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  • Thomas Schönemann

SRH Hochschule Heidelberg

Marco Warth erhält Reinhold-Schwarz-Förderpreis

V.l.n.r.: Joachim Weis, Gabriele Blettner, Marco Warth, Anja Mehnert, Rudolf Schwarz. © Fotograf: Klaus Röttger
V.l.n.r.: Joachim Weis, Gabriele Blettner, Marco Warth, Anja Mehnert, Rudolf Schwarz. © Fotograf: Klaus Röttger

Musik kann das subjektive Wohlbefinden bei Menschen, die unheilbar an Krebs erkrankt sind, deutlich verbessern. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die das Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit der SRH Hochschule durchgeführt hat. Für seine Arbeit ist der Nachwuchswissenschaftler Marco Warth jetzt in Hannover mit dem Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2016 ausgezeichnet worden.

Für seine Arbeit zur Wirksamkeit von Musiktherapie in der Palliativmedizin hat der Nachwuchswissenschaftler Marco Warth den Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie erhalten. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis, der am Wochenende im Rahmen der 15. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie der Deutschen Krebsgesellschaft in Hannover verliehen wurde, zeichnet herausragende Arbeiten im Bereich Psychoonkologie aus.

„Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung“, sagte Prof. Dr. Joachim Weis, Vorsitzender des Vereins für Fort- und Weiterbildung Psychosoziale Onkologie e.V. (WPO) in seiner Laudatio. „Sie zeigt, dass Musiktherapie in Stresssituationen, wie z.B. der Behandlung von Schmerzen, Müdigkeit oder Atemnot, gezielt eingesetzt werden kann, um medizinische Maßnahmen bei der Behandlung von Patienten zu unterstützen.“

Marco Warth, der 2011 seinen Master of Arts in Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg machte und die Studie im Rahmen einer Doktorarbeit am Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit der Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg erstellte, sagte: „Wir hoffen, dass durch die Ergebnisse der Studie die Musiktherapie in der Behandlung von schwerstkranken Menschen noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Wo Worte schwer fallen, kann Musik helfen, Gefühle oder Gedanken über die eigene Sterblichkeit wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.“

An der Studie nahmen 84 unheilbar erkrankte Patienten der universitären Palliativstation am Krankenhaus St. Vincentius der Evangelischen Stadtmission Heidelberg teil, die zum überwiegenden Teil an weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen litten. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe schätzten Patienten, die an Musiktherapie teilgenommen hatten, ihr subjektives Wohlbefinden deutlich verbessert ein. Außerdem fühlten sie sich entspannter und litten weniger unter Erschöpfung und Müdigkeit. Unterstützt wurde dieser Befund durch objektive Messungen, die eine Entspannungsreaktion durch Musiktherapie anhand von Veränderungen in Herzaktivität und Durchblutung aufzeigten.

Die Studie liefert damit erstmals den Nachweis für die positive Wirkung der Musiktherapie in der Palliativmedizin. Zwar hat sich die Musiktherapie in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren als wertvolles Komplementärverfahren in der Palliativmedizin etabliert. Bis dato lagen aber kaum Untersuchungen vor, die die Wirksamkeit auch aus wissenschaftlicher Sicht untermauerten.

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie wurde 2013 durch die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie e.V. (WPO), die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (PSO) sowie die Familie Schwarz ins Leben gerufen und dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Weiterentwicklung der Psychoonkologie in Deutschland. Für die Autorengruppe um Marco Warth ist der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie bereits die zweite Auszeichnung in diesem Jahr. Mitte September wurde die Studie bereits von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin mit dem Förderpreis für Palliativmedizin ausgezeichnet.

Christiane Désiré, Kommunikation und Service, SRH Hochschule Heidelberg
Christiane Désiré, Tel.: 06221 / 881475, eMail: christiane.desire@hochschule-heidelberg.de
13.10.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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