Beispiel für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder bessere Impfungen zu entwickeln. Für die Wissenschaftlerin kam die Auszeichnung völlig unerwartet. Das Preisgeld möchte sie in ein Analysegerät investieren, mit dem viele Zellen anhand spezifischer Marker untersucht werden können. „Das kommt unserer Forschung sehr zugute“, ist sie überzeugt.

Mehrfach ausgezeichnete Nachwuchsgruppenleiterin

Dr. Ablasser (30) studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo sie 2010 auch promovierte. 2006 und 2008 verbrachte sie einige Monate an der University of Massachusetts in Worcester. Ihre klinische Ausbildung erhielt Dr. Ablasser an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und absolvierte Teile ihres Praktischen Jahres an der Universität Oxford und der Harvard Medical School. Seit 2008 forscht Dr. Ablasser am Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn, zuletzt als Nachwuchsgruppenleiterin. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-von-Pettenkofer-Preis und dem Jürgen-Wehland-Preis. In Kürze wird die Wissenschaftlerin eine Professur an der Technischen Hochschule in Lausanne antreten.

Preis für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung

Der 2006 erstmals vergebene Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis wird von der Paul Ehrlich-Stiftung einmal jährlich an einen in Deutschland tätigen Nachwuchswissenschaftler für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung verliehen. Das Preisgeld muss forschungsbezogen verwendet werden. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch den Stiftungsrat auf Vorschlag einer achtköpfigen Auswahlkommission.

Johannes Seiler, Dezernat 8 - Hochschulkommunikation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Dr. med. Andrea Ablasser, Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Bonn, Tel.: 0228 / 28751206, eMail: andrea.ablasser@uni-bonn.de
14.03.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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