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Merck verfolgt Evofosfamide nicht weiter bei Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs

Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Trotz positiver Anzeichen bei lokal fortgeschrittenem und metastasiertem Pankreaskarzinom verfehlen zwei Phase-III- Studien ihre primären Endpunkte. Merck wird sich deshalb auf vielversprechendere Arzneimittelkandidaten der bestehenden Produkt-Pipeline fokussieren.

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekanntgegeben, Evofosfamide bei fortgeschrittenem Weichteil- und fortgeschrittenem Pankreasadenokarzinom nicht zur Zulassung einzureichen. Merck hat die Entscheidung angesichts der Ergebnisse von zwei Phase-III-Studien mit Evofosfamide in Kombination mit Chemotherapie in beiden Krebsarten getroffen, die Threshold Pharmaceuticals Inc. heute veröffentlichte. Das Unternehmen wird die für Evofosfamide geplanten Mittel nun in andere, vielversprechende Arzneimittelkandidaten wie Avelumab* und weitere Entwicklungsprogramme in der Onkologie, Immunonkologie und Immunologie investieren.

„Obwohl wir Anzeichen von Aktivität von Evofosfamide beim Pankreaskarzinom sahen, verfehlten beide Phase-III-Studien ihre primären Endpunkte. Anhand der Daten ist klar, dass wir Evofosfamide nicht zur Zulassung einreichen werden“, sagte Luciano Rossetti, Leiter der globalen Forschung und Entwicklung des Biopharma- Geschäfts von Merck. „Wir haben heute entschieden, Evofosfamide in den Indikationen Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs nicht weiterzuverfolgen. Zudem werden wir eine schnelle Entscheidung über die Zukunft des weiteren Entwicklungsprogramms von Evofosfamide fällen.“

Die detaillierten Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien werden Wissenschaftlern vorgestellt, nachdem die Daten tiefergehend analysiert wurden.

„Die Ergebnisse, die wir heute sehen, sind enttäuschend für Patienten. Wir sind zuversichtlich bezüglich unserer Pipeline und werden die bisher für Evofosfamide veranschlagten Mittel umschichten, um andere, wichtige Programme in der Onkologie und Immunonkologie zu beschleunigen“, sagte Rossetti.

Merck fokussiert sein Entwicklungsprogramm für Arzneimittel auf Onkologie, Immunonkologie und Immunologie. In der Immunonkologie erforscht Merck beispielsweise gemeinsam mit Pfizer den anti-PD-L1-Antikörper Avelumab in klinischen Studien in über 15 Tumorindikationen.

*Avelumab ist der vorgeschlagene generische Wirkstoffname (International Nonproprietary Name, INN) für den monoklonalen Antikörper Anti-PD-L1 (MSB0010718C). Avelumab befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung. Für Avelumab wurde bisher weder die Sicherheit noch die Wirksamkeit nachgewiesen. Es gibt keine Garantie, dass ein Produkt in einer der untersuchten Indikationen bei einer der weltweiten Gesundheitsbehörden zugelassen wird.

Evofosfamide

Evofosfamide (zuvor bekannt als TH-302) ist ein in der Entwicklung befindliches Hypoxie-aktiviertes Prodrug (Arzneimittelvorstufe), das bei stark ausgeprägtem Sauerstoffmangel des Tumors, einem Kennzeichen vieler solider Tumoren, aktiviert werden soll. Gewebebereiche mit niedriger Sauerstoffkonzentration (Hypoxie) sind bei soliden Tumoren aufgrund unzureichenden Wachstums von Blutgefäßen anzutreffen. Auch im Knochenmark von Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen konnte in einigen Fällen eine extreme Sauerstoffunterversorgung nachgewiesen werden.

Merck hat im Februar 2012 mit Threshold Pharmaceuticals Inc. eine globale Lizenz- und Co- Entwicklungsvereinbarung zu Evofosfamide geschlossen, die Threshold außerdem eine Option auf gemeinsamen Vertrieb in den USA gewährt.

Über Merck

Merck ist ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Rund 50.000 Mitarbeiter arbeiten daran, Technologien weiterzuentwickeln, die das Leben bereichern – von biopharmazeutischen Therapien zur Behandlung von Krebs oder Multipler Sklerose über wegweisende Systeme für die wissenschaftliche Forschung und Produktion bis hin zu Flüssigkristallen für Smartphones oder LCD-Fernseher. 2014 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro.

Gegründet 1668 ist Merck das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümerin des börsennotierten Konzerns. Merck mit Sitz in Darmstadt besitzt die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Einzige Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo das Unternehmen als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Performance Materials auftritt.

Pressemitteilung Merck
Gangolf Schrimpf, Merck, Tel.: 06151 / 72-9591
07.12.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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