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Schweiz

Neue Kombinationstherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms

Roche Basel mit den Gebäuden 68 und 48. © Foto: F. Hoffmann-La Roche Ltd
Roche Basel mit den Gebäuden 68 und 48. © Foto: F. Hoffmann-La Roche Ltd

Roche gab bekannt, dass die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel (Swissmedic) die Kombinationstherapie mit Cotellic(R) (Cobimetinib) und Zelboraf® (Vemurafenib) zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom zugelassen hat. Die Schweiz ist damit das erste Land, in dem diese Kombinationstherapie Patienten zur Verfügung steht.

Die Zulassung von Zelboraf im Jahr 2011 stellte eine erste Verbesserung der Therapie für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom dar. Zelboraf, das gezielt den MAPK-Signalmechanismus in der Krebszelle (die mutierte Proteinkinase BRAF) hemmt, konnte das Gesamtüberleben im Vergleich zur üblichen Chemotherapie, Dacarbazin, um 4 Monate verlängern (medianes Gesamtüberleben 13.6 Monate).1-4

Forscher entdeckten eine häufige Aktivierung einer weiteren Proteinkinase MEK im BRAF-mutierten Melanom. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung von Cotellic, eines MEK-Inhibitors. Die duale Hemmung von BRAF und MEK im MAPK-Signalweg war der zweite Durchbruch in der gezielten Melanomtherapie. Es konnte in der Zulassungsstudie coBRIM nachgewiesen werden, dass die Kombination von Cotellic und Zelboraf die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung signifikant verlängert. Das mediane Ueberleben bis zum Fortschreiten der Erkrankung betrug 12.3 Monate.

Die coBRIM-Daten wurden im November 2014 im New England Journal of Medicine publiziertProf. Dr. med. Reinhard Dummer, Stellvertretender Direktor der Dermatologischen Klinik Universitätsspital Zürich: „Die Kombinationstherapie ist das Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung der Monotherapie mit BRAF und MEK-Inhibitoren. Die Kombinationstherapie führt zu höheren Ansprechraten und signifikant verlängerten progressionsfreien Intervallen.“

Über malignes Melanom

Das maligne Melanom („schwarzer Hautkrebs“) ist zwar seltener, aber aggressiver als andere Formen von Hautkrebs.5,6 Das BRAF-Gen ist bei circa der Hälfte aller Melanome mutiert.7 Wenn ein Melanom frühzeitig diagnostiziert wird, ist es im Allgemeinen gut heilbar.8,9 Die meisten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom haben jedoch eine schlechte Prognose. Jedes Jahr wird bei mehr als 232 000 Menschen weltweit ein Melanom diagnostiziert,10 und über 55 000 Menschen auf der ganzen Welt sterben jährlich an melanozytärem Hautkrebs.10 In den letzten Jahren gab es erhebliche Fortschritte bei der Behandlung des metastasierenden Melanoms, sodass den Patienten mit dieser Erkrankung mehr Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dennoch bleibt das maligne Melanom nach wie vor ein ernstes Gesundheitsproblem mit hohem medizinischem Bedarf und kontinuierlich steigender Inzidenz in den vergangenen 30 Jahren.11

Über Zelboraf

Zelboraf war das erste verschreibungspflichtige Medikament für Patienten mit inoperablem oder metastasierendem Melanom mit BRAF-V600-Mutationen, die mit einem validierten Test wie dem Roche cobas4800 BRAF Mutation Test nachgewiesen werden. Zelboraf ist nicht angezeigt für die Anwendung bei Melanompatienten mit nicht mutiertem Wildtyp-BRAF.12 Das Medikament ist jetzt in mehr als 90 Ländern zugelassen und wurde bereits zur Behandlung von über 11 000 Patienten weltweit eingesetzt. Zelboraf wurde gemeinsam von Roche und Plexxikon – einem Unternehmen, das heute zur Daiichi Sankyo Gruppe gehört – im Rahmen einer Lizenz- und Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2006 entwickelt.

Über Cotellic

Cotellic (GDC-0973, XL518) wurde von Exelixis Inc. entdeckt und wird in Zusammenarbeit mit Exelixis entwickelt. Cotellic wird auch in Kombination mit einigen anderen Prüfmedikamenten, einschliesslich eines Immuntherapeutikums, bei verschiedenen Krebsarten wie nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs untersucht.

Über die Kombination von Cotellic und Zelboraf

Cotellic unterdrückt selektiv die Aktivität von MEK,13 einem von mehreren Zellproteinen eines Signalwegs, der bei der Regulation der Zellteilung eine Rolle spielt.14 Cotellic bindet an MEK, während Zelboraf an das mutierte BRAF-Protein desselben Signalwegs bindet, um die überaktive Signalgebung, die zum Tumorwachstum führen kann, zu unterbrechen.15,16

Über die coBRIM Studie

Bei der Zulassungsstudie coBRIM handelt es sich um eine internationale, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Phase-III-Studie zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit der Kombinationstherapie. Es wurden 495 Patienten mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Melanom, welches eine BRAF-V600-Mutation aufwies, randomisiert. Die Patienten erhielten einmal täglich Zelboraf in der zugelassenen Dosierung und während 3 Wochen Cotellic oder ein Placebo gefolgt von einer Woche Cotellic / Placebo-Pause. Die Behandlung wurde bis zum Fortschreiten der Erkrankung, dem Auftreten einer unannehmbaren toxischen Wirkung oder der Rücknahme der Einwilligung fortgesetzt. Der primäre Endpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS). Sekundäre Endpunkte waren: von einem unabhängigen Überprüfungsgremium beurteiltes PFS, objektive Ansprechrate, Ansprechdauer und weitere Messgrössen der Sicherheit, Pharmakokinetik und Lebensqualität. 17

Die Resultate der coBRIM Studie zeigten, dass Patienten mit nicht vorbehandeltem BRAF-V600-Mutations-positivem fortgeschrittenem Melanom unter einer Kombinationstherapie von Cotellic und Zelboraf im Median länger als ein Jahr (12,3 Monate) ohne ein Fortschreiten ihrer Erkrankung leben (progressionsfreies Überleben, PFS) und unter der Zelboraf Monotherapie lediglich 7,2 Monate.18

Patienten unter Cotellic und Zelboraf sprachen ausserdem besser auf die Therapie an als die Patienten unter der Zelboraf Monotherapie. Die objektive Ansprechrate (ORR) der Cotellic und Zelboraf Kombination betrug 70 Prozent (gegenüber 50 Prozent bei der Monotherapie).18 Zudem stieg im weiteren Verlauf der Nachbeobachtung die komplette Remissionsrate der Kombinationstherapie von 10 Prozent auf 15 Prozent, da einige Patienten mit partieller Remission nach über einjähriger Behandlung eine komplette Remission erreichten. Das Sicherheitsprofil von Cotellic und Zelboraf entsprach den aus der BRIM-7 Studie (Phase 1b) bereits bekannten Sicherheitsdaten. Die häufigsten Nebenwirkungen in der Kombinationsgruppe waren Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit, Fieber, Sonnenlichtempfindlichkeit, veränderte Leberfunktionswerte, erhöhte Kreatinphosphokinase (CPK, in den Muskeln produziertes Enzym) und Erbrechen.

Über Roche und Hautkrebs

Roche erforscht seit fast zwanzig Jahren neue Medikamente gegen Hautkrebs. In den letzten fünf Jahren hat Roche zwei neue Medikamente für Patienten mit potenziell entstellenden oder tödlich verlaufenden Formen von Hautkrebs auf den Markt gebracht. Die beiden Medikamente Erivedge und Zelboraf, die ersten Vertreter einer völlig neuen Wirkstoffklasse, haben die Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenen Stadien der häufigsten und schwersten Formen von Hautkrebs wesentlich verbessert. Zelboraf war das erste oral anwendbare zielgerichtete Medikament, das zusammen mit einem diagnostischen Begleittest zugelassen wurde. Erivedge ist der erste Hedgehog-Signalweg-Inhibitor und das allererste Medikament, das für fortgeschrittene Stadien des Basalzellkarzinoms, der häufigsten Form von Hautkrebs, zugelassen wurde. Roche prüft Zelboraf, Erivedge und Cotellic weiterhin zur Monotherapie und in Kombination mit anderen Prüfmedikamenten, wie z.B. Krebsimmuntherapeutika, bei verschiedenen Krebsarten und Erkrankungen.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, einem zentralen strategischen Ansatz von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Literatur

  1. Chapman PB, Einhorn LH, Meyers ML, et al. Phase III multicenter randomized trial of the Dartmouth regimen versus dacarbazine in patients with metastatic melanoma. J Clin Oncol 1999;17:2745-51.
  2. Middleton MR, Grob JJ, Aaronson N, et al. Randomized phase III study of temozolomide versus dacarbazine in the treatment of patients with advanced metastatic malignant melanoma. J Clin Oncol 2000;18:158-66.
  3. Avril MF, Aamdal S, Grob JJ, et al. Fotemustine compared with dacarbazine in patients with disseminated malignant melanoma: a phase III study. J Clin Oncol 2004;22:1118-25.
  4. Bedikian AY, Millward M, Pehamberger H, et al. Bcl-2 antisense (oblimersen sodium) plus dacarbazine in patients with advanced melanoma: the Oblimersen Melanoma Study Group. J Clin Oncol 2006; 24:4738-45.
  5. Algazi AP, et al. Treatment of cutaneous melanoma: current approaches and future prospects. Cancer Manag Res. 2010;2:197-211.
  6. Finn L, et al. Therapy for metastatic melanoma: the past, present, and future. BMC Med. 2012;10:23.
  7. Ascierto PA, et al. The role of BRAF V600 mutation in melanoma. J Transl Med. 2012;10:85.
  8. Leong SP. Future perspectives on malignant melanoma. Surg Clin North Am. 2003;83:453-6.
  9. Creagan ET. Malignant melanoma: an emerging and preventable medical catastrophe. Mayo Clin Proc. 1997;72:570-4.
  10. Ferlay J, Soerjomataram I, Ervik M, Dikshit R, Eser S, Mathers C, Rebelo M, Parkin DM, Forman D, Bray, F. GLOBOCAN 2012 v1.0, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 [Internet]. Lyon, France: International Agency for Research on Cancer; 2013. Available from: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx; Last accessed April 2015.
  11. Bataille V. Risk factors for melanoma development. Expert Rev Dermatol. 2009;4:533-9.
  12. Zelboraf Summary of Product Characteristics, August 2014. Available at: http://www.ema.europa.eu Last accessed April 2015.
  13. Johnston S. XL518, a potent, selective, orally bioavailable MEK1 inhibitor, downregulates the Ras/Raf/MEK/ERK pathway in vivo, resulting in tumor growth inhibition and regression in preclinical models. Poster presented at: AACR-NCI-EORTC Symposium on Molecular Targets and Cancer Therapeutics; October 22, 2007; San Francisco, CA. Abstract C209.
  14. Khavari TA, et al. Ras/Erk MAPK signaling in epidermal homeostasis and neoplasia. Cell Cycle. 2007;6:2928-31
  15. Safaee Ardekani G, et al. The prognostic value of BRAF mutation in colorectal cancer and melanoma: a systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2012;7(10):e47054.
  16. Haferkamp S, et al. Vemurafenib induces senescence features in melanoma cells. J Invest Dermatol. 2013;133:1601-9.
  17. Larkin J, et al. Combined Vemurafenib and Cobimetinib in BRAF-Mutated Melanoma. N Engl J Med. 2014;371(20):1867-76.
  18. Larkin J et al., Update of progression-free survival and correlative biomarker analysis from coBRIM: cobimetinib plus vemurafenib in advanced BRAF-mutated melanoma. Abstract presented at ASCO, Chicago, IL, USA, 29 May – 2 June 2015; abstract #9006.
Medienmitteilung F. Hoffmann-La Roche Ltd
Alexander Klauser, Leiter Medienstelle, Roche, Tel.: +41-61-688 8888
27.08.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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