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  • Thomas Schönemann

Universität Heidelberg

Johanna Kaufmann erhält Wilma Moser-Preis

Dr. Johanna K. Kaufmann. © Foto: dkfz.de
Dr. Johanna K. Kaufmann. © Foto: dkfz.de

Dr. Johanna K. Kaufmann, ehemalige Doktorandin am DKFZ, hat am 10. Mai von der Ruprechts-Karl Universität Heidelberg den Wilma Moser-Preis bekommen. Dieser würdigt jedes Jahr die Promotion der jüngsten Doktorandin mit „summa cum laude“ der Naturwissenschaftlich-Mathematischen oder Medizinischen Fakultäten.

Am DKFZ erforschte Johanna Kaufmann im Bereich Virotherapie spezielle Viren, die Tumorzellen direkt abtöten können. In einer Kooperation mit dem NCT und der Universitätshautklinik Heidelberg modifizierte sie im Zuge ihrer Promotionsarbeit ein Masernvirus, so dass dieses spezifisch schwarze Hautkrebszellen infiziert und abtötet. Gesunde Zellen bleiben dabei unversehrt. Anschließend setzte sie das Virus bei an Krebs erkrankten Mäusen in Kombination mit einer molekularen Chemotherapie ein. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, wird dabei das Medikament durch das Virus ausschließlich im Tumor aktiviert. Die behandelten Mäuse zeigten ein verlangsamtes Tumorwachstum und eine verlängerte Überlebenszeit. Das entwickelte Masernvirus ist das erste therapeutische Virus, das zielgerichtet in Zellen des schwarzen Hautkrebses eindringen kann.

Mit dem Wilma Moser-Preis wurde somit eine herausragende Nachwuchswissenschaftlerin gewürdigt, betonte PD Dr. Dirk M. Nettelbeck, der ihre Doktorarbeit am DKFZ betreut hat. „Ich freue mich, dass sie auch nach ihrer Promotion eine wissenschaftliche Karriere in der Virotherapie verfolgt.“ Auch Johanna Kaufmann selbst zeigte sich sehr zufrieden über den Preis. „Für junge Wissenschaftler ist eine solche Auszeichnung immer ein enormer Ansporn und zugleich eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist.“ Für sie war es nicht die erste Auszeichnung. Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung prämierte Johanna Kaufmann bereits 2012 für ihre Arbeit.

Mittlerweile forscht Johanna Kaufmann als Postdoktorandin am Brigham & Women’s Hospital und an der Harvard Medical School in den USA im Bereich Neuroonkologie. Dort erforscht sie Kombinationsmöglichkeiten von Herpesviren und pharmakologischen Verbindungen, um Hirntumoren zu bekämpfen.

Johanna Kaufmann studierte im Diplomstudiengang Molekulare Medizin an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen-Nürnberg mit dem Schwerpunkt Virologie. 2009 begann sie direkt im Anschluss ihre Promotionsarbeit in der Arbeitsgruppe von Dr. Dirk M. Nettelbeck am DKFZ und der Universitätsklinik Heidelberg.

Der Wilma Moser-Preis wurde dieses Jahr zum neunten Mal verliehen. Er ist mit 5000 Euro dotiert und wird privat finanziert. Getreu der Namenspatronin ist der Preis zur Förderung von weiblichen Forschungskräften gedacht. Jedes Jahr prämiert er jeweils die beste und jüngste Wissenschaftlerin aus der Medizinischen oder der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Gesamtfakultät.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Pressemitteilung dkfz
Dr. Stefanie Seltmann, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221 / 42 2854, Fax: 06221 / 42 2968, eMail: presse@dkfz.de
21.05.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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