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  • Thomas Schönemann

Hepatitis C

Neue HCV-Proteasehemmer gewinnen schlagartig an Bedeutung

Medikamente. © Foto: I-vista / pixelio.de
Medikamente. © Foto: I-vista / pixelio.de

Das Hepatitis-C-Virus ist eine Hauptursache für Leberkarzinome und -transplantationen. Die aktuellen GKV-Verordnungsdaten zeigen einen starken Trend hin zu neuartigen HCV-Proteasehemmer wie Sofosbuvir (Sovaldi®) und Simeprevir (Olysio®) an. Seit Anfang des Jahres verdrängen beide Substanzen die bislang als Medikation zur Behandlung der Hepatitis C eingesetzten Wirkstoffe Boceprevir (Victrelis®) und Telaprevir (Incivo®).

Bereits in den ersten 3 Monaten seit Einführung hat alleine Sofosbuvir die beiden gängigen Substanzen nach Anzahl der Verordnungen deutlich überholt. Das geht aus einer aktuellen Analyse der GKV-Rezeptdaten des Gesundheitsdienstleisters INSIGHT Health hervor.

Die Therapie der chronischen Hepatitis C befindet sich in einem stetigen Wandel. Innerhalb der letzten 5 Jahre kam es durch den Einsatz direkt antiviral wirkender Substanzen in Kombination mit Peginterferon alfa (PEG-IFN) plus Ribavirin zu bedeutenden Änderungen im Therapieregime der chronischen HCV-Infektion. Im Jahr 2011 erweiterten sich die Therapieoptionen nach Einführung der Substanzen Boceprevir und Telaprevir (beides NS3-4A-Protease-Hemmer) deutlich. Diese wurden häufig im Rahmen einer Triple-Therapie zusammen mit Peginterferon alfa (PEG-IFN) und Ribavirin verabreicht. Beide Substanzen zeigten im 1. Quartal 2012 mit ca. 9.000 abgerechneten Rezepten einen Verordnungshöhepunkt.

Mit der Zulassung von Sofosbuvir, einem Wirkstoff aus der Klasse der NS5B-Polymerase-Inhibitoren, und Simeprevir erweiterte sich das Therapiespektrum für alle Hepatits-C-Patienten erheblich. Die Einführungsphasen der neuen und der alten Wirkstoffe zeigen hinsichtlich des Verordnungswachstums vergleichbare Werte. Seit Einführung von Sofosbuvir und Simeprevir sanken die Verordnungen der älteren Wirkstoffe Boceprevir und Telaprevir deutlich von etwa 2.000 auf unter 60 Verordnungen pro Monat, während die neuartigen Substanzen monatlich bis zu 4.000 Verordnungen zeigen.

Weitere Entwicklungen im Bereich der Behandlung der chronischen Hepatitis C werden bereits für Ende 2014 erwartet. So wird unter anderem an der Entwicklung einer Kombinationstherapie aus dem 1 x täglich oral zu verabreichenden NS5A-Hemmstoff Ledipasvir und Sofosbuvir gearbeitet.

Hepatitis C ist eine durch das Hepatitis-C-Virus verursachte Infektionskrankheit. Sie zeichnet sich durch eine hohe Rate der Chronifizierung aus. In Deutschland sind 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, der eine Hauptursache für Leberkarzinome und -transplantationen ist.

INSIGHT Health ist der führende Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit Sitz in Waldems-Esch und einer Niederlassung in Berlin. Das Unternehmen bietet aufgrund seiner umfassenden Branchenkenntnisse ein breites Portfolio datenbasierter Dienste zur Markt-und Versorgungsforschung an. Das Plus der INSIGHT Health GmbH & Co. KG liegt in der schnellen und transparenten Bereitstellung von Daten unter Beachtung der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie in der Ausarbeitung individueller Lösungen für die pharmazeutische Industrie, Krankenversicherungen, Ärzteverbände, Apothekenvereinigungen, wissenschaftliche Institute, Behörden, Politik und andere Entscheider im Gesundheitsmarkt. Weitere Informationen: www.insight-health.de

Pressemitteilung INSIGHT Health GmbH & Co. KG
Jürgen Rost, Direktor Nationale Daten, Mitglied der Geschäftsleitung, Tel.: 06126 / 955-69, Fax: 06126 / 955-20, eMail: JRost@insight-health.de
14.10.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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