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Caris Life Sciences

ASCO 2014: Molekularprofilierungs-Daten zur Identifizierung zusätzlicher Behandlungsoptionen bei GI-Karzinomen

Im Labor. © Foto: Michael Bührke / pixelio.de
Im Labor. © Foto: Michael Bührke / pixelio.de

Caris Life Sciences, ein führendes Bioscience-Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung von Präzisionsmedizin, kündigte die Präsentation klinischer Daten auf der 50. Jahrestagung der ASCO an, bei denen mithilfe von Molekularprofilierung zahlreiche potenzielle Arzneimitteloptionen für Patienten mit unterschiedlichen Arten von gastrointestinalen (GI) Karzinomen identifiziert wurden.

Von den insgesamt neun GI Krebsstudien sind zwei Studien besonders erwähnenswert, nämlich eine 14.000-plus, multiethnische internationale Fallstudie von 17 verschiedenen GI Karzinomen, sowie ein gesonderter Datensatz, eine Untergruppe dieser großen Kohorte, in der fast 7.000 Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC) analysiert wurden, um neuartige, potenzielle Behandlungsoptionen zu identifizieren, die normalerweise nicht in Erwägung gezogen worden wären.

Die Erkenntnisse haben potenziell weitreichende Implikationen für die Behandlung von Karzinomen des Verdauungssystems, eine Gruppe von Krebskrankheiten, die 17 % aller neuen Krebsfälle in den Vereinigten Staaten ausmacht (19 % bei Männern, 16 % bei Frauen) und für 25 % der mit Krebs verbundenen Todesfälle in diesem Land verantwortlich ist (27 % bei Männern, 23 % bei Frauen).[1] Beide klinischen Studien verwendeten Caris Molecular Intelligence™, den umfassenden Tumorprofilierungsdienst des Unternehmens, der Onkologen und ihren Patienten wertvolle Behandlungsoptionen für ihren individuellen Krebs bietet.

„Unser umfassender Multiplattformansatz bei Molekularprofilierung hilft Onkologen dabei, Behandlungsverfahren individuell an die molekulare Signatur des Tumors eines Patienten anzupassen", sagte Dr. Sandeep K. Reddy, Chief Medical Officer von Caris Life Sciences. „Die Präsentationen von Caris auf der ASCO in diesem Jahr schlossen Poster ein, in den aufgezeigt wurde, wie die Analyse von Biomarkern zu Behandlungsanweisungen und therapeutischer Entscheidungsfindung bei Patienten mit unterschiedlichen gastrointestinalen Karzinomen führen kann, darunter jene des Dick- und Enddarms, des Magens, der Speiseröhre, des Gallengangs und der Gallenblase. Angesichts der enormen Tiefe und Breite dieser GI Studien glauben wir, dass diese Erkenntnisse ernsthaften Diskussionen anstoßen und zu einer breiteren Akzeptanz molekularer Profilierungstechniken in einem größeren Bereich der Onkologengemeinschaft führen sollten."

„Molecular Abnormalities of 17 Types of GI Cancer" [Molekulare Abweichungen von 17 Arten von GI Karzinomen], vorgetragen von Dr. Fadi Braiteh, Comprehensive Cancer Centers of Nevada und US Oncology Research. Abstract #11053. Samstag, 31. Mai, 13:15-17:00 Uhr, S Halle A2.

In Zusammenarbeit mit Comprehensive Cancer Centers of Nevada zeigte eine Multiplattform-Molekularanalyse einer großen, multiethnischen, internationalen Kohorte von 14.207 Patienten bis zu 70 molekulare Abweidungen in Tumorproben von 17 Stellen entlang des GI Trakts. Die Ergebnisse, die über die 17 Hauptarten des GI Karzinoms aus dem größten Datenbestand eines einzigen Labors abgeleitet wurden, sollten nach Meinung der Forscher zur Berücksichtigung der Proteinexpression und der Änderungen der Vervielfältigungszahl zusammen mit der Mutationsanalyse als Mittel zur Verfeinerung der Behandlungsstrategien von GI Karzinom führen und zur Konzipierung von klinischen Studien und personalisiertem Krankheitsmanagement beitragen.

Die Forscher verwendeten Analysewerkzeuge, wie Gensequenzierung (Sanger und Next-Generation Sequenzierung [NGS]) von bis zu 44 unterschiedlichen Genen, Immunhistochemie (IHC) von bis zu 28 Genprodukten sowie Genamplifikation durch chromogene oder Fluoreszenz- in situ Hybridisierung (CISH oder FISH) von bis zu acht Genen. Die hierarchische Clusteranalyse wurde verwendet, um die Krebsarten zu definieren, die ähnliche genetische Profile haben.

Ausgewählte Highlights dieser klinischen Studie sind:

Die hierarchische Clusteranalyse zeigte in den gastrointestinalen Karzinomen drei unterschiedliche Cluster von Tumorarten basierend auf der Biomarkerverteilung.

Her2-Überexpression und Amplifikation sind in Speiseröhren-, GEJ-, Magen- und Gallenblasenkarzinomen vorhanden; dies deutet auf den möglichen Nutzen von Her2-spezifischen Therapien hin.

Der Großteil der KRAS-Mutationen wurde in Karzinomen des unteren Teiles des GI Traktes gefunden; dies deutet auf mangelnden Nutzen der EGFR-Antikörpertherapie hin.

Eine Aktivierung des PI3K Signalpfades (Expressionsverlust von PTEN/ PIK3CA-Mutation) wurde im Großteil der GI Karzinomarten gefunden; dies deutet auf den potenziellen Nutzen von Agenzien hin, die auf diesen Signalpfad abzielen
Der Großteil der GI Karzinome wies überexprimierte cMET auf; dies deutet auf den Nutzen von cMET-orientierten Therapien hin, die spezifisch auf diese Onkogene abzielen.

„Diese Studie, mit ihrer großen, diversifizierten Patientenpopulation, einschließlich einer großen Anzahl von Patienten aus der Gemeinschaft, zeigt, wie molekulare Profilierung auch außerhalb der Universitätszentren eingesetzt werden kann und dass sie einen potenziell neuen Weg für die Klassifizierung von GI Karzinomen aufgrund der zugrunde liegenden molekularen Aberrationen anstatt nach Organ und Ursprungsgewebe aufzeigt", sagte Dr. Fadi Braiteh, Comprehensive Cancer Centers of Nevada und US Oncology Research. „Aus unserer Analyse wurde ersichtlich, dass Karzinome verschiedener GI Untertypen denselben molekularen Signalpfad haben können. Dies deutet darauf hin, dass dieselben Arten zielgerichteter Therapien für eine Reihe von GI Karzinomuntertypen angebracht sein könnten, während andere Therapiearten - unabhängig davon, ob sie Therapiestandard oder nur Ansätze sind - möglicherweise für Karzinome mit ausgeprägteren molekularen Profilen besser geeignet sind."

„Molecular profiling of 6,892 colorectal cancer patients to identify potential targeted treatment options" [Molekulare Profilierung von 6.892 Patienten mit kolorektalem Karzinom zur Identifizierung potenzieller, zielgerichteter Behandlungsoptionen], vorgetragen von Dr. Wafik El-Deiry, PhD, FACP, Penn State Hershey Cancer Institute. Abstract #3637. Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

In einem weiteren, heute präsentierten Poster berichtete Caris Life Sciences gemeinsam mit dem Penn State Hershey Cancer Institute über die Identifizierung spezifischer Biomarkercharakteristika von metastasierendem kolorektalem Darmkrebs (CRCs). Dieses weist auf neuartige, unerwartete Behandlungsoptionen für diese Patientenpopulation hin. Ausgehend von einer Untergruppe der großen internationalen GI Krebskohorte und mithilfe des gleichen Multitechnologieansatzes wurden 6.892 Tumorproben analysiert, um potenzielle Behandlungen zu identifizieren, die üblicherweise nicht für CRC berücksichtigt werden.

Ausgewählte Highlights dieser klinischen Studie sind:

Insgesamt wurden sieben unterschiedliche Stellen von Metastasen betrachtet, einschließlich der häufiger auftretenden Metastasen in der Leber, im Bauchfell und in der Lunge, sowie seltenere Metastasen in Eierstöcken, Nebennieren, Knochen und im Hirn.

In diesen unterschiedlichen Metastasen des kolorektalen Karzinoms wurden spezifische Biomarkercharakteristika beobachtet; dies deutet auf potenziell unterschiedliche Behandlungsstrategien hin, die sich auf die Ergebnisse der Tumorprofilierung stützen.

Zielgerichtete Her2 Therapien könnten auf der Basis der Her2-Überexpression besonders bei der Behandlung von Lungenmetastasen interessant sein.

Top2A-Amplifikation ist in Lebermetastasen am höchsten; dies deutet auf den potenziellen Nutzen von Anthrazyklinen hin
KRAS-Mutationen fehlen bei Metastasen in den Nebennieren, treten jedoch in Hirn- und Lungenmetastasen häufiger auf, als in primärem CRC; dies deutet auf unterschiedliches Ansprechen auf gezielte EGFR-Therapien hin.

Eine insgesamt höhere Expression von TOPO1 an Stellen von Metastasen verglichen mit primärem CRC deutet auf potenziell höheren Nutzen einer Behandlung mit Irinotecan hin, während eine insgesamt höhere Expression von MGMT in der Metastase auf den höheren Nutzen der Verwendung von Temozolomid bei primärem CRC hinweist.

Tumore mit KRAS- und BRAF-Mutationen sind weitere, schwer zu behandelnde Untergruppen von CRC. Im Vergleich mit jeweils KRAS-Wildtyp- und BRAF-Wildtyp-Patienten haben KRAS-mutierte Patienten erheblich höhere Expressionen von cMET, während BRAF-mutierte Patienten höhere PTEN-Mutationen haben, sodass hier Möglichkeiten für zielgerichtete Therapien bestehen.

„Da KRAS- und BRAF-Mutationen kolorektale Karzinome besonders aggressiv mache können, hat man lange Zeit angenommen, dass bei diesen Patienten nur sehr beschränkte Behandlungsoptionen bestehen und es gibt keine detaillierten Behandlungsrichtlinien, die sich spezifisch der verschiedenen Stellen von Metastasen annehmen", erklärte Dr. El-Deiry, Chief of Hematology/Oncology an der Penn State University und Experte für Grundlagenbiologie und klinische Therapie von kolorektalem Karzinom. „Wir haben nennenswerte Unterschiede unter Tumoren mit diesen Mutationen und an den unterschiedlichen Stellen der Metastasen festgestellt, womit die Auswahl von Behandlungen unterstützt wird, die man in vielen Fällen bisher nicht bei Patienten mit kolorektalem Krebs in Erwägung gezogen hat."

Die GI Datensätze von Caris Life Sciences schließen ebenfalls die folgenden ASCO Präsentationen ein:

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „PD-1 and PD-L1 in colorectal cancer and their relationship to microsatellite instability status" [PD-1 und PD-L1 in kolorektalen Karzinomen und ihre Verbindung mit dem Mikrosatelliteninstabilitätsstatus], vorgetragen von Dr. Henry Lynch, Creighton University. Abstract #3625.

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „Molecular profiling of bile duct and gallbladder cancer to identify different therapeutic options" [Molekularprofilierung von Gallengang- und Gallenblasenkrebs zur Identifizierung verschiedener therapeutischer Optionen], vorgetragen von Dr. Randall Holcombe, Icahn School of Medicine am Mount Sinai, und Dr. Michael A. Morse, Duke University Medical Center. Abstract #4097.

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „Potential actionable targets in appendiceal cancer detected by immunohistochemistry (IHC), fluorescent in situ hybridization (FISH) and mutational analysis" [Potenzielle handlungsrelevante Targets bei Appendixkarzinom, das mithilfe von Immunhistochemie (IHC), Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH) und Mutationsanalyse festgestellt wurde], vorgetragen von Dr. Daniel Von Hoff, TGen Virginia G. Piper Cancer Center. Abstract #4143.

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „Multiplatform molecular profiling of 2,400 pancreatic adenocarcinomas to identify targets for therapeutic intent" [Multiplattform-Molekularprofilierung von 2.400 Pankreasadenokarzinomen zur Identifizierung therapeutischer Möglichkeiten], vorgetragen von Dr. Eileen O'Reilly, Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Abstract #4136.

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „Molecular profiling of small bowel adenocarcinomas" [Molekularprofilierung von Dünndarm-Adenokarzinomen], vorgetragen von Dr. Igor Astsaturov, Fox Chase Cancer Center. Abstract #3647.

Samstag, 31. Mai, 08:00-11:45 Uhr, S Halle A2.

Allgemeine Postersession: „Profiling of 1,350 neuroendocrine tumors identifies multiple potential drug targets" [Profilierung von 1.350 neuroendokrinen Tumoren zur Identifizierung multipler, potenzieller Arzneimitteltargets], vorgetragen von Dr. Igor Astsaturov, Fox Chase Cancer Center Abstract #4113.

Sonntag, 1. Juni, 08:00-11:00 Uhr, E354b, und 11:30-12:45 Uhr, E Halle D2.

Poster-Highlightsession: „Tumor profiling of 1,306 gastric and esophageal carcinomas reveal different treatment options" [Tumorprofilierung von 1.306 Magen- und Speiseröhrenkarzinomen zur Feststellung verschiedener Behandlungsoptionen], vorgetragen von Dr. T. Clark Gamblin, Medical College of Wisconsin. Abstract #4017.

Über Caris Molecular Intelligence™

Caris Molecular Intelligence™, der Branchen führende Molekularprofilierungsdienst für Krebs, unterstützt Onkologen bei der besseren Behandlung von Krebs, da er die höchstmögliche Anzahl von potenziellen Behandlungsoptionen für Patienten aufzeigt. Die Dienstleistung wird von mehr als 6.000 Onkologen in Anspruch genommen und half, individualisierte und umsetzbare Behandlungspläne für über 60.000 Patienten in 59 Ländern weltweit zu entwickeln. Caris Molecular Intelligence verwendet die neuesten, relevanten Panomics-Daten - die Kombination aus Genen, Proteinen, molekularen Signalwegen und den eindeutigen Patientencharakteristika - aus klinischen Krebs- und Krebsbiologiestudien, um die klinisch verwertbarsten, von der U.S. Food & Drug Administration genehmigten oder in den Vereinigten Staaten in klinischen Studien befindlichen Arzneimittelassoziationen zu identifizieren. Zusätzlich zur üblichen DNA-Analyse beurteilt Caris Molecular Intelligence alle relevanten biologischen Komponenten, wie RNA, Proteinexpression und Genamplifikationsniveaus, um Onkologen die höchstmögliche Anzahl an Behandlungsoptionen für ihre Patienten aufzuzeigen. Derzeit ist Caris in der Lage, therapeutische Anleitungen für bis zu 51 Arzneimittelassoziationen zu identifizieren, d. h., erheblich mehr als jene 19, die nur mit der Next-Generation Sequenzierung identifiziert werden können. Diese therapeutischen Anleitungen werden dem bestellenden Arzt in der Form eines leicht zu lesenden Berichts elektronisch übermittelt, der die Entwicklung von maßgeschneiderten Behandlungsplänen möglich macht. Weitere Informationen über Caris Molecular Intelligence finden Sie aufwww.carismolecularintelligence.com

Über Caris Life Sciences

Caris Life Sciences ist ein führendes biowissenschaftliches Unternehmen, das sich der Umsetzung von Präzisionsmedizin verschrieben hat. Caris Molecular Intelligence™, der erste und größte Tumorprofilierungsdienst der Branche, bietet Onkologen die potenziell besten, klinisch verwertbaren Behandlungsoptionen, die derzeit für die Personalisierung der Patientenbetreuung verfügbar sind. Mithilfe einer Reihe fortschrittlicher und klinisch relevanter Technologien, mit denen die biologischen Krebskomponenten eines Patienten beurteilt werden, stimmt Caris Molecular Intelligence die molekularen Daten eines Tumors mit den Biomarker/Arzneimittelassoziationen aus der klinischen Krebsliteratur ab. Das Unternehmen entwickelt ebenfalls eine Reihe von Bluttests, die auf seiner proprietären Carisome® TOP™ Plattform aufbauen - eine revolutionäre blutbasierte Prüftechnik für die Diagnose, Prognose und Theranose von Krebs und anderen komplexen Erkrankungen. Caris Life Sciences hat seinen Unternehmenssitz in Irving, Texas, und bietet seine Dienste in den gesamten USA, Europa, Australien und in anderen internationalen Märkten an. Weitere Informationen finden Sie auf www.carislifesciences.com

[1] Siegel R, Ma J, Zou Z, Jemal A. Krebsstatistik, 2014. CA Cancer J Clin. 2014;64:9-29.

Pressemitteilung Caris Life Sciences
Caris Life Sciences, Tel.: +41 61 317 02 00, eMail: EUGeneralEnquiries@carisls.com
01.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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