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Trendanalyse

Krebsimmuntherapie von Activartis zeigt ermutigende Wirkung

Activartis Therapeutikum 1. © Foto: ACTIVARTIS.
Activartis Therapeutikum 1. © Foto: ACTIVARTIS.

Jüngste Trendanalyse bei OeGHO-/DGHO-Tagung präsentiert: Die jüngste Analyse im Rahmen der randomisierten Wirksamkeitsstudie zur Behandlung des Glioblastoma Multiforme (GBM), einer besonders aggressiven Form unter den Gehirntumoren, bestätigt den Trend früherer Auswertungen eindrucksvoll: Die Krebsimmuntherapie AV0113 des Wiener Biopharma-Unternehmens Activartis scheint das Tumorwachstum deutlich zu bremsen.

AV0113 ist ein neuartiger, patentgeschützter Ansatz der Krebsimmuntherapie basierend auf dem Konzept Dendritischer Zellen (DC), Die letzten Daten von September 2013 zeigen, dass Patient/innen ohne Behandlung mit AV0113 ein etwa dreimal so großes Risiko haben, im ersten Jahr ihrer Erkrankung zu versterben, als Patient/innen, die eine Krebsimmuntherapie erhalten haben.

Kombination mit Bevacizumab vielversprechend
Insbesondere gilt dies für die Gruppe der Patient/innen, die neben Chirurgie und Strahlentherapie, sowohl eine Chemotherapie mit Temozolomide (Temodal®) als auch eine Therapie mit Bevacizumab (Avastin®) erhielten.

In Zahlen: In der AV0113 Behandlungsgruppe verstarben im ersten Jahr der Erkrankung 16% der Patient/innen, in der Kontrollgruppe im ersten Jahr 45%. Für eine Aussage über die durchschnittliche Gesamtüberlebenszeit ist die Studie im Moment noch nicht weit genug fortgeschritten.

„Bevacizumab ist in Europa – im Gegensatz zu den USA – zwar nicht für die Behandlung des Glioblastoms zugelassen, entwickelte sich im off-label Use – eines Einsatzes in einer anderen Krankheit als der, für die Zulassungen bestehen – aber dennoch zu einer fast immer eingesetzten Therapie für das Glioblastom“, erläutert Dr. Thomas Felzmann, Gründer und Geschäftsführer von Activartis.

„Zusammen mit unserer Krebsimmuntherapie dürfte sich ein für die Patienten und Patientinnen sehr erfreulicher Trend abzeichnen“, so Felzmann. „Auch wenn Bevacizumab das Tumorwachstum nicht merkbar zu bremsen scheint, dürften sich AV0113 und Bevacizumab ergänzen.“ Eine Hypothese zur Erklärung dieser synergistischen Wirkung versucht das zu erklären: Die Immuntherapie hält das Tumorwachstum unter Kontrolle, ruft jedoch Entzündungen und Ödeme im Tumorgewebe hervor. Bevacizumab – ein Neoangiogenesehemmer – blockiert die Neubildung von Blutgefäßen im Krebsgewebe, wodurch die Tumorzellen „ausgehungert und erstickt“ werden. Bevacizumab ist ein Monoklonaler Antikörper; Antikörper sind Biomoleküle, die wichtige Funktionen im Immunsystem ausüben. Dazu gehört eine Verstärkung von Entzündungsreaktionen, was die ergänzende Wirkung mit AV0113 erklären könnte. Zurzeit laufen umfangreiche immunologische Untersuchungen unter anderem mit dem Ziel, diese Hypothese zu bestätigen.

AV0113 wird generell gut vertragen. Schwere Nebenwirkungen traten in Behandlungs- und Kontrollgruppe in weitgehend vergleichbaren Zahlen auf. Bei den meisten dieser Nebenwirkungen ist ein Zusammenhang mit der Krebsimmuntherapie unwahrscheinlich. Unterschiede bei seltenen Nebenwirkungen sind vorläufig schwer zu beurteilen. Es bedarf der fortgesetzten Beobachtung, um die Sicherheit der Behandlung mit AV0113 zu bewerten.

Pressemitteilung ACTIVARTIS
Dr. Thomas Felzmann, MBA, eMail: thomas.felzmann@activartis.com
12.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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