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  • Thomas Schönemann

Zwischenergebnisse

HPV-Infektionen in der Partnerschaft durch Impfprävention vermeiden

Impfung. © Foto: CFalk / pixelio.de
Impfung. © Foto: CFalk / pixelio.de

Aktuelle Zwischenergebnisse nach 6-jährigem Follow-up1 bestätigen einen effektiven Schutz vor HPV-6/11/16/18-assoziierten zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN 1-3) und Genitalwarzen bei Frauen im Alter von 24 bis 45 Jahren „Ein Alter, in dem die Frauen in einer Partnerschaft leben und damit auch der Partner von dem Impfschutz profitieren kann“, resümierte Dr. Friederike Gieseking, Leiterin des Dysplasiezentrums am Endokrinologikum in Hamburg, anlässlich des Fortbildungskongresses der Frauenärztlichen BundesAkademie (FBA) (FOKO) am 20. Februar 2014 in Düsseldorf.

Die aktuellen Follow-up-Daten stammen aus einer Studie, die an fünf Standorten in Kolumbien durchgeführt wurde, um die Immunogenität, Wirksamkeit und Sicherheit des tetravalenten HPV-Impfstoffs bei Frauen zu untersuchen. Dafür wurden Frauen aus der FUTURE III-Studie, die in den Jahren 2004 und 2005 im Alter von 24 bis 45 Jahren geimpft wurden (ursprüngliche Impfgruppe „early vaccination group“, n=684) oder Frauen im Alter von 29 bis 50 Jahren (ursprüngliche Placebo-Gruppe, die als „catch-up vaccination group“ nach Abschluss der Studie mit dem tetravalenten Impfstoff geimpft wurden, n=651), eingeschlossen. Wie die Zwischenauswertung zeigt, waren auch sechs Jahre nach der Impfung keine Fälle von HPV-6/11/16/18-assoziierten CIN oder externen genitalen Läsionen bei den Frauen zu beobachten, die zu Studienbeginn negativ für die impfrelevanten HPV-Typen waren und alle drei Impfdosen erhalten hatten. Darüber hinaus blieb die hohe Immunogenität gemessen an der Antikörper-Konzentration der HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 und der Seropositivität gegen die impfrelevanten HPV-Typen unverändert bestehen. Es ergab sich kein Hinweis auf ein Replacement durch andere HPV-Typen. Ebenfalls wurde die Sicherheit des tetravalenten HPV-Impfstoffs bestätigt: Es wurden keine neuen schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse registriert. Insgesamt werden die Frauen bis zu 10 Jahren nach Grundimmunisierung nachbeobachtet.

HPV-Infektionen in der Partnerschaft

„Junge, geimpfte Frauen schützen nicht nur sich, sondern auch ihren Partner“, betonte Dr. Gieseking. Denn eine mögliche Infektionsgefahr innerhalb einer sexuellen Beziehung ist hoch. So zeigen Studien mit Frauen, die unter einer zervikalen HPV-Erkrankung leiden, dass 64-70 % ihrer Partner HPV-assoziierte Läsionen am Penis aufweisen2. Während am Anfang einer sexuellen Beziehung nur 25 % der Paare die gleichen HPV-Typen aufweisen, steigt die Rate der Infektionen mit identischen HPV-Typen nach fünf bis sechs Monaten Beziehung auf 68 % an3. Aber eine gemeinsame HPV-Infektion muss nicht unbedingt zu einem Ping-Pong-Effekt führen. Der fortdauernde Kontakt mit dem gleichen HPV-Typ scheint den Abheilungsprozess von Läsionen nicht zu verzögern, da die Heilung von Genitalwarzen oder zervikalen Erkrankungen vorwiegend durch die eigene Immunabwehr gesteuert wird2. Darüber sollten Patienten in der Praxis aufgeklärt werden, da dieses Wissen den Umgang mit einer HPV-Infektion in der Partnerschaft erleichtert. Ebenso sollte dem betroffenen Paar klar gemacht werden, dass eine HPV-Infektion nicht mit Untreue des Partners gleichzusetzen ist: Die Infektion kann vor vielen Jahren, bei ersten sexuellen Kontakten mit einer infizierten Person, erfolgt sein.

Hohe Krankheitslast durch Humane Papillomviren

Das Infektionsrisiko ist mit den ersten sexuellen Kontakten gegeben und die Wahrscheinlichkeit einer HPV-Infektion steigt mit der Zunahme der sexuellen Aktivität. „Schätzungsweise 75-80 % aller sexuell aktiven Menschen bekommen im Laufe ihres Lebens eine HPV-Infektion, meistens in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter“, so Dr. Gieseking. Nach einem Anstieg der Inzidenz direkt nach Aufnahme der sexuellen Aktivitäten ist das Risiko für eine neue HPV-Infektion bei Frauen ab 25 Jahren wieder signifikant erhöht4. In den meisten Fällen heilt die HPV-Infektion spontan und folgenlos aus, persistierende Infektionen können jedoch schwerwiegende Folgen haben. Laut Prof. Dr. Monika Hampl, leitende Oberärztin der Universitätsfrauenklinik in Düsseldorf, können die onkogenen Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 bei Frauen zu malignen Läsionen an Zervix (CIN), Vulva (VIN), Vagina (VaIN) und Anus (AIN) einschließlich der Vorstufen führen. Die HPV-Typen 16 und 18 verursachen etwa 70 % der Zervixkarzinome. Dieses ist weltweit die vierthäufigste Neuerkrankung und die vierthäufigste Todesursache bei Frauen5. Die Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11 sind in Europa für 288.000 Fälle von Genitalwarzen bei Frauen und 286.000 bei Männern jährlich verantwortlich6.

Ersten Kontakt für HPV-Impfmanagement nutzen

Eine konsequente Umsetzung der Impfung kann HPV-6/11/16/18-bedingte Erkrankungen langfristig reduzieren. Allerdings liegt die Impfrate bei 14- bis 17-jährigen Mädchen bei nur 40 %7. „Um die Impfraten zu steigern ist ein effizientes Impfmanagement gefragt“, so Dr. Ernst-Ulrich Trog, niedergelassener Gynäkologe in Harzgerode. Mädchen und junge Frauen besuchen mindestens zweimal im Jahr einen Arzt. Davon suchen 36 % der 12-bis 14-jährigen Mädchen einen Gynäkologen auf, oftmals in Begleitung ihrer Mütter. 77 % der 15- bis 17-jährigen Mädchen und 93 % der 18- bis 26-jährigen Frauen werden zweimal im Jahr beim Gynäkologen vorstellig, wie eine Umfrage ergeben hat8. Diese Gelegenheit sollte der Gynäkologe nutzen, um Mädchen und junge Frauen gegen HPV zu impfen.

Für ein optimiertes Impfmanagement in der gynäkologischen Praxis empfiehlt Dr. Trog, den „Ist-Zustand“ bei den Patientinnen zu dokumentieren und ein aktives Impfmanagement, z. B. bei der Anamnese, bei der Terminvergabe oder beim Recall, zu betreiben. „Eine Impfausbildung des Praxispersonals und die Patienten-Aufklärung führen zu einem Vertrauens- und Kompetenzzuwachs der gesamten Praxis und werfen zudem einen extrabudgetären Gewinn ab“, erklärte er.

Über die Sanofi Pasteur MSD Deutschland GmbH (SPMSD)
Sanofi Pasteur MSD ist ein Joint Venture der Merck & Co Inc. – außerhalb der USA und Kanada bekannt als MSD - und von Sanofi Pasteur, der Impfstoffsparte des französischen Pharmaunternehmens Sanofi S.A. SPMSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich ausschließlich auf Impfstoffe spezialisiert hat. Als Gemeinschaftsunternehmen profitiert SPMSD von der Innovationskraft und Erfahrung der beiden Unternehmen Merck und Sanofi, deren Forschungsabteilungen weltweit an der Entwicklung neuer und verbesserter Impfstoffe arbeiten.

Referenzen:

1 Luna J et al., PLoS ONE 2013, 8(12):e83431. Doi:10.1371/journal.pone.0083431.
2 Universitätsklinikum Tübingen. Über HPV, letzter Aufruf 05.02.2014
3 Burchell AN et al., Epidemiology 2010, 21:31-37.
4 Winer RL et al. Am J Epidemiol 157: 218–226. Castellsague X et al., Gynecol Oncol 2009, 115:S15-S23.
5 World Health Organization (WHO) and the International Agency for Research on Cancer (IARC). Welt-Krebsbericht, 2014.
6 Hartwig S et al., BMC Cancer 2012, 12:30, doi:10.1186/1471-2407-12-30. 7 RKI. KiGGS – Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, November 2013. 8 Ipsos Healthcare. HPV vaccination rates in Germany, Nov-Dec 2012, females aged 12-26 years, n=3.000.

Pressemitteilung sanofi pasteur MSD
Sanofi Pasteur MSD GmbH, Dr. Tobias Berenz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 06224 / 594-274, Fax: 06224 / 594-161, eMail: tberenz@spmsd.com
20.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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