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  • Thomas Schönemann

Merck / CNIO

Merck schließt Lizenzvereinbarung mit spanischem CNIO

Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Das Ziel der Vereinbarung ist die Übertragung der Forschung von CNIO in neue Behandlungsoptionen für Krebspatienten. Die Lizenzvereinbarung erstreckt sich dabei auf zwei Serien von ATR-Inhibitoren und eine Screening-Plattform.

Merck Serono, die biopharmazeutische Sparte von Merck, hat heute die Unterzeichnung einer Lizenzvereinbarung mit dem spanischen Krebsforschungszentrum Centro Nacional de Investigaciones Oncológicas (CNIO) in Madrid zur Entwicklung von Krebsmedikamenten bekannt gegeben. Im Rahmen des weltweit gültigen Abkommens sollen neue Erkenntinsse aus der CNIO-Forschung zur Entwicklung und Vermarktung von neuen onkologischen Wirkstoffen herangezogen werden.

Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass Merck vom CNIO die Exklusivrechte auf Entwicklung und Vermarktung seiner neuen Hemmstoffe der Proteinkinase ATR (Ataxia Telangiectasia and Rad3-related) erhält. Merck wird eine erste Zahlung und weitere potenzielle Ertragszahlungen von bis zu knapp 19 Mio € sowie Lizenzgebühren auf mögliche Nettoumsätze leisten. Gegenstand der Vereinbarung ist die Lizenzierung zweier Serien von ATR-Inhibitoren sowie einer Screening-Plattform zur Validierung der Substanzen, die kürzlich ein fortgeschrittenes Stadium der präklinischen Entwicklung erreicht haben.

„Merck konzentriert sich im Rahmen seines Engagements im Bereich Onkologie unter anderem auf strategische Lizenzvereinbarungen, die einen konstanten Zufluss an Innovationen ermöglichen”, sagte Andree Blaukat, Leiter Translational Innovation Platform Oncology bei Merck Serono. „Wir sind überzeugt, durch die Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem CNIO unsere Arbeit bei der Suche nach bahnbrechenden zukünftigen Therapien voranzubringen.”

„Als Forschungszentrum verpflichtet sich das CNIO der Innovationsförderung. Neben anderen Initiativen führt es im Rahmen seines ‚Experimental Therapeutics Programms‘ Projekte der frühen Wirkstofffindung durch. Das CNIO ist über die Zusammenarbeit mit Merck erfreut. Hierdurch werden sich unsere Forschungsergebnisse hoffentlich in neuen Behandlungsoptionen für Krebspatienten umsetzten lassen”, sagte die Leiterin des CNIO, María Blasco. „Durch derartige Kooperationen mit führenden Unternehmen im Bereich der Onkologie können wir die neuen Erkenntnisse aus unserer Forschung, wie die der Arbeitsgruppe von Oscar Fernández-Capetillo, den Patienten zukommen lassen und zur Entwicklung neuer, besserer Produkte im Kampf gegen den Krebs beitragen.”

Die ATR-Kinase spielt eine wichtige Rolle bei der Reaktion der Zelle auf DNA-Schäden und der Förderung des Zellüberlebens. Aufgrund der Tatsache, dass Tumorzellen mehr DNA-Schäden anhäufen als gesunde Zellen, scheint die Blockierung der ATR-Kinase mithilfe selektiver Hemmstoffe ein für bestimmte Tumortypen lohnender strategischer Ansatz zu sein, der weiter verfolgt werden sollte.

Hintergrundinformationen

CNIO Das nationale spanische Krebsforschungszentrum CNIO wurde 1998 vom staatlichen Gesundheitsforschungsinstitut Instituto de Salud Carlos III gegründet. Hauptziel ist die Entwicklung von herausragender Forschung und Bereitstellung von innovativer Technologie im Bereich Onkologie. Im Scimago Institutions Ranking (SIR) World Report 2013, der die wissenschaftliche Qualität von Forschungsinstitutionen weltweit vergleicht, belegt das CNIO den zweiten Platz unter den besten Krebszentren der Welt (und den ersten Platz unter den spanischen Institutionen). Im Einklang mit diesen Einstufungen hat die spanische Regierung dem CNIO in Anerkennung der Qualität seiner wissenschaftlichen und personalwirtschaftlichen Programme den Severo Ochoa-Preis 2011 verliehen. Dieser weist das CNIO als eines von acht spanischen Exzellenzzentren aus.

Das CNIO wird seit Juni 2011 von Maria Blasco geleitet. Seit seiner Gründung ist das CNIO Kooperationen mit verschiedenen nationalen und internationalen Unternehmen eingegangen. Darüber hinaus sind in den letzten drei Jahren zwei Spin-Offs aus diesem Institut hervorgegangen: Life Length mit Schwerpunkt auf Vermarktung der technologischen Eigenentwicklungen für die Längenbestimmung von Telomeren als neuartiger Methode zur Vorhersage des Erkrankungsrisikos sowie BioncoTech, ein Unternehmen, das eine neue Behandlung für hochaggressive Melanome entwickelt. Weitere Informationen im Internet unter www.cnio.es

Merck Serono
Merck Serono ist die biopharmazeutische Sparte von Merck. Mit Hauptsitz in Darmstadt bietet die Sparte führende Marken in 150 Ländern an, um Patienten mit Krebserkrankungen, Multipler Sklerose, Kinderwunsch, endokrinologischen Störungen, Stoffwechselerkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu helfen. In den Vereinigten Staaten und in Kanada handelt EMD Serono als rechtlich selbständige Tochtergesellschaft von Merck Serono.

Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Arzneimittel für Facharzt-Therapiegebiete sowohl synthetischen als auch biologischen Ursprungs. Wir engagieren uns unermüdlich für die Bereitstellung neuartiger Therapien in unseren Schwerpunktgebieten Neurologie, Onkologie, Immunonkologie und Immunologie. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.merckserono.com

Merck ist ein führendes Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmen mit Gesamterlösen von 11,2 Mrd € im Jahr 2012, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die rund 38.000 Mitarbeiter in 66 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70% und freie Aktionäre zu rund 30% beteiligt sind. 1917 wurde die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. enteignet und ist seitdem ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.

Pressemitteilung Merck Serono
Paul Olaniran, Tel.: 06151 / 72-2274
18.12.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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