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MorphoSys / Xencor

Finale Ergebnisse der Phase 1/2a-Studie von MOR208 in CLL/SLL auf der ASH-Jahreskonferenz

MorphoSys-Wissenschaftlerin mit Petrischalen. © Foto: MorphoSys AG
MorphoSys-Wissenschaftlerin mit Petrischalen. © Foto: MorphoSys AG

Die MorphoSys AG und die US-amerikanische Xencor Inc. gaben gestern die Veröffentlichung finaler Ergebnisse der Phase 1/2a-Studie des Wirkstoffs MOR208 (ehemals: XmAb5574(R)) in Patienten mit refraktärer oder rezidivierter chronischer lymphatischer Leukämie/kleinzelligem B-Zell-Lymphom (CLL/SLL) bekannt.

Bei MOR208 handelt es sich um einen gegen das Zielmolekül CD19 gerichteten, monoklonalen Antikörper, der zur Behandlung von B-Zell-Erkrankungen entwickelt wird. MOR208 enthält eine patentgeschützte Modifikation im Fc-Anteil des Antikörpers, die dessen Wirksamkeit steigern soll. MorphoSys hatte MOR208 im Geschäftsjahr 2010 von Xencor einlizensiert.

Die Studienergebnisse zeigen, dass der Wirkstoff gut verträglich war und in einer Patientenpopulation mit einem Hoch-Risiko-Profil und schlechter Prognose ein dauerhaftes Ansprechen mit signifikantem progressionsfreiem Überleben erreichte:

  1. Bei der für weitere Studien empfohlenen Dosierung zeigten zwölf Patienten (75%) ein partielles Ansprechen gemessen anhand physischer Untersuchungskriterien (IWCLL 1996), sechs Patienten (37,5%) zeigten unter zusätzlicher Einbeziehung computertomografischer Verfahren (IWCLL 2008) partielles Ansprechen.
  2. Bei den meisten Patienten verbesserte sich das Blutbild, die absolute Anzahl an Lymphozyten ging im Vergleich zum Ausgangsstatus um 90,8% zurück.
  3. Bei Patienten in einem Studienarm mit verlängerter Behandlungsdauer konnte ein progressionsfreies Überleben von bis zu 60 Wochen erzielt werden.

"Die von der Ohio State University und unserem Kooperationspartner Xencor präsentierten Daten ergänzen die klinischen Ergebnisse von MOR208 in der Indikation Non-Hodgkin Lymphom, die wir morgen bei der ASH-Konferenz präsentieren werden. Die klinischen Phase 2-Studien von MOR208 in CLL in Kombination mit dem Wirkstoff Lenalidomid laufen ebenso wie die Studien in NHL und ALL weiter. Das Programm MOR208 hat sich im Jahr 2014 deutlich weiterentwickelt und die klinische Datengrundlage für das Programm ist stärker als je zuvor", kommentierte Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand der MorphoSys AG.

"Die Aktivität von MOR208, die in dieser schwer zu behandelnden Patientengruppe beobachtet wurde, insbesondere auch die Dauer des Ansprechens und die Verträglichkeit des Wirkstoffs, bilden eine hervorragende Ausgangsbasis für die Weiterentwicklung des Programms", sagte Bassil Dahiyat, Präsident und CEO von Xencor. "Darüber hinaus sind diese Daten ein Beleg für die hohe Anti-Tumor-Aktivität, die unser zytotoxischer XmAb®-Fc-Anteil in Antikörpern hervorruft."

Die Studie der Phase 1/2a war ausgelegt auf die Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit und des pharmakokinetischen Profils des therapeutischen Wirkstoffs sowie auf erste Hinweise einer Anti-Tumor-Aktivität. MOR208 wurde an den Tagen 1, 4, 8, 15 und 22 des ersten Zyklus sowie an den Tagen 1, 8, 15 und 22 des zweiten Zyklus intravenös verabreicht. Die untersuchte Dosierung lag zwischen 0,3 und 12 mg/kg. Sechzehn Patienten erhielten eine längere Behandlung auf der höchsten Dosisstufe.

Insgesamt wurden 27 Patienten in die Studie mit einem Durchschnittsalter (median) von 66 Jahren aufgenommen. Alle Patienten galten als Hoch-Risiko-Patienten: 14 Patienten wurden gemäß der Phasen-Einteilung nach dem Rai-System als hochriskant eingestuft, 18 Patienten wiesen Chromosomen-Abnormalitäten auf (zehn Patienten mit del(17p13.1)-Mutation und acht mit del(11q22.3)-Mutation). Bei 24 Patienten lagen die IgVH-Gene in unmutierter Form vor. Alle diese Faktoren werden im klinischen Alltag mit einer ungünstigen Prognose assoziiert. Die Patienten hatten im Durchschnitt (median) vier Therapien durchlaufen, dabei lag die Bandbreite zwischen einer und 13 Therapien.

MOR208 war im Allgemeinen gut verträglich, eine maximal verträgliche Dosis wurde nicht festgestellt. Als häufigste Nebenwirkungen traten Infusionsreaktionen, gestiegene Aspartat-Aminotransferase und Alanin-Aminotransferase-Werte, Neutropenie, Thrombozytopenie (Thrombozytenmangel), Fieber, Schüttelfrost und periphere Neuropathie auf. Bei 67% der Patienten traten Infusionsreaktionen auf, jedoch nur Reaktionen 1. oder 2. Grades und auch lediglich bei der ersten Infusion.

Basierend auf körperlicher Untersuchung und Laborergebnissen konnte bei 18 Patienten (66,7%) ein partielles Ansprechen (PR) nachgewiesen werden, bei den verbleibenden neun Patienten (33,3%) stabilisierte sich das Krankheitsbild (SD). Unter Hinzunahme zusätzlicher CT-Kriterien erreichten acht Patienten (29,6%) partielles Ansprechen und bei weiteren 16 Patienten (59,3%) stabilisierte sich das Krankheitsbild. Bei zwei Patienten schritt die Krankheit gemäß der CT-Kriterien fort. Bei ausschließlicher Betrachtung der 16 Patienten, die die für künftige Phase 2-Studien empfohlene Dosis von 12 mg/kg erhielten, ergab sich folgendes Bild: Bei zwölf Patienten (75%) konnte nach körperlicher Untersuchung ein partielles Ansprechen nachgewiesen werden, bei sechs Patienten (37,5%) unter Hinzunahme der CT-Ergebnisse. Zwei dieser Patienten erreichten diesen Zustand während der Erhaltungstherapie. Bei den meisten Patienten verbesserte sich das Blutbild, die absolute Anzahl an Lymphozyten ging im Vergleich zum Ausgangszustand um durchschnittlich 90,8% zurück und auch die Anzahl der CLL-Zellen nahm ab. Die mittlere progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) für alle Patienten betrug 199 Tage. Bei den acht Patienten des erweiterten Behandlungsarms betrug die PFS 420 Tage (60 Wochen).

"Wirksamkeit war zwar nicht der primäre Endpunkt dieser Studie, aber die Aktivität dieses Antikörpers ist ermutigend - bei 67% der Patienten konnte nach klinischen Prüfkriterien ein partielles Ansprechen nachgewiesen werden, und bei 30% unter Verwendung der IWCLL 2008-Kriterien", merkte Jennifer A. Woyach, Assistant Professor des Comprehensive Cancer Center an der Ohio State Universität und Leiterin der klinischen Studie, an. "Diese Ansprechraten sind beeindruckend für einen Antikörper, der als Monotherapie eingesetzt wird und schneiden im Vergleich zu Ergebnissen von Rituximab bei wöchentlicher Dosierung sowie von Ofatumumab und Obinutuzumab in einem rezidivierten Setting besser ab."

Eine wissenschaftliche Veröffentlichung, in dem die CLL/SLL-Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden, wurde kürzlich in der Online-Ausgabe der medizinischen Fach-Zeitschrift BLOOD veröffentlicht:

http://www.bloodjournal.org/content/early/2014/10/09/blood-2014-08-593269

MorphoSys in Kürze:

MorphoSys hat mit der HuCAL-Technologie die erfolgreichste Antikörper-Bibliothek der Pharma-Industrie entwickelt. Durch den erfolgreichen Einsatz dieser und weiterer firmeneigener Technologien wurde MorphoSys zu einem Marktführer im Bereich therapeutischer Antikörper, einer der am schnellsten wachsenden Medikamenten-Klassen der Humanmedizin.

Gemeinsam mit seinen Pharma-Partnern hat MorphoSys eine therapeutische Pipeline mit mehr als 90 Antikörper-basierten Medikamenten-Kandidaten unter anderem zur Behandlung von Krebs, rheumatoider Arthritis und Alzheimer aufgebaut. MorphoSys ist auf die Entwicklung neuer Antikörper-Technologien und Wirkstoffe spezialisiert, um die Medikamente von morgen herzustellen. MorphoSys ist an der Frankfurter Börse unter dem Symbol "MOR" notiert. Aktuelle Informationen zu MorphoSys finden Sie unter http://www.morphosys.de

HuCAL®, HuCAL GOLD®, HuCAL PLATINUM®, CysDisplay®, RapMAT®, arYla®, Ylanthia® und 100 billion high potentials® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG.

Slonomics® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Sloning BioTechnology GmbH, einem Tochterunternehmen der MorphoSys AG.

About Xencor, Inc.

Xencor is a clinical-stage biopharmaceutical company developing engineered monoclonal antibodies for the treatment of autoimmune diseases, asthma and allergic diseases, and cancer. Currently, eight candidates that have been engineered with Xencor's XmAb® technology are in clinical development internally and with partners. Xencor's internally-discovered programs include: XmAb5871, in a Phase 1b/2a clinical trial for the treatment of rheumatoid arthritis and is in preparation for a clinical trial in IgG4-related disease; XmAb7195 in Phase 1a development for the treatment of asthma; and XmAb5574/MOR208 which has been licensed to MorphoSys AG and is in Phase 2 clinical trials for the treatment of acute lymphoblastic leukemia and non-Hodgkin lymphoma. Xencor's XmAb antibody engineering technology enables small changes to the structure of monoclonal antibodies resulting in new mechanisms of therapeutic action. Xencor partners include Merck, Janssen R&D LLC, Alexion and Boehringer Ingelheim. For more information, please visit www.xencor.com

Diese Veröffentlichung enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die den MorphoSys-Konzern betreffen. Diese spiegeln die Meinung von MorphoSys zum Datum dieser Mitteilung wider und beinhalten bestimmte Risiken und Unsicherheiten. Sollten sich die den Annahmen der Gesellschaft zugrunde liegenden Verhältnisse ändern, so können die tatsächlichen Ergebnisse und Maßnahmen von den erwarteten Ergebnissen und Maßnahmen abweichen. MorphoSys beabsichtigt nicht, diese in die Zukunft gerichteten Aussagen zu aktualisieren, soweit sie den Wortlaut dieser Pressemitteilung betreffen.

Pressemitteilung MorphoSys AG
MorphoSys AG, Dr. Claudia Gutjahr-Löser, Head of Corporate Communications & IR, Tel.: 089 / 899 27-404, eMail: investors@morphosys.com
07.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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