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  • Thomas Schönemann

Dr. Jens Marquardt

Neuer Lichtenberg-Professor für Molekulare Hepatokarzinogenese

Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz gratuliert gemeinsam mit dem Direktor der I. Med. Klinik, Prof. Galle, dem neuen Lichtenberg-Professor Jens Marquardt. © Foto: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz
Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz gratuliert gemeinsam mit dem Direktor der I. Med. Klinik, Prof. Galle, dem neuen Lichtenberg-Professor Jens Marquardt. © Foto: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz

Leberkrebs zählt zu den weltweit häufigsten Tumoren und gehört zu den drei häufigsten Todesursachen durch Krebserkrankungen. Neue Therapien zu entwickeln, ist vor allem deshalb schwierig, weil Leberzelltumore genetisch ausgesprochen heterogen und komplex sind. Das Forschungsvorhaben von Dr. Marquardt beinhaltet ein umfassendes Programm zur Entschlüsselung des mehrstufigen Entstehungsprozesses von Leberzelltumoren.

Er ist einer von insgesamt vier herausragenden Wissenschaftlern, die sich in der Wettbewerbsrunde 2014 um eine Lichtenberg-Professur durchsetzen konnten. Die Lichtenberg-Professur für Molekulare Hepatokarzinogenese ist mit rund 1,3 Millionen Euro dotiert. Die W1-Professur wird zunächst für die Dauer von fünf Jahren gefördert. Sie ist an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt. Die Forschung von Dr. Marquardt zielt darauf ab, den mehrstufigen Entstehungsprozess von Leberkrebs besser zu verstehen. Detaillierte Erkenntnisse über die Entstehung und das Voranschreiten von Leberkrebs könnten der Schlüssel zur Entwicklung neuer Therapieoptionen sein.

Leberkrebs zählt zu den weltweit häufigsten Tumoren und gehört zu den drei häufigsten Todesursachen durch Krebserkrankungen. Neue Therapien zu entwickeln, ist vor allem deshalb schwierig, weil Leberzelltumore genetisch ausgesprochen heterogen und komplex sind.

Das Forschungsvorhaben von Dr. Marquardt beinhaltet ein umfassendes Programm zur Entschlüsselung des mehrstufigen Entstehungsprozesses von Leberzelltumoren. In diesem Zusammenhang lauten die zentralen Fragestellungen des Forschungsvorhabens: Welche Faktoren tragen auf molekularer Ebene entscheidend dazu bei, dass Leberkrebs entsteht? Welchen Einfluss hat möglicherweise ein verändertes Lebermikromilieu auf die Entstehung eines Tumors? Welche epigenetischen (die Genaktivität regulierenden) Mechanismen sind für das Entstehen von Leberkrebs verantwortlich? Eine weitere zentrale Frage lautet: Ist ein individualisierter Therapieansatz möglich, wenn das genetische Profil eines Tumors bekannt ist? Um diese Frage beantworten zu können, will Dr. Marquardt das Spektrum der genetischen Veränderungen von Leberzelltumoren weitgehend komplett erfassen und charakterisieren. Im Idealfall lässt sich belegen, dass der Einsatz von moderner Präzisionsmedizin einen Beitrag zur Verbesserung der Therapie von Leberzellkarzinomen leisten kann.

„Ich beglückwünsche Dr. Marquardt zur Bewilligung der Lichtenberg-Professur“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. „Die Tatsache, dass sich das molekulare Profil von Tumoren individuell unterscheidet, wird in Zukunft bei Therapieentscheidungen immer häufiger eine zentrale Rolle spielen. In diesem Sinne halte ich dieses Forschungsvorhaben für richtungsweisend im Bereich der personalisierten Krebsmedizin.“

An der Universitätsmedizin Mainz, insbesondere der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Direktor Univ.-Prof. Dr. Peter R. Galle), sind nach Einschätzung von Dr. Marquardt optimale Bedingungen gegeben, um das geplante Forschungsvorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen: „Hier bietet sich mir ein exzellentes wissenschaftliches und klinisches Umfeld für die Durchführung der geplanten Projekte. Die Forschungsinfrastruktur im Bereich des Leberzellkarzinoms ist sehr gut, nicht zuletzt aufgrund des engen Austausches mit der Klinik für Allgemein- ,Viszeral- und Transplantationschirurgie unter der Leitung von Prof. Hauke Lang. Von der dortigen hervorragenden Expertise in der chirurgischen Behandlung von Leberkrebs kann meine Forschung enorm profitieren.“

Zur Person:

Dr. Jens Marquardt wurde am 08.12.1978 in New York geboren. Seine medizinische Karriere begann er 1999 mit dem Studium der Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Nach Abschluss von Studium und Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg war Dr. Jens Marquardt bis 2008 an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des Klinikums der Universität zu Köln tätig. Anschließend war er für die Dauer von zweieinhalb Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Cancer Research des National Cancer Institute in Bethesda (Maryland, USA). Seit 2011 ist er Mitarbeiter an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Er kann auf zahlreiche Publikationen in hochrangigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften blicken.

Seine wissenschaftliche Karriere flankieren zahlreiche Preise. Zuletzt verlieh ihm im Jahre 2014 die Fachgesellschaft United European Gastroenterology (UEG) den „Rising Star Award“ in seiner Fachdisziplin.

Über die Lichtenberg-Professur der VolkswagenStiftung

Klugen Köpfen mit ausgefallenen Ideen eröffnet die Volkswagenstiftung über eine Lichtenberg-Professur eine attraktive Perspektive - ganz im Sinne des Göttinger Ausnahmewissenschaftlers Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799). Mit den „Lichtenberg-Professuren“ kombiniert die VolkswagenStiftung die personen- und institutionsbezogene Förderung: Indem herausragende Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen eine Tenure-Track-Option an einer selbst gewählten deutschen Universität erhalten, bekommen sie die Möglichkeit, eigenständig und langfristig in innovativen und interdisziplinären Bereichen zu forschen. Ziel der Initiative ist es, neuen, unkonventionellen Forschungsschwerpunkten, die sich oft nur schwer in der traditionellen Wissenschaftslandschaft durchsetzen können, zum Durchbruch zu verhelfen. Darüber hinaus gilt es aufstrebenden Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen eine längerfristige Perspektive an einer deutschen Hochschule zu geben.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Ergänzende Informationen zum Titelbild:
Die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand, Prof. Dr. Babette Simon, und ihre Vorstandskollegen, der Wissenschaftliche Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann (links), und der Kaufmännische Vorstand Götz Scholz (rechts), beglückwünschen gemeinsam mit dem Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Univ.-Prof. Dr. Peter Galle (2 v.l), Dr. Jens Marquardt (Mitte) zur Bewilligung der Lichtenberg-Professur.

 

Oliver Kreft, Pressereferent, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz, Tel.: 06131 / 17-7424, Fax: 06131 / 17-3496, eMail: pr@unimedizin-mainz.de
16.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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